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Geldanlage Wie es an den Märkten weitergeht

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Aktien

Durch das Risiko einer sich nochmal verschäfenden Euro-Krise wird es 2012 spannend am Aktienmarkt - in negativer Hinsicht. Quelle: dpa

Spannend wird es 2012 am Aktienmarkt – im negativen Sinn. Ob und wie der Euro gerettet werden kann, darauf gibt es immer noch keine überzeugenden Antworten. Ebenso bleibt unklar, wie die USA von ihrem enorm hohen Schuldenberg herunterkommen wollen. Zudem könnte die chinesische Wirtschaft nicht mehr länger den Joker für die Weltökonomie spielen. Die Analysten von Bank of America Merrill Lynch zählen sogar noch einen verschärften Iran-Konflikt zu den „Schlüsselrisiken“ für die Märkte im kommenden Jahr. Dies sind schon Belastungsfaktoren für die Börsen genug.

Hinzu kommen hausgemachte Probleme auf Unternehmensebene. Die beiden ehemaligen Zugpferde des Deutschen Aktienindex, E.On und RWE, versinken in Gewinn- und Schuldenproblemen wegen verfehlter Strategien und Irrungen der Energie-Politik. Der von der Telekom groß angekündigte Verkauf ihrer Investitionen fressenden Tochter T-Mobile USA ist geplatzt, nachdem AT&T ein Kaufangebot zurückgezogen hat. Siemens hat die Aussichten für das bereits seit Oktober laufende neue Geschäftsjahr vorsichtshalber selbst schon einmal gedämpft. Richtig rund läuft es noch bei den Autobauern, die gute Inlandsnachfrage verzeichnen und auf einem ordentlichen Auslandspolster sitzen, oder etwa bei SAP und Linde. Über allem lastet eine größere Unsicherheit als gewohnt: Wie werden sich unter diesen Gegebenheiten die Gewinne entwickeln? Kaum positiv, so viel ist sicher. Die Deutsche Bank zum Beispiel schätzt, dass die Analystengemeinde die Dax-Gewinne 2012 noch um 15 Prozent wird nach unten revidieren müssen.

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These: Der Dax fällt zunächst auf seinen langfristigen Aufwärtstrend bei 4500 Punkten, dann besteht eine Erholungschance Richtung 6000 Zähler.

Strategie: An stärkeren Tagen sollten Anleger in nächster Zeit Positionen abbauen oder Absicherungen auf fallende Kurse in ihr Depot einbauen. Wer dennoch kaufen will, sollte nicht in den gesamten Markt investieren – über Dax-Fonds oder ähnliche Konstrukte –, sondern nur in einzelne Titel guter Unternehmen.

Risiko: Die These ist angesichts des unklaren Umfelds nicht gesichert, Risiken bestehen in beide Richtungen. Zum einen könnte die EZB bald als (vorläufiger) Krisenretter einspringen und unbegrenzt Geld drucken. Das würde den Aktienmarkt zunächst stark beflügeln. Zum anderen besteht das Risiko einer sich noch einmal verschärfenden Euro-Krise, in deren Verlauf der Dax unter die wichtige Marke von 4500 Zählern rauschen könnte. Dann wäre auch ein Crash auf 2200 Punkte denkbar.

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