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Gbureks Geld-Geklimper

Der Staat schröpft Anleger, die Kirchen helfen mit

Manfred Gburek Freier Finanzjournalist

Von der Abgeltungssteuer werden nach dem Staat bald auch die Kirchen profitieren. Demagogen machen sich breit, die freiwillige finanzielle Vorsorge fürs Alter bleibt auf der Strecke.

Was 2014 auf Ihren Geldbeutel zukommt
Bessere Chancen auf GrundsatzurteilKunden oder Anleger, die von Anbietern hinters Licht geführt wurden, können ab dem 1. Januar 2014 leichter von Grundsatzentscheidungen des Bundesgerichtshofs (BGH) profitieren. Bisher konnten Finanzinstitute, Versicherungen und andere Unternehmen in brenzligen Fällen durch die Revisionsrücknahme Massenklagen aus dem Weg gehen. Dadurch erhielten oftmals nur die Einzelkläger beziehungsweise diejenigen, die als erstes geklagt haben, ihr rechtmäßig zustehendes Geld. Alle anderen Geschädigten gingen leer aus. Mit der Neuregelung werden nun auch die Klagen weiterer Geschädigter zugelassen. Infoquelle: Verbraucherzentrale NRW und dpa Quelle: dpa
Neues ProzesskostenhilferechtGeringes Einkommen ist kein Hindernis, seine Recht einzuklagen. Nach dem Prozesskostenhilferecht erhalten Betroffene finanzielle Unterstützung. Wer dies in Anspruch nimmt, muss aber vier Jahre nach Beendigung des Verfahrens von sich aus Auskunft über wesentliche Verbesserung seines Arbeitseinkommens geben. Wird dem nicht nachgekommen, muss ein Strafverfahren befürchtet werden. Quelle: dpa
„Regelmäßige Arbeitsstätte“ wird „erste Tätigkeitsstätte“Arbeitnehmer, die an mehreren Stätten ihres Unternehmens tätig sind, sollten mit ihrem Arbeitgeber rasch klären, welcher Arbeitsort ihr erster Einsatzort ist. Denn ab dem 1. Januar 2014 wird der Bezugspunkt für die Berechnung der Entfernungspauschale wird nicht mehr die „regelmäßige Arbeitsstätte“, sondern die „erste Tätigkeitsstätte“ sein. Wer von seiner Wohnung zu den verschiedenen anderen Einsatzorten fährt, kann künftig jedes Mal die Hin- und Rückfahrt mit 30 Cent pro Kilometer ansetzen, also sehr viel höhere Beträge als bislang, erklärt die Verbraucherzentrale NRW. Quelle: dpa
1000-Euro-Grenze für Zweitwohnung am ArbeitsortDie Regelungen für die arbeitsbedingte Zweitwohnung werden konkreter. Bisher lag die Grenze bei 60 Quadratmetern und der maximal üblichen Ortsmiete. Ab 2014 wird die Betragsgrenze für Miete, Betriebskosten, Stellplatz und Garagenmiete bei 1000 Euro festgesetzt. Darüber hinaus wird die Notwendigkeit der Zweitwohnung geprüft. Die „Arbeitswohnung“ muss näher als die halbe Entfernung der Erstwohnung zum Arbeitsplatz sein. Quelle: dpa
GrunderwerbssteuerIm neuen Jahr müssen Hausbauer in vier Bundesländern tiefer in die Tasche greifen. Die Grunderwerbssteuer steigt in Bremen und Niedersachsen von 4,5 Prozent auf fünf Prozent, in Berlin von fünf auf sechs Prozent und in Schleswig-Holstein von fünf auf 6,5 Prozent. Quelle: dpa
Kranken- und PflegeversicherungDie Beitragsbemessungsgrenzen für die Kranken- und Pflegeversicherung werden 2014 von 3937,50 auf 4050 Euro im Monat angehoben. Ein gesamtes Einkommen von über 4050 Euro bleibt beitragsfrei. Die Versicherungspflichtgrenze steigt von 52.200 auf 53.550 Euro im Jahr. Ab einem Jahreseinkommen über der neuen Grenze entfällt die Versicherungspflicht bei gesetzlichen Krankenkassen. Viele Privatversicherte müssen sich im kommenden Jahr auf höhere Beiträge einstellen. Im Vergleich zu den Vorjahren fielen Beitragserhöhungen zum Jahreswechsel nach Angaben von Verbraucherberatern aber bis auf einige Ausreißer moderater aus. Das liege auch daran, dass viele Versicherer nicht mehr auf Billigtarife setzten, die dann teurer würden. Quelle: dpa
RentenDie monatliche Grenze der allgemeinen Rentenversicherung steigt von 5800 auf 5950 Euro. Die knappschaftliche Rentenversicherung erfährt ebenfalls Änderungen. In den alten Bundesländern beläuft sich die Bemessungsgrenze bei 7300 Euro im Monat und in den neuen Bundesländern bei 6150 Euro im Monat. Die Bezüge der rund 20 Millionen Rentner in Deutschland dürften Mitte 2014 um gut zwei Prozent steigen. Im Osten wird der Aufschlag wohl etwas höher ausfallen als im Westen. Der Durchschnittsrentner kann Schätzungen zufolge im Westen mit einem Plus von etwa 24 Euro rechnen, im Osten gibt es rund 30 Euro mehr. Die genaue Anpassung wird im März bekanntgegeben, dann liegen die Daten der Lohnentwicklung vor. Auf die eigentlich Anfang des neuen Jahres fällige Entlastung müssen die Rentenbeitragszahler jedoch verzichten. Denn die Union und SPD wollen die gesetzliche Senkung des Beitragssatzes ausfallen lassen, um damit die Mütterrente zu finanzieren. Quelle: dpa

