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Fonds zum Nulltarif Fondsanleger verschenken 930 Millionen Euro

Exklusiv
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Finger weg von geschlossenen Fonds

Supermarkt lebt vom Bestand

Von irgendetwas müssen aber auch die Anbieter leben, die Fonds zum Nulltarif anbieten. Ihr Geschäft finanzieren seriöse Anbieter durch die Bestandsprovisionen, die Fondsgesellschaften den Vermittlern zahlen. Sie geben üblicherweise etwa 20 bis 40 Prozent der jährlichen Verwaltungsvergütung, die sie dem Fondsvermögen automatisch entnehmen, an die Vermittler weiter. Zu anderen Beteiligungsmodellen, wie den so genannten geschlossenen Fonds, sollten sich Anleger aber nicht drängen lassen. Bei manchen Anbietern gelten die Investmentfonds als Türöffner, um ihnen später doch die besonders teuren und riskanten unternehmerischen Beteiligungen anzupreisen.

Warnsignale bei geschlossenen Fonds

Verzicht auf Beratung

Wer den provisionsorientierten Bankberatern entkommen will und neben einem kostenlosen Depot auch noch die Fonds zu günstigen Kosten ordern möchte, muss allerdings in den meisten Fällen auf eine Anlageberatung verzichten.

Ganz allein bleiben die Selbstbauer mit ihren Depots aber meistens nicht. Um den Überblick zu behalten, bekommen sie etwa bei AVL manchen Überblick Online mit ausgefeilten Darstellungen zur Depotstruktur. Die einzelnen Fonds werden Ländern und Branchen zugeordnet, verschiedenen Produkttypen und Risikoklassen. Klumpenrisiken können etwas erfahrene Anleger damit leichter im Depot entdeckt und eventuell beseitigen.

Auf dem Laufenden halten

„Voraussetzung für die Selbstmacher ist, das sie sich für das Wirtschaftsgeschehen zumindest etwas interessieren. Sie sollten auch informiert bleiben, damit sie in Grundzügen einschätzen können, ob ihr Depot noch gut aufgestellt ist“, rät Lange. Um die Märkte im Blick zu behalten, schickt AVL den Kunden etwa auf Wunsch per Mail fünfmal wöchentlich kostenlos die Handelsblatt News am Abend.

Beim Fondssupermarkt fonds-im-netz.de, den Reinhard Martius vor 13 Jahren gegründet hat, gibt es ebenfalls Fonds zum Nulltarif. Wer sich das Depot im Eigenbau aber doch nicht allein zutraut, kann von Martius, einem zertifizierten Finanzplaner, auf Wunsch auch eine Beratung bekommen. Martius ist eigentlich ein eingefleischter Aktienanleger. Schon im Teenageralter hat er mit seinem Vater Hauptversammlungen von Aktiengesellschaften besucht. Jahrelang hat er für die eigene Vermögensanlage aufwendig einzelne Aktien und Anleihen ge- und verkauft und viel Arbeit in die Auswahl gesteckt. Irgendwann stellte er allerdings fest, dass er dabei nicht erfolgreicher war als gute Fondsmanager und ist auf Fonds umgeschwenkt. „Sie sind wegen der gesetzlich vorgeschriebenen Risikostreuung für viele Anleger ideal, vorausgesetzt sie achten auf niedrige Kosten“, sagt Martius.

Jährliche Verwaltung kostet

Dabei spielen Kaufkosten eine Rolle, aber Anleger sollten auch auf die jährlichen laufenden Kosten achten. Sie sind allerdings in den Wertentwicklungsvergleichen der Fonds bereits abgezogen. Bei teuren Fonds mit hohen jährlichen Gebühren aber einer sehr guten Wertentwicklung, hat der Fondsmanager also sein Geld auch verdient, weil er sehr gute Ergebnisse erzielt hat. Das Risiko ist dann nur, dass die hohen Kosten auch in schwächeren Jahren anfallen.

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