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Familienplanung Ein Kind kostet 126.000 Euro

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Die Betreuungsfrage bestimmt am Anfang die Kosten

Nicht nur die Ausgaben fürs Wohnen, auch die Kosten für die Betreuung des Kindes spielen eine zunehmend wichtige Rolle und fallen regional sehr unterschiedlich aus. Während Betreuungsplätze in einigen Bundesländern wie Rheinland-Pfalz größtenteils kostenlos sind, fallen an anderen Orten hohe Gebühren an. Gleiches gilt, wenn die Kinder private Einrichtungen besuchen.

Eine Analyse von "Zeit Online" hat gezeigt, dass sich die Betreuungsgebühren oft um mehrere Hundert Euro pro Monat unterscheiden. Teilweise zahlen Eltern mehr als 500 Euro pro Monat dafür, dass ihr Kind tagsüber in guten Händen ist. Da in der Statistik natürlich nur der Durchschnitt erfasst wird und zu diesem auch Familien gehören, die keine Betreuungskosten haben, fallen die statistischen Ausgaben für Paare mit einem Kind mit 37 Euro aus Sicht vieler Eltern lächerlich gering aus.

Insbesondere bei kommunalen Einrichtungen hängen die Betreuungsgebühren vom Einkommen der Eltern ab. Der Gebührenrechner vermittelt einen ersten Eindruck. Hat beispielsweise ein Elternteil ein Jahresbruttoeinkommen von 40.000 Euro und der Partner eins von 30.000 Euro, kosten sechs Stunden Betreuung des Kindes in einer kommunalen Kita 158 Euro pro Monat. Wer das ab dem ersten Geburtstag bis zur Einschulung nutzen möchte, gibt pro Jahr 1896 Euro aus. Insgesamt fallen bis zum ersten Schultag 9480 Euro an. Wer mehrere Kinder hat, profitiert möglicherweise von Geschwisterrabatten.

Wie viel muss es sein?

Was beim Betrachten der Zahlen ebenfalls nicht vergessen werden darf: es handelt sich um die tatsächlichen Ausgaben. Nicht um die Summe, die mindestens nötig ist, um ein Kind ordentlich großzuziehen. Denn dass die Ausgaben über die Jahre zugenommen haben, dürfte die wenigsten wundern. Mit immer mehr Angeboten werden Eltern gelockt, immer größer wird der Wettbewerb unter den Eltern um die beste Förderung für den Nachwuchs. Und die ist teilweise nicht billig.

Ein Trend unter jungen Eltern: sogenannte PEKiP-Kurse. Benannt ist der Trend nach dem Prager-Eltern-Kind-Programm. Gerade bei Eltern des Bildungsbürgertums gehört die Spielgruppe, bei der Babys schon wenige Wochen nach der Geburt nackt mit ihren Eltern und anderen Babys spielen, zum Standardprogramm der Frühförderung. Auch wenn einige es als Mutti-Unterhaltungs-Treffen mit sich gegenseitig bepieselnden Babys bezeichnen und sich andere darauf berufen, ihre Kinder auch ohne solchen Quatsch großgekriegt zu haben - für PEKiP und andere Kurse wird mittlerweile viel Geld ausgegeben. Die Angebote reichen von zehn Treffen für rund 60 Euro bis zu einem Jahreskurs für mehrere Hundert Euro.

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