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Gbureks Geld-Geklimper

Sichere Geldanlage einmal ganz anders

Manfred Gburek Freier Finanzjournalist

Falsch verstandene Sicherheit führt zu Anlagefehlern, richtig verstandene ist eine zeitraubende individuelle Angelegenheit. Fünf Erkenntnisse, warum sich der Aufwand trotzdem lohnt.

Investoren warnen vor Börsencrashs
Der Wirtschaftsnobelpreisträger Robert Shiller warnte davor, dass die stark steigenden Preise an Aktien- und Immobilienmärkten zu gefährlichen Finanzblasen führen könnten. „Ich rufe noch nicht Alarm. Aber in vielen Ländern liegen die Kurse an der Aktienbörse auf einem hohen Niveau, und auch an manchen Immobilienmärkten sind die Preise stark angestiegen“, sagt der US-Ökonom dem „Spiegel“. Diese Entwicklung könne böse enden. "Der Boom am Aktienmarkt in den USA macht mir die meisten Sorgen", so Shiller. "Auch weil unsere Wirtschaft noch immer schwach und anfällig ist." Für ihn sind Preisblasen eine "gesellschaftliche Geisteskrankheit". Seine "Sorge" sei viel mehr, jenes von ihm entwickelte Maß des zyklisch bereinigten Kurs-Gewinn-Verhältnis. Aktien seien aber derzeit noch nicht übertrieben teuer. Er selbst habe sein Geld in Aktien angelegt, "die ich noch für niedrig bewertet halte". Dazu zählten laut Shiller Werte "etwa aus dem Energie- und Gesundheitssektor. Ich setze aber auch auf weltweite Aktienindizes", sagte er. Aus Branchen wie dem Finanz- und Technologiesektor habe er sich bereits zurückgezogen. Quelle: REUTERS
Der amerikanische Großinvestor Warren Buffett macht sich keinerlei Sorgen um den Aktienmarkt. Er erklärte: Aktien seien nicht überkauft, sondern befänden sich einer "Zone der Angemessenheit". Aktien würden nicht auf Blasen-Niveau notieren. "Man muss sein Vermögen in irgendetwas investieren und ich denke, dass gute Unternehmen, in die man sein Geld für lange Zeiträume steckt, mit Sicherheit gute Ergebnisse liefern werden." Quelle: dapd
Analysten der Deutschen Bank erwarten einen Absturz des deutschen Aktienmarkts. Dies berichtet das " Wall Street Journal". Die Prognose: Zum Jahresende werden der Dax nur noch bei 8400 Punkten liegen. Der Pessimismus rührt von den relativ schwachen Zahlen für das dritte Quartal her, die viele Unternehmen in den letzten Wochen vorgelegt haben. Eine Aufwärtsbewegung soll es demnach erst im kommenden Jahr wieder geben. "Ende 2014 dürfte der Dax mit der Erholung der Weltwirtschaft [...] zulegen und auf 9700 Punkte steigen", lautet die Prognose der Deutsche-Bank-Analysten. Quelle: REUTERS
Finanzinvestoren sollten sich nach Einschätzung der europäischen Branchengröße Permira nicht von den günstigen Kreditkonditionen blenden lassen. "Nur weil man derzeit viel Geld leihen kann, ist es nicht unbedingt eine gute Idee, dies auch zu tun", sagte Co-Chef Kurt Björklund. Das günstige Marktumfeld verlange ein großes Maß an Disziplin, um nicht die Bodenhaftung zu verlieren. Permira ist eine der größten europäischen Beteiligungsgesellschaften, die Konzerne wie Hugo Boss und ProSieben Sat1 in ihrem Portfolio hat. Quelle: dpa
Der umtriebige US-Investor Carl Icahn hat nach eigenen Angaben momentan besonders leichtes Spiel. "Meiner Meinung nach gab es noch nie eine bessere Zeit für aktivistische Investoren", sagte der Profi-Anleger. Wegen der anhaltend niedrigen Zinsen seien Übernahmen derzeit günstiger und leichter umsetzbar als sonst. Allerdings hat der Großinvestor auch Bedenken vor einem zu großen Engagement an den Börsen geäußert. Er sei derzeit bei Aktien sehr vorsichtig, sagte Icahn auf einer Reuters-Veranstaltung. Schließlich könnten die Kurse tief fallen, weil die Gewinne vieler Unternehmen mehr durch die niedrigen Kreditzinsen befeuert würden als durch die Strategie des Managements. Diese Einschätzung des 77-jährigen Milliardärs, der mit seinen Investitionen oft saftige Gewinne einfährt, sorgte an der New Yorker Börse für Aufsehen. Der S&P 500, der vor Icahns Rede praktisch unverändert notiert hatte, gab 0,4 Prozent nach. Der für sein aggressives Auftreten gegenüber dem Management seiner Beteiligungen bekannte Icahn signalisierte zudem, dass er seinen Kampf bei Apple nicht aufgeben wolle. Der Investor fordert, dass der US-Konzern sein Aktienrückkaufprogramm auf 150 Milliarden Dollar ausbaut. Apple will dem bisher nicht nachkommen. Quelle: REUTERS
Auch der US-Investor Jim Rogers hatte vor Kurzem vor Kurseinbrüchen um bis zu 50 Prozent gewarnt. Für ihn sei die aktuelle Bewertung von US-Aktien nicht zu rechtfertigen. Die wirtschaftliche Situation er USA gebe einen solchen Jubel nicht her, auch wenn der Shutdown abgewendet worden sei. "Es ist total künstlich, was wir sehen", sagt er gegenüber dem Deutschen Anleger Fernsehen. "Wenn der Markt das nächste Mal einbricht, dann geht es bis zu 50 Prozent nach unten." Quelle: AP
Mitte September hatte auch die EZB zur Vorsicht gemahnt. In einem Interview mit der "Bild" sagte EZB-Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen auf die Frage, ob eine neue Blase oder ein neuer Crash drohten: "Leider haben viele Investoren ein kurzes Gedächtnis. Wir müssen immer damit rechnen, dass es zu Instabilitäten kommt." Quelle: dpa

