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Gbureks Geld-Geklimper

Immobilienaktien sind eine Klasse für sich

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Bad Fusionen und Übernahmen

Deutsche Immobilien-AGs haben im internationalen Vergleich bezüglich ihrer Größe einen enormen Nachholbedarf. Das gilt gleichermaßen für die Umsätze und die Börsenwerte. Letztere summieren sich auf insgesamt nur zirka 6 Milliarden Euro. Das entspricht einem Anteil von 0,8 Prozent am Börsenwert alles Immobilien-AGs weltweit.

Zum Vergleich: Frankreich kommt auf 3,8 Prozent, Großbritannien auf 5,5 Prozent, und sogar die Schweiz liegt mit 1,3 Prozent noch deutlich vor Deutschland.

In Zukunft wird es nicht dabei bleiben, dass eine AG der anderen oder einem sonstigen Bestandshalter Immobilien abkauft, sondern es wird zu Fusionen und Übernahmen kommen. Denn das Geschäft mit Immobilien ist längst international geworden, und nicht von ungefähr mischen ausländische Adressen immer wieder auch bei Deals in Deutschland mit - sei es, dass eine der in der Branche weit verbreiteten Kreditverlängerungen ansteht, sei es, dass Unternehmen wie GSW, wie geschehen, an die Börse gehen.

In diesem Fall bleibt es, wie anderswo auch, nicht beim Börsengang: Allein im April und Mai dieses Jahres stellt sich GSW aus Anlass von vier internationalen Konferenzen den Analysten und Fondsmanagern.

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    Die Auswahl an Aktien ist groß

    Vergleicht man den Kursverlauf der deutschen Immobilienaktien über die Jahre, fallen die vielfach extrem starken Kursschwankungen auf. Bezeichnend dafür war der Absturz der Kurse von 2007 bis Ende 2008, als beispielsweise die TAG-Aktie, der spätere Börsenstar dank Versiebenfachung des Kurses, fast 90 Prozent an Wert verlor. Verluste von mehr als 50 Prozent waren damals die Regel. Und weil die Branche mit hohem Fremdkapital arbeitet, werden die starken Schwankungen bleiben. Das gilt speziell für Aktien von Unternehmen, die Gewerbeimmobilien im Bestand halten oder mit diesen handeln, wie IVG, DIC Asset und Prime Office. Ausnahme: Deutsche EuroShop.

    Geldanlage



    Über alle infrage kommenden Immobilienaktien betrachtet, halten sich derzeit die Chancen und Risiken für Anleger die Waage; es kommt auf die richtige Auswahl und auf das Timing an: GSW und zum Teil auch Deutsche Wohnen sind klare Wetten auf den florierenden Berliner Wohnungsmarkt, während Gagfah eher eine Spekulation auf die Annäherung des Kurses an den viel höheren NAV (Net Asset Value) ist. Hierbei handelt es sich um eine Form von Buchwert, der im Übrigen bei allen deutschen Immobilien-AGs über dem jeweiligen Kurs liegt.

    TAG wächst kräftig durch Übernahmen und verdient zunächst eine Kurspause. IVG ist eine lupenreine Turnaround-Spekulation mit viel Kurspotenzial auf ein paar Jahre Sicht, vorübergehende Rückschläge inbegriffen. Wer auf hohe Dividendenrenditen aus ist, greift neben Deutsche Euroshop zu Reits, einer Spezialform von Immobilienaktien mit hohen Ausschüttungen, etwa Hamborner und alstria. Und wer das Risiko ausgleichen will, kauft nach vorübergehenden Kursrückgängen alle zusammen.

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