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Forward-Darlehen So günstig sichern Sie sich die niedrigen Bauzinsen

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Was machen die Notenbanken?

Ganz anders dagegen die Fed. Sie könnte bei ihrem nächsten Zusammentreffen Mitte Dezember erstmals seit acht Jahren die Zinsen erhöhen. Darauf deuten unter anderem die Protokolle der vergangenen Fed-Sitzungen hin. Unklar ist allerdings, wie stark sich der vermutlich zunächst kleine Zinsschritt überhaupt an den Märkten auswirkt. "Die Tatsache, dass die US-Leitzinserhöhung bereits seit Jahren diskutiert wird, lässt vermuten, dass sie größtenteils in den Kursen eingepreist ist", sagt Nick Price, Schwellenländer-Experte bei Fidelity.

Ein Forward-Darlehen lohnt sich für alle, die in den kommenden Jahren mit einem Zinsanstieg rechnen. Grund ist der sogenannte Forward-Aufschlag, den die Anbieter als Gebühr für die vorzeitig gesicherten Zinsen verlangen. Der könnte sich lohnen, denn auch in der Euro-Zone rechnen Ökonomen und Analysten mittelfristig mit leicht steigenden Zinsen. Die Commerzbank beispielsweise erwartet, dass die EZB ihre Geldpolitik auch im kommenden Jahr noch einmal lockert und beispielsweise das Anleihekaufprogramm erneut verlängert. "Wir glauben allerdings nicht an einen ganz großen Schlag", sagt Jörg Krämer, der Chefvolkswirt der Bank. Zu einer monatlichen Aufstockung der Anleihekäufe werde es daher wohl nicht kommen. Es dürfte zwar noch eine Weile dauern, bis sich auch die Euro-Notenbank wieder mal auf eine Zinserhöhung zubewegt. Beeinflusst die Fed-Entscheidung die Märkte deutlich, könnten die Zinsen aber leicht steigen. Das alles spricht für den Abschluss eines Forward-Darlehens. Viel tiefer können die Zinsen nicht mehr sinken, es lohnt sich also kaum, auf ein noch niedrigeres Zinsniveau zu spekulieren. Langfristig geht es dagegen aufwärts mit den Renditen. Sich die niedrigen Immobilienzinsen zu sichern macht also Sinn.

Noch nicht echt

Auch die Volkswirte beim Bankhaus Lampe gehen davon aus, dass es noch lange dauern wird, bis die Geldpolitik der Notenbanken wieder auf ein normales Level zurückkehrt. "Aufgrund der trüben Wachstumsperspektiven, des niedrigen und nur leicht zunehmenden Preisdrucks und der weltweit hohen Verschuldung dürfte der geldpolitische Expansionsgrad 2016 hoch bleiben", schreiben die Ökonomen in ihrer Jahresprognose. Selbst in den USA würde angesichts der Präsidentschaftswahlen noch keine echte Zinswende bevorstehen.

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Immobilienbesitzer, die auf der Suche nach einem Forward-Darlehen sind, sollten die zunehmende Divergenz in der Geldpolitik entsprechend zwar beachten, mit schlagartig steigenden Immobilienzinsen ist allerdings nicht zu rechnen. Lediglich die mögliche Zinserhöhung der Fed könnte für kurze Aufregung an der Zinsfront sorgen. "Kleinere Zinssprünge bei den Baufinanzierungszinsen sind für die letzten Wochen vor dem Jahresende nicht auszuschließen", sagt Stephan Gawarecki, Vorstandssprecher beim Kreditvermittler Dr. Klein im Hinblick auf höhere US-Leitzinsen.

Fazit: Teilweise ist die Zinssicherheit durch Forward-Darlehen bereits ohne Vorlauf-Gebühr erhältlich. Wer also der weitläufigen Annahme glaubt, dass die Zinsen in der kurzen Frist nicht mehr tief fallen werden, aber zumindest langfristig irgendwann steigen, macht mit einem Forward-Darlehen wenig falsch.

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