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Gbureks Geld-Geklimper

Traut keiner Notenbank!

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Traut keiner Notenbank

Warum Draghi die Inflationsrate von zwei Prozent minus x wirklich anpeilt – und nicht nur um des schönen Scheins der Arithmetik willen -, ist müßig zu fragen. Wahrscheinlich orientiert er sich an der Peilmarke von genau zwei Prozent, wie die US-Notenbank Fed sie im Visier hat. Das passt zu einer Beobachtung aus den vergangenen Jahren: Wortwahl, Instrumente und Methoden von EZB und Fed gleichen sich immer mehr an.

"EZB hat völliges Neuland betreten"
"Eher symbolische Maßnahmen""Für sich betrachtet sind die Zinssenkungen und der negative Einlagezins eher symbolische Maßnahmen: Sie werden weder die Kreditvergabe in den Krisenländern maßgeblich verbessern noch das Deflationsrisiko deutlich mindern", kommentierte DIW-Chef Marcel Fratzscher die EZB-Entscheidung. "Ich interpretiere sie aber als Startsignal und Anfang einer neuen EZB-Strategie einer stärkeren geldpolitischen Expansion. Als erste Schritte in einer Reihe von weiteren Maßnahmen in den kommenden Monaten sind sie bedeutungsvoll. Die EZB-Maßnahmen bergen große Risiken: Sie könnten die Blasenbildung und das riskante Verhalten von Banken noch verstärken. Allerdings wäre es noch riskanter und eine deutlich schlechtere Option, wenn die EZB nichts täte." Quelle: dpa
"Genau das falsche Rezept""Der Schritt der EZB markiert eine neue Eskalationsstufe. Damit wird das Niedrigzinsniveau weiter verfestigt, zulasten der Vorsorgesparer in Deutschland. Ihre Sparanstrengungen werden durch die EZB untergraben", kritisiert Alexander Erdland, Präsident des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). "Deshalb sind wir in Sorge. Ökonomisch ist die Maßnahme genau das falsche Rezept. Denn die niedrigen Zinsen lösen kaum noch Wachstumsimpulse aus. Viel wichtiger wäre die Fortsetzung der Strukturreformen zur Wiedergewinnung der Wettbewerbsfähigkeit. Die Politik des billigen Geldes wird zum Irrweg." Quelle: AP
"Zinspulver fast verschossen""Geldgeneral Draghi hat sein Zinspulver nun (fast) verschossen. Aktionäre und Immobilienbesitzer dürfen jubeln, Kontensparer und Versicherungssparer dürfen kapitulieren", sagt Ingo Theismann von der Vermögensverwaltung Consulting Team. "Erstmals müssen Banken Strafzinsen für ihre Einlagen zahlen, damit sollen über höhere Kreditvergaben Konjunktur und Inflation herbeigezaubert werden. Doch was sagte dazu bereits Ex-Bundeswirtschaftsminister Karl Schiller vor 47 Jahren: 'Man kann die Pferde zur Tränke führen, saufen müssen sie selber.' Wir können nur hoffen, dass diese riskante Wette der EZB auch aufgeht."
"Erhebliche Risiken""Ich sehe erhebliche Risiken durch die Niedrigzinspolitik und die vergleichsweise üppige Geldversorgung durch die EZB", sorgt sich Michael Fuchs, stellvertretender Fraktionschef der Unionsparteien im Bundestag. "Der Druck der Märkte auf Reformen und Einsparungen gerade in den EU-Krisenländern schwindet. Darüber hinaus gefährden Niedrigzinsen in der gesamten EU die Bereitschaft zum Sparen und zur Altersvorsorge in der Bevölkerung." Quelle: dapd
„Der Handlungsspielraum der EZB ist mehr homöopathisch“Der Wirtschaftsweise Peter Bofinger hält die Wirkung weiterer Zinssenkungen der Europäischen Zentralbank (EZB) für sehr begrenzt. „Der Handlungsspielraum der EZB ist mehr homöopathisch“, sagte das Mitglied des Sachverständigenrates der Bundesregierung dem Südwestrundfunk. Ein Leitzins, der noch näher bei null liege, und ein Strafzins für Geschäftsbanken, die überschüssiges Geld bei der EZB parken wollten, stellten als Konjunkturimpulse keine schweren „Geschütze“ dar. Um die Wirtschaft im Euroraum zu beleben, sollten die Politiker darüber nachdenken, wie man die Investitionsanreize stärken kann, sagte Bofinger: „Dass also mehr Kreditmittel auf den Märkten von Investoren aufgenommen werden, und dann steigen auch die Zinsen wieder.“ Eine Hauptkritik aus Deutschland an der Politik des billigen Geldes ist, dass das niedrige Zinsniveau die Sparer belaste. Quelle: dapd
"Völliges Neuland""Die EZB hat völliges Neuland betreten, in ihrer Mission, die Wirtschaft in der Euro-Zone zu unterstützen", konstatiert Carsten Brzeski, Chefvolkswirt der ING Diba. "Wird das die Wirtschaft anschieben? Wahrscheinlich nicht, aber es zeigt zumindest die Entschlossenheit der EZB und ihre Handlungsmöglichkeiten." Quelle: PR
"Ein ganz gefährlicher Weg, den die EZB da einschlägt."Sparkassen-Präsident Georg Fahrenschon (im Bild links neben dem Co-Chef der Deutschen Bank Jürgen Fitschen) wettert gegen die EZB-Ankündigungen, die Geldschleusen weiter zu öffnen. „Statt der erhofften Impulse für die Wirtschaft in den Krisenländern werden durch die erneute Zinssenkung die Sparer in ganz Europa weiter verunsichert und Vermögenswerte zerstört“, sagte der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), Georg Fahrenschon. Die Maßnahmen machten die Finanzmärkte auch nicht stabiler - „im Gegenteil, das überreichliche Geld quillt schon jetzt aus allen Ritzen und sucht sich immer riskantere Anlagemöglichkeiten“. Schon am Morgen vor der EZB-Entscheidung äußerte Fahrenschon im ARD-Morgenmagazin seine Sorgen darüber aus, dass viele Menschen, die mit Versicherungen für ihr Alter vorgesorgt hätten, jetzt ungefragt zur Kasse gebeten würden: „Das ist ein ganz gefährlicher Weg, den die EZB da einschlägt.“ Allein in Deutschland würden Sparer, die fürs Alter vorsorgen, 15 Milliarden Euro verlieren: „Das sind vom Baby bis zum Großvater 200 Euro pro Kopf. Und das ungefragt. Und das Geld fehlt. Es ist weg.“ Quelle: dpa

