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Fintech unter Druck Sonderprüfung bei Bezahldienst Unzer

Der Bezahldienst Unzer war 2003 unter dem Namen Heidelpay gegründet worden. 2019 war der US-amerikanische Finanzinvestor KKR bei Unzer eingestiegen, das ambitionierte Ziel: Das Unternehmen soll zum führenden Bezahlanbieter in Europa werden, der alles aus einer Hand anbietet. Quelle: obs

Der Bezahldienst Unzer aus dem Portfolio von Private Equity-Investor KKR muss sich mit der Finanzaufsicht BaFin herumschlagen: Sie hat nach WirtschaftsWoche-Informationen mit einer Sonderprüfung begonnen.

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Das mehrheitlich dem Finanzinvestor KKR gehörende deutsche Fintech Unzer gerät immer stärker in den Fokus der Finanzaufsicht BaFin: Die Finanzaufseher unterziehen den Bezahldienstleister nach WirtschaftsWoche-Informationen aus Finanzkreisen einer Sonderprüfung. Eine Unzer-Sprecherin bestätigte, dass „derzeit“ eine solche Prüfung laufe. „Wir sind in einem konstruktiven Dialog mit der BaFin“, sagte sie.

Fragen zur Prüfung beantwortete Unzer nicht: „Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass es unangebracht wäre, Gegenstand oder Details der Prüfung zu kommentieren“, sagte die Sprecherin. Unzer sei eines der am schnellsten wachsenden Fintech-Unternehmen in Europa. „Im Zuge des Wachstums unseres Unternehmens verbessern und entwickeln wir unsere Systeme und Prozesse ständig weiter“, erklärte die Bezahlfirma.

Ein BaFin-Sprecher wollte sich nicht zu der Prüfung äußern und verwies auf die Verschwiegenheitspflicht der Behörde.

Die WirtschaftsWoche hatte bereits im April berichtet, dass die Aufseher Unzer in den Blick genommen haben, weil die Bezahlfirma mit dem deutschen Geschäftsmann Ruben Weigand zusammengearbeitet haben soll.

Weigand wurde in den USA kürzlich wegen Bankbetrugs verurteilt: Er und ein Komplize hatten geholfen, Kartenzahlungen für Käufe von Marihuanaprodukten in den USA zu verschleiern. Der damalige Unzer-Chef Axel Rebien hatte im Frühjahr der WirtschaftsWoche gesagt, dass sich Unzer „nicht zu Herrn Weigand“ äußert. „Wir haben alle notwendigen Konsequenzen gezogen“, sagte er.

Rebien ist inzwischen von dem Chefposten zurückgetreten, wie Unzer im Juni überraschend bekanntgab. Er war erst im Februar zum alleinigen Boss aufgestiegen und hatte das Bezahlunternehmen zuvor mit dem Firmengründer Mirko Hüllemann geführt, der sich in den Beirat zurückgezogen hatte.



Der Bezahldienst Unzer war 2003 unter dem Namen Heidelpay gegründet worden. 2019 war der US-amerikanische Finanzinvestor KKR bei Unzer eingestiegen, das ambitionierte Ziel: Das Unternehmen soll zum führenden Bezahlanbieter in Europa werden, der alles aus einer Hand anbietet. KKR hatte für 60 Prozent der Anteile 600 Millionen Euro gezahlt und Unzer damit einen Wert von knapp einer Milliarde Euro zugestanden.

Mehr zum Thema: Nach der Wirecard-Pleite will Unzer mithilfe des Investors KKR zum neuen deutschen Star unter den Zahlungsdienstleistern aufsteigen. Zwei Skandale überschatten die ambitionierten Pläne.

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