Fallende Preise Investor verliert Millionen mit Gold

Der Goldpreis ist auf Talfahrt, viele Investoren sind bereits abgesprungen. Hedge-Fonds-Manager John Paulson glaubte weiterhin an das Edelmetall. Sein Optimismus kostete ihn 165 Millionen Dollar.

Preiseinbruch: Verkauft Euer Gold!
Ein kleiner Plastikbär, Symbol für den Abschwung an den Börsen, steht am Donnerstag (15.01.2009) in der Börse in Frankfurt am Main vor der DAX-Kurve. Quelle: dpa
A woman holds 100 euro (pink banknotes at bottom) and 100 Swiss francs (blue banknote at top) she withdrew from an ATM in a bank in Geneva Quelle: AP
A man looks at Sony and Panasonic TV sets at an electronics shop in Tokyo Quelle: REUTERS
 U.S. Federal Reserve Chairman Ben Bernanke Quelle: REUTERS
Eingangsbereich eines Geschäftes für Münzhandel, Gold- und Schmuckankauf Quelle: dpa
Erdöl wird mit Hilfe eines Tiefpumpenantriebes (
A South Korean bank clerk stands behind a pile of U.S. dollar bills Quelle: REUTERS

Der stärkere Dollar und Abflüsse aus börsennotierten Indexfonds (ETF) auf Gold haben den Preis für das Edelmetall auf den niedrigsten Stand seit einem Monat gedrückt. Je Feinunze fiel der Goldpreis auf 1381 Dollar. In der Spitze stürzte der Preis für das Edelmetall um 8,3 Prozent auf 1355,80 Dollar ab. Das war der höchste Tagesverlust in über 30 Jahren. Die "goldene Dekade" scheine ein jähes Ende zu finden, erläutert NordLB-Analyst Norman Rudschuck. Das sahen auch einige der großen Investoren wie Warren Buffet und George Soros so und verringerten ihre Goldbestände.

Der Milliardär George Soros reduzierte das Investment der Soros Fund Management in den SPDR Gold Trust zum 31. März gegenüber um zwölf Prozent auf 530.000 Aktien, Berkshire Hathaway-Chef Buffett warnte Investoren sogar vor Gold. In einem Interview sagte er: "Es liegt nur da und du wartest darauf, dass dir jemand mehr dafür zahlt." Die weltweiten Goldbestände der Exchange Traded Products (ETP) sind allein 2013 um 16 Prozent gesunken, das entspricht einem Wertverlust von gut 42 Milliarden Dollar. Bei ETPs handelt es sich um besicherte, unverzinste und auf den Inhaber lautende Forderungsrechte.

"Fundamental gibt es keine Gründe für den Preisverfall", erklärte Commerzbank-Analyst Carsten Fritsch. Der Preissturz sei vor allem über den Future-Markt ausgelöst worden. Der an der Comex gehandelte Gold-Future stürzte um bis zu 9,7 Prozent ab. "Dabei wurden charttechnische Marken gerissen, wodurch Anschlussverkäufe ausgelöst wurden", fügt Fritsch hinzu. "Das hat einen Dominoeffekt ausgelöst, eine Spirale nach unten." Fritsch rechnet vorerst aber nicht mit einer Erholung. "Da haben sich zu viele Anleger die Finger verbrannt. Das Vertrauen ist da erst einmal hin", erklärte er.

Hedge-Fonds-Manager John Paulson hatte Vertrauen und behielt seine Bestände - er verlor im ersten Quartal des Jahres rund 165 Millionen Dollar. Sein Advantage Fund habe seit Anfang April deutlich an Wert verloren, berichtete eine mit den Zahlen vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag. Paulson, der in der Vergangenheit mit Investitionen in das Edelmetall Milliarden verdient hat, wolle seine Anleger in der kommenden Woche über den aktuellen Stand seiner Fonds informieren. Der Advantage Fund habe in den ersten beiden April-Wochen 2,4 Prozent verloren, habe aber dennoch seit Jahresbeginn 1,3 Prozent zugelegt, erfuhr Reuters weiter. Ein Sprecher Paulsons wollte sich nicht zu diesen Zahlen äußern.

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