Kampf dem Anlageschrott!

Wie lässt sich Inflation, außer generell durch expansive Geldpolitik, speziell sonst noch erzeugen? Aus aktueller Sicht auf mehrfache Weise, Nebenwirkungen und Gegenbewegungen inbegriffen.

Über die Eintrittswahrscheinlichkeit der dafür zur Verfügung stehenden folgenden Maßnahmen kann man streiten: negative Zinsen, Zwangsanleihen, Misstrauen in den Euro schüren, die hedonistische Inflationsberechnung aufgeben, für Inflationsmentalität sorgen, den Deflationsteufel an die Wand malen, die Globalisierung der Wirtschaft zurückführen, Sanktionen, Devisenbewirtschaftung, Zölle, drastische Erhöhung der Umsatzsteuer, Schuldenwirtschaft, Krieg.

Notenbanken können nur einen Teil zu all dem beitragen, darüber hinaus sind vor allem Regierungen gefragt. Eine Kernfrage lautet: Wie lässt sich Inflationsmentalität in breiten Bevölkerungskreisen erzeugen?

Die Abkehr von der hedonistischen Methode wäre die nächstliegende Lösung: Dann fließen in den Verbraucherpreisindex statt abgespeckter nur noch tatsächliche Preise für Autos, Computer, Smartphones ein.

Darüber hinaus wäre ein Rückgriff auf Erfahrungen aus den vergangenen Jahrzehnten hilfreich. Zum Beispiel war der Steuerspartrieb der Deutschen in der ersten Hälfte der Neunzigerjahre derart ausgeprägt, dass sie dank Fördergebietsgesetz wegen hoher Sonderabschreibungen zu Phantasiepreisen massenweise Schrottimmobilien in den neuen Bundesländern kauften. Nicht einmal ein halbes Jahrzehnt später trieb die schiere Gier Anleger in Schrottaktien am Neuen Markt.

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Zugegeben, Inflationsmentalität zu erzeugen, ist als internationale Aufgabe viel schwieriger als die Gier nach nationalem Anlageschrott zu wecken. Dennoch wird den Notenbanken im Bündnis mit den Regierungen nichts anderes übrig bleiben, zumal sie sich längst öffentlich dafür entschieden haben.

Anleger können daraus nur den Schluss ziehen: Traut keiner Notenbank und damit keiner Währung, keiner Regierung und damit keinem Gesetz (wie die eigentlich illegale Freigabe deutscher Waffenexporte in Krisengebiete gerade belegt), und hortet lieber Sachwerte.

Von denen sind wieder einmal die aktuell unterbewerteten Edelmetalle an der Reihe, besonders Gold. Es hat sich längst als Indikator der Inflationsmentalität bewährt. Das hat schon Alan Greenspan, ehemals Chef der Fed, während seiner besten Jahre festgestellt und in die Geldpolitik umgesetzt.

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