Fondsstrukturen Die zwei Strategien reicher Staatsfonds

Um Handelsüberschüsse rentierlich anzulegen, gründen Länder Spezialfonds, die unterschiedlich agieren. Welche Strategie hinter ihren Investments steckt, welche Ziele sie verfolgen.

Dieter Zetsche Quelle: dapd

Sovereign Wealth Funds (SWF) sind Investmentfonds, die oft von Ländern mit großen Handelsüberschüssen gegründet werden. Würden etwa die Golfstaaten oder Norwegen ihre gewaltigen Einnahmen aus den Öl- und Gasexporten vollständig im Inland ausgeben, würde dies eine unkontrollierbare Inflation hervorrufen.

Haushalte stabilisieren

Um das zu verhindern, legen die Staatsfonds die Gelder im Ausland an. Andere Länder wie Russland wollen mit SWF die starken Preisschwankungen bei den exportierten Rohstoffen ausgleichen und so ihren Staatshaushalt stabilisieren. Die Staatsfonds aus China und aus Singapur speisen sich aus den hohen Ersparnissen der Bevölkerung beziehungsweise den Devisenreserven ihrer jeweiligen Zentralbanken. Je nach den Anlagestrategien lassen sich zwei Gruppen von SWF unterscheiden: finanzielle Investoren und strategisch agierende Megafonds.

Hohe Renditen im Fokus...

Die meisten Staatsfonds investieren mit dem Ziel, nachhaltig hohe Renditen zu erzielen. Hierzu zählen der Government Pension Fund-Global aus Norwegen, die Safe Investment aus China und die Sama Foreign aus Saudi-Arabien, die ihre Investments in Anleihen und Aktien breit streuen. Die Abu Dhabi Investment Authority, die China Investment Corporation und die Qatar Holding sind ebenfalls Portfolio-Investoren; sie gehen jedoch auch größere Beteiligungen an einzelnen Unternehmen ein. Alle zählen zur Gruppe der finanziellen Investoren.

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...oder politische Ziele

Neben finanziell orientierten Fonds haben einige Länder weitere SWF gegründet, um die industriepolitischen Ziele der Regierung zu unterstützen.

Sie zählen deshalb zur Gruppe der strategischen Investoren. So gibt es in Singapur eine Arbeitsteilung zwischen dem Portfolio-Investor Government of Singapore Investment Corporation und der Temasek, die gezielt in Logistik, Telekommunikation und andere Schlüsselindustrien investiert. Mit Aabar, IPIC und Mubadala hat das Emirat Abu Dhabi gleich drei Staatsfonds für Zukunftsbranchen wie Aerospace und Medizintechnik aufgelegt.

Spärliche Angaben

Die meisten Sovereign Wealth Funds machen nur spärliche Angaben zu einzelnen Investments und ihren geschäftlichen Ergebnissen. Als vorbildlich gilt hingegen die Transparenz des norwegischen Staatsfonds. Dieser ist auch der einzige große SWF, der seine Vermögensanlage strikt an ethischen Kriterien ausrichtet.

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