Gbureks Geld-Geklimper

Sichere und unsichere Häfen für Anleger

Manfred Gburek Freier Finanzjournalist

Immer stärkere Kursschwankungen sind nur noch eine Frage der Zeit. Edelmetalle und Aktien werden davon erst betroffen, danach begünstigt sein.

Wie viel Dividende Deutschlands Großaktionäre kassieren
Herz Quelle: dpa/picture-alliance
Celesio-Gebäude Quelle: dapd
Peter-Alexander Wacker Quelle: dpa/picture-alliance
August Baron von Finck und seine Frau Francine Quelle: dpa/picture-alliance
Metro-Fahnen Quelle: dapd
Günter Fielmann Quelle: dpa
Dietmar Hopp Quelle: dpa/picture-alliance

Niedrige Zinsen sind eigentlich etwas Gutes, sollte man meinen: Staaten verschulden sich zu günstigen Konditionen und ersparen ihren Bürgern und Unternehmen dadurch so manche Steuererhöhung, Unternehmen können Investitionen günstig finanzieren, es wird wieder mehr gebaut, und Anleger liebäugeln mit Aktien, deren Dividendenrenditen anders als in früheren Zeiten über den spärlichen Renditen der Bundesanleihen und den noch spärlicheren Tages- oder Festgeldzinsen liegen. So weit die Theorie.

Die Praxis sieht anders aus: Staaten machen bei anhaltend hohen oder sogar steigenden Steuern Schulden wie noch nie. Staaten aus dem Euroraum haben dafür sogar die Erlaubnis der EZB, die klar gemacht hat, dass sie keinen Staat – und keine Großbank – pleite gehen lassen wird. Unternehmen werden durch die extrem niedrigen Zinsen zu immer risikoreicheren Investitionen verleitet; die mit Krediten gehebelten Fusionen und Übernahmen erhöhen die Risiken zusätzlich.

Spuren der Verwüstung

Dass mehr gebaut wird, ist die positive Seite des aktuellen Immobilienbooms. Doch leider gibt es auch eine gravierende negative: Anleger investieren allzu unvorsichtig in das, was sie für Betongold halten. Schlimmstenfalls vertrauen sie ihr Geld sogar dubiosen Fonds an, deren Initiatoren und Emittenten, wie zuletzt die Firmen S&K und United Investors, unter Betrugsverdacht stehen.

Was schließlich die Dividendenrenditen von Aktien betrifft, enthalten sie anders als in früheren Zeiten einen Risikoaufschlag im Vergleich zu den Renditen von Bundesanleihen. Denn abgesehen davon, dass Dividendenrenditen mit den Kursen schwanken, können Dividenden ja auch von heute auf morgen gestrichen werden, wie die Lufthansa gerade bewiesen hat. Bleibt noch die vermeintliche Alternativlosigkeit von Aktien, doch das ist dummes Zeug.

Die zehn wichtigsten Aktien-Regeln

Alles in allem ziehen die niedrigen Zinsen so manche Spur der Verwüstung hinter sich her. Zurzeit ist sogar Gold – und in dessen Gefolge Silber – nicht vor ihnen sicher, wie die jüngste Abwärtsentwicklung der Edelmetallpreise zeigt. Das erscheint erst einmal paradox, gilt Gold doch allenthalben als sicherer Hafen und als Versicherung gegen alle möglichen Finanzkatastrophen.

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