Wundern Sie sich nicht, wenn Sie es in allernächster Zeit mit scheinbar widersprüchlichen Börsenkommentaren zu tun bekommen. Die Entwicklung der Aktien- und Devisenkurse, der Immobilien- und Edelmetallpreise reizt ja regelrecht zu Gedankenspielen, die genug Anlass zu entsprechenden Kommentaren geben. Und die schlagen sich umso stärker in den Medien nieder, je extremer sie sind. Das gilt für die Warnung der Bundesbank vor hohen Immobilienpreisen in deutschen Metropolen und erst recht für den von US-Börsenkommentatoren angestellten Vergleich der historischen Kursentwicklung an der amerikanischen Börse von 1926 bis 1931 (erst Boom, dann Crash) mit den bisherigen und potenziellen Kursen von 2011 bis 2016.

Manche Auguren erwarten sogar den Niedergang der ganzen Weltwirtschaft, weil Chinas Schattenbanken angeblich zu kollabieren drohen. Sie sollten ihr Augenmerk indes lieber darauf richten, dass China neben dem Kauf beachtlicher Mengen an Gold (inzwischen weltweit Nummer eins unter den Gold importierenden Ländern) den Verkauf von US-Staatsanleihen forciert hat. Erste Erkenntnis aus all dem: Von Fall zu Fall mag eine extreme Meinung als Spruch eines advocatus diaboli zur Überprüfung eigener Gedanken taugen, mehr aber nicht.

Mannigfache Auslöser für eine Kurskorrektur

Ziehen wir dazu nur das Beispiel mit dem Vergleich der Kursentwicklungen an der US-Börse heran. Es stammt von Tom McClellan, Herausgeber eines amerikanischen Börsendienstes, den sein Papa Sherman McClellan gegründet hatte. Die Veröffentlichung datiert vom 27. November 2013. Robert Rethfeld, selbst Börsendienst-Herausgeber, griff das Beispiel an diesem Mittwoch auf und setzte alternative Vergleiche dagegen, etwa die Kurse an der US-Börse von 1931 bis 1941 verglichen mit den bisherigen und in Zukunft möglichen Kursen zwischen 2008 und 2018. Oder der Vergleich der Kurse ab 2003 und ab 2009.

Rethfelds Fazit: Der Durchmarsch des US-Börsenbarometers Dow Jones, ohne dass es zu einer Korrektur von mindestens 10 Prozent nach unten komme, sei „von keinem Muster gedeckt“. Erkenntnis daraus: Es kann nicht schaden, wenn auch Sie verschiedene aktuelle über historische Charts legen, um Parallelen zu entdecken. Nur sollten Sie ergänzend dazu unbedingt so manches Buch zur Wirtschaftsgeschichte lesen, um auch fundamentale Parallelen ausfindig zu machen. Im Übrigen kann der Auslöser für eine Kurskorrektur von mindestens 10 Prozent gerade im Zuge der aktuellen politischen Entwicklung in der Ukraine, in Syrien, Ägypten, Mali, Afghanistan, Brasilien, Thailand und anderen Krisenländern zu suchen sein.

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