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Fondsmanager Stöferle und Valek "Silber ist ein exzellenter Inflationsindikator"

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"Eine gewaltige Kreditblase in China"

So verschulden sich die Europäer
Wenn man Geld braucht und keines hat, dann hilft die Bank. Laut einer Umfrage des Marktforschungsinstituts Ipsos im Auftrag der ING-DiBa nutzt jeder fünfte Deutsche seinen Dispokredit permanent oder mindestens einmal im Monat. In anderen Ländern werden hingegen überwiegend Ratenkredite in Anspruch genommen. Doch nicht nur Finanzinstitute werden angepumpt. In vielen Ländern haben Menschen Schulden bei Freunden und Familie. Vor allem in der Türkei und Rumänien wird auf das persönliche Umfeld gesetzt. Quelle: dpa
NiederlandeRatenkredit: Zehn Prozent Kreditkarte: Sechs Prozent Dispokredit: 13 ProzentKredit bei Freunden oder Familie: Fünf Prozent Quelle: REUTERS
DeutschlandRatenkredit: 20 ProzentKreditkarte: Sieben Prozent Dispokredit: 18 Prozent Kredit bei Freunden oder Familie: Sieben Prozent Quelle: dpa
ÖsterreichRatenkredit: 22 ProzentKreditkarte: Sechs Prozent Dispokredit: 16 Prozent Kredit bei Freunden oder Familie: Acht Prozent Quelle: dpa
BelgienRatenkredit: 20 ProzentKreditkarte: 14 Prozent Dispokredit: 14 Prozent Kredit bei Freunden oder Familie: Sieben Prozent Quelle: REUTERS
FrankreichRatenkredit: 26 ProzentKreditkarte: Acht Prozent Dispokredit: 15 Prozent Kredit bei Freunden oder Familie: Sieben Prozent Quelle: AP
LuxemburgRatenkredit: 38 ProzentKreditkarte: Neun Prozent Dispokredit: Neun Prozent Kredit bei Freunden oder Familie: Drei Prozent Quelle: dpa

Was signalisiert ihr Inflationssignal aktuell?

Valek: Wir hatten 19 Monate Disinflation. Seit einem Monat sehen wir eher steigende Inflationsraten, allerdings von einem sehr tiefen Niveau. Einige – aber noch nicht alle unserer Indikatoren – signalisieren uns derzeit grünes Licht für inflationssensitive Anlageklassen.

Warum nicht alle?

Valek: Künftige Verbraucherpreisinflation wird höchstwahrscheinlich von steigenden Rohstoffpreisen ausgelöst. In den meisten Branchen werden wir auf absehbare Zeit keinen großen Lohndruck sehen. Während die Agrarpreise, aber auch die Preise für Energie, Gold und Goldminenaktien angezogen haben, signalisieren Industriemetalle eher deflationären Druck. Unter dem Strich sehen wir zwar ein leicht positives Inflationssignal, aber es ist noch kein ausgeprägtes Signal, also müssen wir nicht sofort komplett investieren.

Also verfolgen sie ihr Signal nicht dogmatisch?

Valek: Genau. Wenn wir Zweifel haben, halten wir das Risiko gering. Wir wollen die Schwankung des Fonds möglichst gering halten und verfolgen einen Absolute-Return-Ansatz. Kapitalerhalt ist die oberste Maxime. Noch sehen wir beides, Inflation und Deflation. Vereinfacht gesagt haben wir Deflation in den Schwellenländern und in ersten Ansätzen Inflation in den entwickelten Märkten.

Kupfer signalisiert Deflationsdruck, ausgehend von China?

Valek: Das ist richtig. Das staatlich gelenkte Bankensystem hat in China eine gigantische Kreditblase aufgeblasen. Das lässt sich an den Bilanzsummen der dortigen Geschäftsbanken erkennen, aber auch die People’s Bank of China hat enorm inflationiert. Dagegen wirken Fed, Bank of England und Bank of Japan wie Waisenknaben. Gemäß der Österreichischen Schule wäre die normale Gesundung des Systems stark deflationär. Wenn jemand überschuldet ist und Ressourcen unproduktiv eingesetzt hat, sollten die Schulden abgeschrieben werden. Das wäre normal in einem marktwirtschaftlichen System. Somary hat dazu einmal festgehalten: „Der Staatsbankrott ist ein einmaliger chirurgischer Eingriff, die Inflation ist permanente Blutvergiftung“. Die Notenbanken aber versuchen gegen diesen deflationären Druck anzukämpfen und intervenieren massiv auf monetärer Ebene. Interessanterweise hat sich der chinesische Yuan zuletzt deutlich abgeschwächt. Wieder einmal versucht man den Export über eine schwache Währung zu unterstützen. Jim Rickards hat diesen Abwertungswettlauf in seinem Buch „Currency Wars“ brillant beschrieben. Historisch gesehen gab es kein Weichwährungsland, das wirtschaftlich langfristig erfolgreich war. Diese Lektion scheint aber in Vergessenheit geraten zu sein.

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