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Gbureks Geld-Geklimper

Der Wirtschaftskrieg eskaliert

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Heißes Eisen IWF

Direktorin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde Quelle: dapd

Als wenn die Finanz-, Edelmetall- und Rohstoffmärkte nicht schon genug durchgeschüttelt würden, ist jetzt auch noch ein offener Streit über die Finanzierung des Internationalen Währungsfonds (IWF) entbrannt. Hierbei geht es aus deutscher Sicht zunächst um die Frage, unter welchen Bedingungen der IWF mithilfe der Bundesbank, der Bundesregierung und gegebenenfalls des Bundestags – kurzum, mit deutschem Geld – Euro- und andere Länder finanziell unterstützen darf, obwohl dies im Endeffekt als Vermischung von Geld- und Fiskalpolitik im Euro-Raum gelten könnte. Der Streit rührt unter anderem daher, dass Deutschland andere Länder in die IWF-Finanzierung einbinden will, so auch die USA. Doch die Amerikaner sind in erster Linie daran interessiert, größter IWF-Anteilseigner mit Sperrminorität zu bleiben. Die Finanzierung sollen gefälligst andere besorgen, denn schließlich steht im nächsten Jahr die Präsidentschaftswahl an, und da will man sich nicht nachsagen lassen, unpatriotisch Geld für andere Länder, geschweige denn die im alten Europa ausgegeben zu haben.
Dass Anleger in so einem Klima nicht gerade vor Begeisterung Aktien und Edelmetalle kaufen, ist verständlich, und dass viele prozyklisch agierende Hedgefonds eher auf der Verkäuferseite zu finden sind, ebenfalls. Eines lässt sich indes schon beobachten: Börsianer gehen jetzt selektiv vor, indem sie fundamental gut abgesicherte Aktien wie beispielsweise BASF, Nestlé oder IBM bei jeder zwischenzeitlichen Schwäche aufstocken. Das ist ein gutes Zeichen und spricht dafür, die Aktienmärkte weiter intensiv zu beobachten.

Die Aussichten für Gold und Silber

Was wird aus Gold und Silber? Schwacher Trost für enttäuschte Anleger: In Euro sind die vorübergehenden Verluste nicht ganz so hoch wie in Dollar, und auch da ist einiges zu relativieren. Bleiben wir beim international üblichen Goldpreis in Dollar, so fällt verglichen mit dem Absturz um rund 25 Prozent im Jahr 2008 zweierlei auf: 1. Dieses Mal sind wir erst knapp 19 Prozent vom Gipfel im August 2011 entfernt, wenn man das damalige Hoch (1910 Dollar) und den tiefsten Preis vom Mittwoch (1552 Dollar) zugrunde legt. 2. Anders als 2008 sind die Kurse der Edelmetallaktien nicht dramatisch eingebrochen, sondern haben sich im Vergleich zu den Unzenpreisen beachtlich geschlagen.
Ob das Gerangel um den Euro und die internationale Schuldenkrise die Edelmetallpreise positiv oder negativ beeinflusst, hängt im Wesentlichen davon ab, ob es zu einer großen Liquiditätskrise kommt. Doch die ist höchst unwahrscheinlich, weil die Geldpolitik in den wichtigsten Ländern sehr expansiv bleibt, sodass die Abgabebereitschaft der Edelmetallanleger – wie auch die der Aktionäre - sich in engen Grenzen halten wird. Im Übrigen steigt die Goldnachfrage aus China zur Schmuckverarbeitung ungeachtet des europäisch-amerikanischen Wirtschaftskriegs immer weiter; sie ist inzwischen sogar höher als die bisher dominierende Nachfrage aus Indien. Und solange die führenden Notenbanken den Zins weiter nahe Null halten, während die Inflationsraten um zwei Prozentpunkte und mehr darüber liegen, solange also die Realzinsen negativ sind, wird Gold seiner Rolle als sicherer Hafen gerecht, und der Silberpreis dürfte sich zumindest im Trend ähnlich entwickeln. An eines sollten sich Anleger allerdings gewöhnen: Die Preise von Gold und Silber werden in Zukunft stärker schwanken als während ihres Aufwärtstrends von 2009 bis August 2011.

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