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Gbureks Geld-Geklimper

Wenn Banken spekulieren, sollten Anleger es auch tun

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Geldpolitik nach dem Motto: Augen zu und durch!

Besonders das Beispiel Italien zeigt, dass es sich hier um ein besonders komplexes Problem handelt. Denn ohne Schutzmaßnahmen wäre es längst zur Finanzkatastrophe gekommen – mit Folgen auch für Deutschland. So weist die Notenbank Banca d'Italia in ihrem Jahresbericht für 2013 aus, dass mit 31 Prozent nahezu ein Drittel der von italienischen Banken vergebenen Unternehmenskredite verspätet bedient wurde. Die notleidenden Kredite in den Bankbilanzen stiegen von 2008 bis 2013 insgesamt um nicht weniger als das Vierfache, die notleidenden Unternehmenskredite sogar fast um das Fünffache.

So kreditwürdig sind die Eurostaaten
Das Centrum für europäische Politik (CEP) hat die Kreditfähigkeit der Euro-Staaten analysiert. Einen besonders intensiven Blick haben die Wissenschaftler auf Belgien, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Portugal und Spanien geworfen. Das Resultat: die Probleme, die zur Euro-Krise geführt haben, bestehen weiterhin - und haben sich sogar auf weitere Länder ausgeweitet. Quelle: dpa
Die Kreditfähigkeit von Spanien nimmt erstmals seit Einführung des Euros zu. Die Ampel für Spaniens Kreditwürdigkeit steht auf grün, das CEP vergibt beim Schuldenindex eine Wertung von 2,3. Ein positiver Wert des CEP-Default-Indexes bei gleichzeitigem gesamtwirtschaftlichen Finanzierungsüberschuss bedeutet: Das Land benötigt in der betrachteten Periode keine Auslandskredite, es steigert daher seine Kreditfähigkeit. Diese positive Entwicklung dürfe jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Land noch weitere Konsolidierungs- und Reformmaßnahmen umsetzen muss, um die in den Krisenjahren drastisch angestiegene Staatsverschuldung und die hohe Arbeitslosigkeit zu reduzieren. Quelle: dpa
Auch für Irland steht die Ampel auf grün. Der ehemalige Krisenstaat hat, wie die kontinuierliche Zunahme der Kreditfähigkeit seit 2010 zeigt, die Krise überwunden. Der Schuldenindex beträgt 6,7, ist also deutlich positiv. Aufgabe muss es nun sein, die Investitionen, die auf fast Null gesunken sind, zu steigern, um die Wirtschaft wieder voran zu treiben. Quelle: dpa
Für Portugal zeigt die Ampel dagegen rotes Licht: Zwar erodiert die portugiesische Kreditfähigkeit noch immer. Der ununterbrochene Anstieg des Schuldenindexes seit 2011 zeigt jedoch, dass Portugal erhebliche Anstrengungen unternommen und Anpassungen bewältigt hat. Derzeit beträgt der Index -2. Unbeschadet dieser positiven Entwicklungen ist es allerdings fraglich, ob Portugal bereits ohne weitere Finanzhilfen auskommen wird, wenn das Anpassungsprogramm Mitte 2014 ausläuft. Quelle: dpa
Auch Italien gehört zu den Ländern mit einer "verfestigten abnehmenden Kreditfähigkeit", wie es beim CEP heißt. Die seit 2009 zu beobachtende Erosion der Kreditfähigkeit von Italien dauere an. Gegenüber 2012 habe sich der Verfall beschleunigt. Es sei fraglich, ob sich dies auf absehbare Zeit ändere. Denn die hierfür notwendigen Reformen und Konsolidierungsmaßnahmen seien von der italienischen Regierung bisher nicht ergriffen worden. Quelle: dpa
Ganz mies ist die Lage in Griechenland: Mit einem Wert von -9,8 hat Griechenland die schlechteste Kreditwürdigkeit aller 31 untersuchten Staaten. Die Kreditfähigkeit des Landes verfällt weiter und zwar deutlich schneller als die aller anderen Euro-Länder. Die Wiedererlangung der griechischen Kreditfähigkeit ist nicht absehbar, die Ampel steht auf dunkelrot. Quelle: dpa
Eine negative Überraschung kam in diesem Jahr aus dem Norden Europas: Belgien und Finnland weisen im ersten Halbjahr 2013 erstmals eine abnehmende Kreditfähigkeit auf. Da beide Länder noch über Auslandsvermögen verfügen, ist die Schuldentragfähigkeit allerdings noch nicht unmittelbar bedroht, die Ampel zeigt gelb-rot. Der CEP-Default-Index liegt im Falle Belgiens bei -0,5, bei Finnland beträgt er -0,1. Ein negativer Wert kann auf zwei Arten entstehen: 1. Die Nettokapitalimporte übersteigen die kapazitätssteigernden Investitionen. Das Land konsumiert über das im Inland erwirtschafteten Einkommen auch einen Teil des Nettokapitalimports. Die Volkswirtschaft verschuldet sich folglich im Ausland, um Konsumausgaben finanzieren zu können. 2. Kapital verlässt das Land, so dass der gesamtwirtschaftliche Finanzierungssaldo positiv ist. Gleichzeitig jedoch schrumpft der Kapitalstock. Das Land verarmt. Quelle: dpa

