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Gbureks Geld-Geklimper

Was die USA, Tesla und die Aktie Deutsche Wohnen verbindet

Manfred Gburek Freier Finanzjournalist

Gute Geschäftsmodelle zeichnen erfolgreiche Unternehmen wie auch ganze Staaten aus. Deutsche Unternehmer müssen aufpassen und Anleger viel Fantasie mitbringen, um an den Erfolgen teilzuhaben.

Deutschlands wichtigste Handelspartner
Russische Föderation Quelle: dpa-tmn
Belgien Quelle: REUTERS
Die Schweizer Landesfahne weht am Großen Aletschgletscher Quelle: ZB
Die Österreichische Flagge Quelle: dpa
assanten und Fahrzeuge passieren in Rom das Kolosseum Quelle: dapd
Lichtereines vorbei fahrenden Busses strahlen vor dem Big Ben in London Quelle: Reuters
Eine US-Flagge weht vor der Freiheitsstatue Quelle: REUTERS

Deutschland verfügt über ein besonders erfolgreiches Geschäftsmodell: technisches Know-how in Verbindung mit Exportstärke. Es hat uns geholfen, die Krise von 2009 schneller zu überwinden als viele andere Länder, auch die im Euroraum. Dafür gibt es jetzt aber kein Lob, sondern Schelte. Erst von den USA, dann vom Internationalen Währungsfonds (IWF), schließlich von der EU. Der IWF fordert sogar noch mehr: eine Zwangsabgabe auf Vermögen zugunsten schwacher Euroländer. Der IWF macht also Politik, ohne ein politisches Mandat zu haben; er maßt es sich einfach an. Indizien sprechen dafür, dass die USA dabei kräftig mithelfen.

Der ganze Euroraum scheint in eine Schieflage geraten zu sein: hier das vermeintlich reiche Deutschland (was anhand von Statistiken umstritten ist), dort der graue Rest Europas, unterbrochen durch kleine Farbtupfer wie Luxemburg oder Finnland. Aber reicht das aus, uns vorzuwerfen, wir täten nicht genug für die europäische Binnenkonjunktur und würden lieber den Export pflegen, etwa nach China oder in dies USA? Eher nicht. Schließlich bedient sich der amerikanische Konzern Apple sogar billiger chinesischer Arbeitskräfte, um die von ihnen gefertigten Smartphones anschließend in die weite Welt zu exportieren, zu einem erheblichen Teil auch nach Deutschland.

Deutsche Unternehmen als Ziele der Industriespionage

Der IWF ist eine von den USA – wegen deren Sperrminorität – de facto dominierte Institution mit Sitz in Washington. Das heißt, der IWF ist Teil des amerikanischen Geschäftsmodells; bezeichnen wir es treffender als Strategiemodell. Das IWF-Abkommen trat im Dezember 1945 in Kraft, nachdem die USA als Sieger des Zweiten Weltkriegs bereits ein Jahr zuvor das Weltwährungssystem von Bretton Woods nach ihren Bedingungen aus der Taufe gehoben hatten. Im März 1947 nahm der IWF dann seine Geschäftstätigkeit auf. Trotz der seither vielfachen Währungswirren und Reformen ist an seinem Status bis heute nicht zu rütteln.

Im Lauf der Jahrzehnte haben die USA ihr Strategiemodell immer wieder reformiert und erweitert. Als hätte es dazu noch eines Belegs bedurft, ist zuletzt die NSA-Affäre hinzugekommen. Doch bei allem durch sie ausgelösten politischen Ärger: Aus Sicht deutscher Unternehmen ist viel gravierender, dass sie sich nun der Industriespionage ausgesetzt sehen. Wie Abhilfe schaffen, wenn die Software von Microsoft bis Google zu einem großen Teil in amerikanischer Hand liegt? Am besten durch Kooperation der kommenden Bundesregierung mit deutschen Unternehmen und deren Verbänden – wobei allerdings noch Fragen wie die zu beantworten sind, ob etwa ein deutscher Alleingang wegen zu hoher Kosten überhaupt sinnvoll ist oder ob er nicht gegen irgendwelche EU-Statuten verstößt.

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