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Gbureks Geld-Geklimper

Warum der Anstieg beim Goldpreis nicht vorbei ist

Manfred Gburek Freier Finanzjournalist

Der Goldpreis war zuletzt nach längerer Zeit mal wieder auf dem Weg nach oben. Ausrutscher oder Hoffnungsschimmer? Die Antwort ergibt sich aus maroden Staatsfinanzen und verzweifelten Zentralbanken.

Gold Quelle: dpa

In der vergangenen Woche nahmen die negativen Schlagzeilen zum Gold sprunghaft zu. Den Höhepunkt bildete zweifellos die Schlagzeile „Gold ist mausetot“ am Donnerstag. Wie sich schon einen Tag später herausstellte, ein Kontra-Indikator. Denn der Goldpreis schoss am Freitag in die Höhe. Eintagsfliege oder Beginn einer Aufwärtsbewegung nach über drei Jahren mit sukzessivem Preisverfall?

Wer eine vernünftige Antwort suchte, bekam sie just an jenem Freitag und am Samstag bei der zehnten Internationalen Edelmetall- & Rohstoffmesse in München, wo die meisten Referenten angenehm analytisch-sachlich blieben.

Wie Anleger die Geldanlage Gold beurteilen

Ausgangspunkt ist die vertrackte weltweite Verschuldung: Staats- und Privatschulden summieren sich mittlerweile auf 230 Billionen Dollar. Das ist mehr als das Dreifache der weltweiten Wirtschaftsleistung. Dieses Missverhältnis lässt sich nur noch mithilfe einer Radikalkur aus der Welt schaffen. Aber wie?

Sparen kommt nicht infrage, weil dafür die Zinsen zu niedrig sind. Wie wäre es mit einem Schuldenschnitt? Eine schlechte Idee, weil dann zum Beispiel ein Großteil der weltweit zirkulierenden Anleihen schlagartig an Wert verlieren würde; die weiteren Konsequenzen wären katastrophal – bis zur Depression. 

Politiker-Rezept: Weg mit der schwarzen Null!

Ist Wirtschaftswachstum ein Patentrezept? Politiker verwenden diesen Begriff jedenfalls auffallend oft. Und tatsächlich sickert zunehmend durch: Weg mit der schwarzen Null! Um das Wachstum zu befördern, werden Finanzminister weltweit bald Konjunkturspritzen verabreichen – und damit die Staatsverschuldung noch weiter in die Höhe treiben.

Die Zentralbanken werden den Politikern mit niedrigen Zinsen und allerlei Anleihen-Aufkaufprogrammen assistieren. Alle zusammen werden auf das Wachstum der USA verweisen, wo es angeblich gelungen ist, die Konjunktur zum Laufen zu bringen. Sagen wir lieber: zum Traben und mit der einen oder anderen Pause zwischendurch.

Diese Substanzen sind teurer als Gold
Platz 10: MethamphetaminKosten: 95 Euro pro Gramm Hoher Grammpreis, aber billig im Vergleich zu anderen Drogen: Unter dem Modenamen Crystal Meth gilt Methamphetamin heutzutage als am schnellsten zerstörende Droge überhaupt. Der Gebrauch führt unter anderem zu Karies und Zahnausfall. Quelle: dpa
Platz 9: KokainKosten: 470 Euro pro Gramm Kokain gilt als die Partydroge in besseren Kreisen. Besser Finger weg: Kokain hat ein hohes Abhängigkeitspotenzial. Quelle: dpa
Platz 8: LSDKosten: 2.300 Euro pro Gramm Lysergsäurediethylamid, kurz LSD genannt, ist in Deutschland ein nichtverkehrsfähiges Betäubungsmittel. Der unerlaubte Gebrauch ist strafbar. In zahlreichen anderen Ländern, wie den USA, ist die Droge verboten. Quelle: dapd
Platz 7: PlutoniumKosten: 3.150 US-Dollar pro Gramm Die Atombombe, die 1945 auf Nagasaki fiel, trug Plutonium als Spaltmaterial in sich. Außer militärischen Zwecken dient Plutonium auch der Energiegewinnung. Es entsteht aus dem Uran der Brennelemente in Atomkraftwerken.   Quelle: REUTERS
Platz 6: TaaffeitKosten: 2.000 bis 15.750 Euro pro Gramm Der irische Forscher Richrd Taaffe entdeckt den Edelstein bei einem Schmuckkauf 1945. Wegen seiner hohen Seltenheit dient er bis heute nur als Schmuckstück. Quelle: Rob Lavinsky, iRocks, Creative Commons, CC BY-SA 3.0
Platz 5: TritiumKosten: 23.616 Euro pro Gramm Tritium ist ein Nebenprodukt der Kernspaltung und kommt auf natürliche Weise nur in der Stratosphäre vor. Damit lassen sich in der Medizin bestimmte Substanzen markieren. Außerdem ist der Stoff fester Bestandteil von Atombomben. Quelle: dpa
Platz 4: DiamantenKosten: ein farbloser Stein von einem Karat kann über 50.000 Euro pro Gramm kosten Diamanten machen was her und sind der härteste natürliche Stoff der Welt. Ihr Aussehen macht sie zu Kostbarkeiten der Schmuckbranche, ihre Härte zu einem begehrten Schneidstoff in der Industrie. Quelle: AP

Es gibt bereits eine große Wirtschaftsnation, wo das Stimulieren der Konjunktur gnadenlos praktiziert wird: Japan. Doch der Erfolg lässt auf sich warten. Also wird eine Geldspritze nach der anderen verabreicht, Ende offen. Damit einher geht eine gigantische Yen-Abwertung gegen die anderen führenden Währungen.

Abwertung bedeutet: In Yen gerechnet wird für die Japaner über kurz oder lang alles ungemütlich teuer. Das nennt man Inflation. Die japanischen Staatsschulden machen mittlerweile über 272 Prozent der Wirtschaftsleistung aus. Das ist ein einsamer Rekord. Im Verhältnis dazu schneidet sogar Griechenland mit 175 Prozent besser ab, ganz zu schweigen von Ländern wie USA mit 96 Prozent - was jedoch wegen der absoluten Höhe schon schlimm genug ist. 

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