Wer sich fragt, wie das Ganze enden könnte, braucht nur den italienischen Bankenverband zu fragen und erhält die folgende Antwort: „Entscheidend ist, dass Mario Draghi sein Versprechen aufrecht erhält, alles zu unternehmen, was erforderlich ist.“ Der EZB-Chef hatte vor fast genau zwei Jahren in seiner berühmt gewordenen Rede zur Fortsetzung der extrem lockeren Geldpolitik bekanntlich den Halbsatz formuliert: „whatever it takes“, also Augen zu und durch! Dass Banker diese Aussage jetzt zu ihren Gunsten interpretieren, liegt auf der Hand, und dass die spanischen und sonstigen den italienischen darin folgen werden, ebenfalls.

 

Lieber spekulieren statt auf Renditen zu warten!

Folglich werden die Bankenmonster weiter ihr Unwesen treiben. Wie, hat der frühere EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark vor Monatsfrist in einem Wirtschaftswoche-Interview wie folgt auf den Punkt gebracht: Halten sich Banken mit der Vergabe von Krediten zurück, müssen sie von der EZB erhaltenes Geld nach zwei Jahren zurückgeben. Daraus erwächst die Gefahr, dass sie Zentralbankgeld in Staatsanleihen schwacher Länder zwischenlagern und damit deren Haushalte finanzieren. Wer diese Gefahr ignoriert, braucht nur einen Blick auf die während der vergangenen Monate kräftig gefallenen Renditen von Staatsanleihen der Mittelmeerländer zu werfen.

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So weit die volkswirtschaftliche Sicht. Aus der Perspektive von Anlegern stellt sich die Frage: Wo gibt es noch Renditen, die diesen Namen wirklich verdienen? Klare Antwort: zurzeit nirgends. Was also ist zu tun? Bis auf Weiteres zu einem erheblichen Teil des Vermögens liquide bleiben, im Zweifel mit Tagesgeld, das nur Minizinsen abwirft, die zwar nicht einmal den durch die Geldentwertung bedingten Kaufkraftverlust ausgleichen, aber Flexibilität ermöglichen. Zudem sei vor Staatsanleihen der Mittelmeerländer und sonstiger Wackelkandidaten gewarnt und erst recht vor hochverzinslichen Unternehmensanleihen, die demnächst reihenweise Verluste zu bringen drohen – je höher die Rendite, desto größer die Pleitegefahr. Wie viel Geduld müssen Anleger noch mitbringen, bis sich etwas tut, das den Einstieg hier oder da lohnt? Bei Anlagen, die lukrative Renditen abwerfen sollen (Anleihen, Zinshäuser), sehr viel Geduld, bei Anlagen, die primär oder ganz auf Kursgewinne ausgerichtet sind (Aktien, Edelmetalle), weniger bis gar keine Geduld – hier entstammt das Anlageergebnis in erster Linie dem richtigen Timing. Oder anders formuliert: Vergessen Sie bis auf Weiteres Renditen; spekulieren Sie lieber, die Banken machen es Ihnen ja vor.

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