Wer über ein Wertpapierdepot oder ein verzinsliches Konto verfügt, wird demnächst steuerlich noch weniger zu lachen haben als bisher. Schuld daran ist die unselige Verbindung von Staat, Kirchen sowie Banken, Sparkassen und sonstigen Kapitalerträge verbuchenden Instituten. Seit Anfang 2009 gilt die Abgeltungsteuer von 25 Prozent plus Soli plus Kirchensteuer.

Wer diese auf Kapitalerträge nicht zahlen wollte, brauchte seinem Institut bisher nur die eigene Religionszugehörigkeit zu verschweigen, und schon entfiel sie als Aufschlag zur Abgeltungssteuer. Bei der Zugehörigkeit zu einer Religion handelt es sich ja schließlich um eine ganz persönliche Angelegenheit.

Doch damit ist wegen Kistam bald Schluss, in Langfassung: Kirchensteuerabzugsmerkmal. Es wird seine Wirkung zwar erst von 2015 an entfalten; aber wer Einkommen aus Zinsen, Dividenden oder Kursgewinnen (Letztere von seit 2009 gekauften Wertpapieren) bezieht, sollte schon einen früheren Termin beachten. Dazu das Zitat aus einer aktuellen Bankmitteilung an Kunden: „Zur Vorbereitung des Kirchensteuerabzugs sind wir gesetzlich verpflichtet, einmal jährlich beim Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) für alle Kunden die Religionszugehörigkeit abzufragen.“ Das soll zum ersten Mal vom 1. September bis 31. Oktober 2014 erfolgen. Aber: „In bestimmten Fällen sind auch Abfragen außerhalb dieses Zeitraums möglich.“

Wie sich die Kirchen in Europa finanzieren

Da rege sich noch jemand über die Schnüffelei durch den amerikanischen Geheimdienst NSA auf.

Demagogische Dummschwätzer

Offenbar ist den Kirchenfürsten spät, aber nicht zu spät eingefallen, dass sie sich jetzt dank kräftiger staatlicher Unterstützung an den seit 2009 aufgelaufenen hohen Kursgewinnen der Aktionäre und Fondsbesitzer beteiligen können, falls die ihre Aktien oder Fonds verkaufen. Und falls nicht? Halb so schlimm, ist aus einschlägigen Kreisen zu hören, dann steht den Kirchen halt später kleckerweise die Beteiligung an Dividenden und sonstigen laufenden Erträgen zu. Das kann auf Dauer, nämlich wenn Aktienkurse und Fondspreise deutlich fallen würden, für die Kirchen sogar lukrativer sein.

Die Abgeltungsteuer wird von interessierter Seite als ungerecht kritisiert – nur dass die Kritiker in erster Linie nicht, wie man meinen könnte, aus der Geldbranche stammen, sondern überwiegend demagogische Dummschwätzer sind. Ihr Argument: Der Steuersatz auf Kapitalerträge sei im Verhältnis zur Steuerprogression auf laufende Erträge aus Lohn oder Gehalt viel zu niedrig. Dass Wertpapiere, verzinste Konten oder Kursgewinne nicht mal eben angeflogen kommen, sondern aus bereits versteuertem Einkommen stammen, lassen die Demagogen einfach außen vor. Ja sie stören sich obendrein sogar an dem äußerst mickrigen Sparerpauschbetrag in Höhe von 801 Euro je Person und Jahr.

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