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Forward-Darlehen So günstig sichern Sie sich die niedrigen Bauzinsen

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Günstige Darlehen zur Volltilgung

Auf den ersten Blick scheinen sich die jeweiligen effektiven Zinssätze kaum voneinander zu unterscheiden. Eine schlichte Rechnung zeigt allerdings die Auswirkungen unterschiedlicher Nachkommastellen. Bei einer Vorlaufzeit von 36 Monaten verlangt der günstigste Anbieter 1,81 Prozent Zinsen, bei anderen sind es bereits 2,01 Prozent. Wer sich für ersteren entscheidet, hat eine monatliche Belastung von knapp 849 Euro, beim teureren Vermittler beträgt die Rate dagegen knapp 874 Euro. Hausbesitzer müssen also trotz der geringen Unterschiede genau kalkulieren, denn die Differenz liegt bei diesem Beispiel bei immerhin 3000 Euro.

Die besten Forward-Darlehen bei 15 Jahren Zinsbindung, Vorlaufzeit 24 Monate

Entscheidend ist das vor allem bei demjenigen, der sich für ein sogenanntes Volltilger-Darlehen entscheidet. Dieses läuft im Ranking statt über zehn über 15 Jahre, entsprechend höher ist die monatliche Rate. Dafür lockt am Ende ein abbezahltes Häuschen. Während beim zehnjährigen Darlehen die Zinsunterschiede zwischen den einzelnen Anbietern vergleichsweise gering sind, lohnt es sich beim Volltilger umso mehr, Angebote zu vergleichen.

Die im Durchschnitt günstigsten Angebote bieten Kreditvermittler. Die DTW-Immobilienfinanzierung verlangt für ein Volltilger-Darlehen mit zwei oder drei Jahren Vorlaufzeit gerade einmal 1,66 Prozent Zinsen – ab Mitte Dezember allerdings 1,87 Prozent. Auch Accedo verlangt nur 1,66 Prozent. Zusätzlich verzichten beide Anbieter auf einen Forward-Aufschlag, Sparer bekommen die Zinssicherheit also ganz umsonst. Etwas teurer sind dagegen Angebote bundesweiter Banken, hier liegt die Postbank mit einem Durchschnittszins von 2,11 Prozent ganz vorne, gefolgt von der Allianz Lebensversicherung, welche im Schnitt 2,13 Prozent verlangt. Regionale Banken bieten ebenfalls Volltilger-Darlehen an, erheben allerdings oft eine etwas höhere Forward-Gebühr. Das beste Angebot gibt es mit 2,23 Prozent Zinsen bei der PSD Bank Koblenz, gefolgt von der PSD Bank Nürnberg, bei der im Schnitt 2,28 Prozent Zinsen anfallen.

Frühere Kündigung möglich

Trotz der bestehenden Zinsunterschiede sollten Immobilienbesitzer die Entscheidung für einen Kreditgeber nicht nur von der Zinshöhe abhängig machen. Ein aktuelles Urteil spricht dafür, auch die Bank in Erwägung zu ziehen, bei der der Altkredit abgeschlossen wurde (zumindest solange das Angebot vergleichsweise gut ist). Das Landgericht Bochum hat kürzlich entschieden, dass ein Anschlussdarlehen früher gekündigt werden darf, wenn es bei derselben Bank abgeschlossen wird, bei der auch der Erstkredit bestand. Normalerweise gilt für Kredite eine Kündigungsfrist von zehn Jahren ab Ausbezahlung des Darlehens. Ist der Kredit aber die Verlängerung eines bestehenden Darlehens, so das Urteil des Landgerichts, beginnen die zehn Jahre Kündigungsfrist mit dem Datum der Verlängerung des Kredits.

Die besten Forward-Darlehen bei 15 Jahren Zinsbindung, Vorlaufzeit 36 Monate

Insgesamt entscheidend für Sinn oder Unsinn eines Forward-Darlehens ist allerdings die erwartete Zinsentwicklung. Für Immobilienbesitzer, die eine Anschlussfinanzierung brauchen, lohnt sich also ein Blick auf die Pläne der Notenbanker. Nicht nur die Entscheidungen der Europäischen Zentralbank (EZB), auch die der US-Notenbank Fed können das Zinsniveau deutlich beeinflussen.

EZB vs. Fed

Kreditnehmer müssen nun ausloten, welchen Plan EZB-Chef Mario Draghi und Fed-Chefin Janet Yellen gerade verfolgen. Zudem gilt es, beides gegeneinander abzuwägen. Denn ab Mitte Dezember könnte die Zinspolitik beider Notenbanken erstmals seit Jahren in entgegengesetzte Richtungen gehen. Die EZB hat auf ihrer Ratssitzung in der vergangenen Woche zwar verhalten agiert, aber dennoch ein eindeutiges Signal gesendet: die Geldpolitik in der Euro-Zone bleibt expansiv.

Mario Draghi hat sein Anleihekaufprogramm verlängert und wird sechs zusätzliche Monate Geld in den Markt feuern. Zudem wurde der Einlagenzins, welchen Banken zahlen, wenn sie Geld bei der EZB parken, um 0,1 auf minus 0,3 Prozent gesenkt. Auf einer Rede in New York manifestierte Mario Draghi diese expansive Ausrichtung des Frankfurter Euro-Turms nochmals, nachdem die Märkte sich enttäuscht zeigten von den Maßnahmen. "Es kann keine Grenze geben, inwieweit wir bereit sind, die innerhalb unseres Mandats zur Verfügung stehenden Instrumente einzusetzen".

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