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Gbureks Geld-Geklimper

Währungswirrwarr – und was nun?

Seite 2/2

Das Vertrauen in den Dollar geht verloren

Die Bundesrepublik Deutschland nahm erst seit 1949 an dem schon damals zum Währungswirrwarr ausgearteten System teil. Vor allem die Dollar-Dominanz und die Starrheit der Wechselkurse erwiesen sich als hinderlich. Die Defizite in der amerikanischen Leistungsbilanz stiegen und stiegen. Dadurch ging das internationale Vertrauen in den Dollar allmählich verloren. So kam es, wie es kommen musste: Der Aufwertung der D-Mark im März 1961 folgte die Gründung des Goldpools sieben Monate später.

Dessen primäre Aufgabe bestand darin, den Goldpreis nach unten zu manipulieren, damit das Vertrauen in den Dollar nicht noch weiter schwand. Vergebens, denn 1968 gab der Goldpool auf, de Gaulle zog wie erwähnt Gold aus den USA ab, und in den Jahren danach explodierte der Goldpreis.

Was ist vom Bretton Woods-System übrig geblieben? Substanziell nichts. Aber immerhin das Fazit, dass feste Wechselkurse nicht funktionieren können. Dazu die Erkenntnis, dass Interventionen an den Devisenmärkten nur Verdruss bringen. An ein neues System traut sich bis auf Weiteres niemand mehr heran. Dazu bedarf es wahrscheinlich erst eines Ereignisses, das die ganze Finanzwelt wie schon 2008 erneut erschüttert, halt nur etwas heftiger.

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Währungen taugen nichts

Bekanntlich wird Geld – man könnte auch sagen: eine Währung – allenthalben so definiert: 1. Recheneinheit, 2. Tauschobjekt, 3. Wertaufbewahrungsmittel. Die beiden zuerst genannten Funktionen gelten zwar als unbestritten, aber was sagt das schon? Taugt etwa eine Recheneinheit, deren Wert schwankt, wirklich zur Berechnung des Werts von Waren und Dienstleistungen? Wird ein im Wert schwankendes Tauschobjekt dauerhaft als solches akzeptiert? Wohl eher nicht, wie die verschiedenen Hyperinflationen aus den vergangenen Jahrzehnten immer wieder zeigen. Und was Geld als Wertaufbewahrungsmittel betrifft: Diese Funktion ist längst umstritten. Die vorläufig letzte Bestätigung dazu kam mit dem de facto Enteignungsbeschluss der EZB vom 5. Juni. Weitere werden folgen.

Indes, Menschen sind flexibel. Deshalb pfeifen sie auf den Wert ihrer Währungen und finden schnell Ersatz, zum Beispiel von 2001 bis 2011 in Gold und Silber, seitdem in Aktien und Immobilien, zum Teil auch in Kunstwerken und Antiquitäten. Dumm nur, dass all dieser Geldersatz weder als Recheneinheit noch als Tauschobjekt geeignet ist, vielleicht mal abgesehen von gängigen Goldmünzen wie Krügerrand oder Maple Leaf. Und was unternehmen die Währungshüter der führenden Notenbanken wie Fed in den USA und EZB in Europa, um die drei Geldfunktionen für ihre Währungen wiederzugewinnen? Nichts. Stattdessen starten sie hin und wieder sogar einen Abwertungswettlauf, wie zuletzt die EZB. Keine Frage, dagegen müssen Anleger sich wehren, indem sie in den kommenden Jahren jeweils bei passender Gelegenheit zu möglichst niedrigen Preisen Gold, Aktien und gegebenenfalls - wenn sie damit kein Klumpenrisiko eingehen - auch eine Immobilie zur Eigennutzung kaufen.

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