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Gbureks Geld-Geklimper

Chinesen setzen voll auf Gold

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Chinas Währung soll noch stärker werden

 

Die Länder mit den größten Goldreserven
Platz 10: Indien Quelle: REUTERS
Platz 9: Die Niederlande Quelle: REUTERS
Platz 8: Japan Quelle: REUTERS
Platz 6: Schweiz Quelle: AP
Platz 7: Russland Quelle: dpa-tmn
Platz 5: China Quelle: dapd
Platz 4: Frankreich Quelle: dapd

Über den Anteil von Chinas Zentralbank an den Goldimporten lässt sich nur spekulieren. Die Statistiken des World Gold Council geben dazu kaum etwas her. Aber in Anbetracht der zurzeit laufenden großen Finanz- und Wirtschaftsreformen des Landes wird wenigstens erkennbar, wohin die Reise mit der chinesischen Währung Renminbi geht: Sie soll, wenn sie denn eines Tages überall auf der Welt frei handelbar sein wird, eine starke Währung sein. Da bietet sich die Unterlegung mit Gold geradezu an.

Chinas offizielle Währungsreserven bestehen immer noch überwiegend aus Dollaranlagen. Das ergibt sich daraus, dass billige chinesische Arbeitskräfte jahrelang quasi als verlängerte Werkbank für amerikanische – wie auch für deutsche und andere – Konzerne tätig waren und weiter tätig sind. Der Export der von ihnen hergestellten Produkte sorgte für hohe Dollarzuflüsse, die schließlich in der Bilanz von Chinas Zentralbank landeten. Und weil der chinesische Import amerikanischer Produkte bei Weitem nicht die Größenordnung der Exporte erreichte, blähte sich der Dollaranteil in der Bilanz immer mehr auf.

Die verschlungenen Pfade der Chinesen

So weit ist die Geschichte der chinesisch-amerikanischen Handelsbeziehungen längst geschrieben. Weniger bekannt sind dagegen die verschlungenen Pfade, die China beschreitet, um die in Dollar gehorteten Währungsreserven sinnvoll ein- und umzusetzen. Da werden in rohstoffreichen Entwicklungs- und Schwellenländern Asiens, Afrikas und Südamerikas nicht nur Rohstoffquellen erschlossen, sondern gleich ganze Städte einschließlich Infrastruktur aus dem Boden gestampft. Auf einen Nenner gebracht: Die Bezahlung erfolgt in Dollar, doch für die anschließend abgewickelten Geschäfte kommt zunehmend der Renminbi zum Einsatz.

Auf diese Weise tauscht China den Dollarüberschuss in reale Werte ein und macht die eigene Währung den Entwicklungs- und Schwellenländern schmackhaft. So etwas lässt sich natürlich nur mit zentraler Steuerung bewerkstelligen; genau über die verfügt das Land mit seiner dominanten Partei. Und ganz nebenbei erschließt es mit den Rohstoffquellen auch noch die eine oder andere Goldlagerstätte.

Geldanlage



Minenaktien sind spottbillig geworden

China als nunmehr weltweit wichtigster Goldimporteur, nicht zuletzt begünstigt durch Preismanipulationen an der New Yorker Terminbörse Comex, die den Goldeinkauf zu Schnäppchenpreisen ermöglicht haben: Eine Win-Win-Situation für Chinesen und Spekulanten, gibt es da keine Verlierer? Doch: Neben solchen Anlegern, die ihr Gold überstürzt verkauft haben, vor allem die Minen und deren Aktionäre. Die Kurse der Minenaktien sind mittlerweile allerdings auf ein derart niedriges Niveau gefallen, dass es sich lohnt, sie sogar für umfangreiche Käufe in Erwägung zu ziehen.

Details kann man zum Beispiel auf der deutschen Internetseite goldseiten.de und auf der englischsprachigen kitco.com erforschen. Und wer sich für Indizien zur Goldpreismanipulation interessiert, dürfte vor allem in den Neuauflagen von zwei Büchern viel erfahren: „Das geheime Wissen der Goldanleger“ von Bruno Bandulet und „Geheime Goldpolitik“ von Dimitri Speck.

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