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Gbureks Geld-Geklimper

Währungsexperimente gehen weiter

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Keine Staatsanleihen kaufen

Eine in diesem Zusammenhang besonders interessante Frage ist: Finden die Staatsanleihen der Euro-Länder in Bezug auf ihre Renditen wieder zu einem Gleichgewicht zurück, wie es bis 2007 vorgeherrscht hat? Klare Antwort: nein. Denn das damalige Gleichgewicht fand bei Minirenditen statt. Die gelten heute nur noch für Deutschland, Luxemburg, Finnland und mit Abstrichen für die Niederlande. Dagegen geht die Renditeschere sehr weit auseinander, wenn man sie mit den Sätzen vergleicht, die von Spanien und den anderen Mittelmeer-Anrainern einschließlich Portugal und Irland zu zahlen sind.

Nationalisten schwimmen auf der Euro-Welle
„Die EU ist ein impotentes Imperium, das Frankreich ausgeplündert hat.“Frankreich steht vor ungemütlichen Wochen. Der rechtspopulistische Front Nation von Parteichefin Marine Le Pen ist Umfragen zufolge die derzeit populärste Partei in Frankreich. Nach Siegen bei Regionalwahlen hoffen die Euro- und Europa-Kritiker nun, auch bei der Europawahl im kommenden Jahr punkten zu können. Aggressiver als alle anderen Politiker hat Le Pen die Ängste vor der Globalisierung und vor den Folgen der Krise verdichtet: An allem sei die EU und die Banken schuld, in deren Auftrag die europäischen Funktionäre handelten. Le Pen will Europa zerschlagen, damit Frankreich wieder Herr im eigenen Hause ist. Quelle: REUTERS
"Ich beuge mich nicht dem Diktat unnützer Forderungen aus Brüssel"Die Regierungskoalition in den Niederlanden ist Ende April 2012 zerbrochen, weil sich Geert Wilders - der die europafreundliche Minderheitsregierung von Mark Rutte duldete - nicht länger dem "Spardiktat" und "unnützen Forderungen" aus Brüssel beugen wollte. Wilders Partei verlor daraufhin bei den Parlamentswahlen deutlich an Stimmen. Nun hofft Wilders bei den Europawahlen 2014 punkten zu können. Quelle: REUTERS
„Wir sagen Nein zu allem. Wir sind für den Umsturz“Schuldendesaster und Rezession bewegen immer wieder griechische Politiker zu scharfen Tönen gegenüber der Europäischen Union. Die Regierung von Antonis Samaras ist derzeit zwar stabil, doch keiner weiß, ob bei einer Zuspitzung der Krise die radikalen Kräfte ein Comeback feiern können. Offen europafeindlich geben sich die stalinistischen griechischen Kommunisten (KKE). „Wir sagen Nein zu allem. Wir sind für den Umsturz“, sagte KKE-Generalsekretärin Aleka Papariga (Foto). Quelle: Handelsblatt Online
„Wir sollten erwägen, mit möglichst geringem Schaden die Euro-Zone zu verlassen“Nur knapp bei den letzten Wahlen musste sich Kabarettist Beppe Grillo geschlagen geben. Aufgegeben hat er längst nicht. Er macht lautstarke Opposition. Gegen die Regierung und gegen die Europäische Union. Quelle: AP
"Deutschland und Frankreich zwingen der EU ihre rigorose Sparpolitik auf"Die Schuldenkrise und der Sparkurs waren die Hauptgründe dafür, dass die Spanien im November 2011 die sozialistische Regierung abwählten und der konservativen Partido Popular das beste Ergebnis ihrer Geschichte bescherten. Doch ihr Stimmenanteil ist in Umfragen von 45 Prozent auf inzwischen rund 38 Prozent geschrumpft. Premier Mariano Rajoy (im Bild) bekommt den Unmut der Wähler zu spüren. Vor allem die Arbeitsmarktreform mit der Lockerung des Kündigungsschutzes oder die jüngsten Einsparungen im Gesundheits- und Bildungssystem lassen seine Zustimmungswerte sinken. Quelle: REUTERS


Renditen von Staatsanleihen sind untrügliche Indikatoren für das Wohlergehen einer Volkswirtschaft. Demnach müsste es Deutschland besonders gut gehen – theoretisch, wenn da nur nicht die kränkelnden Euro-Länder wären, denen Deutschland helfen wird. Es mag unter diesen Umständen spekulativ reizvoll sein, im Hinblick auf ihre hohen Renditen spanische, italienische oder sonstige hoch rentierlichen Staatsanleihen zu kaufen. Doch das würde voraussetzen, dass deren Zinsen nebst Tilgung bis zum Ende der Laufzeit bedient werden, notfalls mit deutscher Hilfe – nicht gerade eine Sicherheitsgarantie.

Gut, aber nichts für schwache Nerven

Als der Euro etabliert wurde, war viel von Konvergenz die Rede. Unter den hier geschilderten Umständen noch heute davon zu sprechen oder zu träumen, verbietet sich von selbst. Oder wie eingangs erwähnt: Neue Währungsexperimente werden kommen und den Euro in seiner jetzigen Ausprägung ablösen. Die Unruhe wird dann anfangs groß sein, sich aber bald wieder legen.

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Für Anleger bleibt das hier schon mehrfach genannte Fazit: Einen weiten Bogen um Staatsanleihen machen und das Geld stattdessen lieber auf die selbst genutzte Immobilie, auf eine Auswahl an Aktien und Gold einschließlich Silber verteilen. Auch die zuletzt in Mode gekommenen Unternehmensanleihen können einen Einsatz wert sein, vorausgesetzt, sie verfügen über ein gutes Rating und haben einen genügend breiten Markt, der allerdings in der Regel von Banken und nicht von privaten Anlegern dominiert wird. Die zuletzt wieder stärkeren Schwankungen der Aktienkurse und Edelmetallpreise sind zugegebenermaßen nichts für schwache Nerven – aber immer noch erträglicher als die Schwindsucht der meisten Staatsanleihen.

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