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Gbureks Geld Geklimper

Die Folgen der Zinswende für Anleger

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Die finanzielle Repression kommt

Nachdem die Inflationsrate wieder unter 2 Prozent gefallen ist, stellt sich natürlich die grundsätzliche Frage, welchen Sinn eine Tagesgeldanlage ergibt, deren Verzinsung nur bei besonders günstigen Banken darüber, aktuell in der Regel aber darunter liegt. Zumal die Abgeltungsteuer in Höhe von 25 Prozent zuzüglich Soli an den Zinsen nagt und der Sparerpauschbetrag von 801 Euro pro Person und Jahr (1602 Euro für Eheleute) ein Tropfen auf den heißen Stein ist. Real landen Anleger also allemal im Minus. Die folgende Antwort liegt nahe: Es gilt, ein noch größeres Minus mit Anleihen zu vermeiden, denn deren Kurse werden mit dem steigenden Zinsniveau fallen. Ansonsten hat Tagesgeld ja nicht die Funktion, Anleger reich zu machen, sondern ihnen einen gewissen finanziellen Spielraum zu gewähren.

Die zehn erfolgreichsten Börsen
Platz 10: Österreich Quelle: dpa
Platz 9: Niederlande
Platz 8: Großbritannien Quelle: dpa
Platz 7: Deutschland
Platz 6: Frankreich Quelle: dpa
Platz 5: USA Quelle: dpa
Platz 4: Schweiz Quelle: AP

Die Abgeltungsteuer, die in der nächsten Legislaturperiode mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit erhöht wird, gehört zusammen mit dem mickrigen Sparerpauschbetrag zu den Vorboten der finanziellen Repression. Darunter versteht man die staatliche Kapitallenkung. Bei solchen Vorboten wird es nicht bleiben. Denkbar sind beispielsweise auch Zwangsanleihen, ein gesetzlich vorgeschriebener Höchstzins, eingeschränkte Bargeldabhebungen und/oder allerlei Kapitalverkehrskontrollen. Aus der zurzeit viel diskutierten Finanztransaktionssteuer dürfte sich über kurz oder lang ebenfalls ein Repressionsinstrument entwickeln.

Positive Signale für Aktien

Nicht unmittelbar, aber mittelbar repressiv werden 2013/14 die EU-Vorschriften zur Unterlegung der Aktiva von Versicherern mit Eigenkapital wirken, bekannt unter dem Stichwort Solvency II und flankiert von ähnlichen Vorschriften für Banken, hier bekannt als Basel III. Um nur ein Beispiel zu nennen: Von Versicherern gehaltene Aktien und Immobilien sollen mit mehr Eigenkapital unterlegt werden als etwa Staatsanleihen. Ein Großteil der Versicherer hat Aktien in einer Art vorauseilendem Gehorsam schon auf eine Größenordnung zurechtgestutzt, die bestenfalls als Restposten zu bezeichnen ist.

Das kann man durchaus als ein positives Zeichen für den deutschen Aktienmarkt werten, denn damit ist dieser zumindest vom Verkaufsdruck der Versicherer weitgehend befreit. Jetzt muss er noch Verkäufe von Seiten einiger Fonds verkraften, wobei der Konzentrationsprozess in der Fondsbranche ausschlaggebend sein dürfte. Für private Aktienkäufer ergeben sich dadurch erhebliche Kaufchancen, vorausgesetzt, sie greifen immer bei zwischenzeitlichen Rückschlägen zu und verteilen ihre Käufe über einige Monate.

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