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Geldanlage Fünf bittere Wahrheiten über Gold

Quelle: imago images

Hinter dem jahrtausendealten Mythos des Edelmetalls stehen ein paar ganz nüchterne und zeitlose Fakten. Lehrreiche Experten-Zitate zeigen: Gold ist ein teurer Notgroschen, den man sich leisten können muss.

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Über Gold als Geldanlage wird viel geredet und geschrieben. Ein Schlüssel zum Verständnis liegt in der wichtigen Erkenntnis: Gold ist keine normale Geldanlage wie Aktien oder Anleihen, sondern ein Notgroschen für außergewöhnliche Wirtschafts- und Währungskrisen. Und zwar ein ziemlich teurer Notgroschen, der seinen Besitzern weder Zins noch Dividende zahlt. Zitate von Finanz-Koryphäen zum Thema Gold können als Augenöffner dienen:

„Gold still represents the ultimate form of payment in the world. Fiat money, in extremis, is accepted by nobody. Gold is always accepted.“
Alan Greenspan, 1999

Das Zitat des legendären US-Notenbankers Alan Greenspan lässt sich sinngemäß etwa wie folgt übersetzten: „Gold ist immer noch das ultimative Zahlungsmittel. Niemand, der sich in einer schlimmen Notsituation befindet, akzeptiert Fiat-Geld. Gold wird immer akzeptiert.“

Mit dem Begriff Fiat-Geld meint Greenspan nicht etwa eine besonders exotische Form des Geldes, sondern unser stinknormales und handelsübliches Zentralbankgeld, das in Gestalt von Papier oder Bits und Bytes in den Computern der Banken völlig wertlos ist. Den modernen Staaten ist der Zaubertrick gelungen, dass ihre Bürger völlig wertloses Papier allein dank der aufgedruckten Blankounterschrift des Zentralbankpräsidenten als Bezahlung für wertvolle Güter und Dienste akzeptieren.

Einem Besucher aus einer anderen Zeit oder von einem anderen Stern müsste diese Magie des Papiergelds unbegreiflich scheinen. Mit der Formulierung „in extremis“ unterstrich Greenspan, dass solches Geld nur bei Schönwetter akzeptiert wird, für das die Zentralbank und die Politik ständig mühsam sorgen müssen. Die Botschaft: Wenn Politiker und Zentralbanker versagen und das Wirtschaftssystem im Sterben liegt, stirbt auch das Papiergeld. Doch Gold lebt weiter. Greenspans Gold-Zitat lässt uns in den Abgrund der Zivilisation blicken.

Ähnlich ist das bei einem Zitat des Philosophen und Soziologen Georg Simmel, bei dem es auf den ersten Blick gar nicht um Gold geht. Der Satz demonstriert aber in kaum zu überbietender Klarheit, wie sehr Geld vom Vertrauen abhängt. Gold dagegen lebt vom Misstrauen.

„Geld ist die vielleicht konzentrierteste und zugespitzteste Form und Äußerung des Vertrauens in die gesellschaftlich-staatliche Ordnung.“
Georg Simmel (1858 bis 1918)

Das Zitat macht den Unterschied zwischen den beiden zumindest in der deutschen Sprache so ähnlich klingenden Begriffen Geld und Gold deutlich. Wer sein Geld zu mehren versucht, tut das, um sich unabhängig von Entscheidungen anderer Menschen zu machen. Geld gilt als Treibstoff des Egoismus.

Doch Geld in Form von Scheinen oder Girosalden ist nur so lange etwas wert, wie unsere Gesellschaft und Wirtschaft funktionieren. Über diese empfindliche Prämisse sind sich wohl die Wenigsten im Klaren, die sich über ein sattes Bankguthaben freuen. Demokratie, Rechtsstaat und Marktwirtschaft der westlichen Industrienationen haben nun schon Jahrzehnte auf dem Buckel, so dass Privilegierte schnell dem Trugschluss erliegen könnten, der für den Wohlstand verantwortliche Frieden sei garantiert. Spätestens der wirtschaftliche Aufstieg von Diktaturen und der Boom des Populismus sollten uns daran erinnern, wie dünn die unsere Zivilisation tragende Eisdecke ist, auch wenn sie nun schon seit 1949 hält.

Wie Anleger die Geldanlage Gold beurteilen

Was hat dieser Mini-Sozialkundekurs Sekundarstufe 2 mit Gold zu tun? Ganz einfach: Gold gilt besonders krisenängstlichen Menschen als letzter Rettungsanker, wenn Gesellschaft und Marktwirtschaft und mit ihnen das Geld ins Wanken geraten. Denn Gold funktioniert nach der Vorstellung seiner Besitzer anders als Geld auch nach dem Zusammenbruch gesellschaftlicher Ordnungen, weil Goldbesitzer keine Banken und Zentralbanken brauchen.
Wenn man niemandem mehr vertrauen kann, kann man nur noch auf Gold vertrauen. Jetzt wird auch klar, warum Goldinvestments eine düstere und verschwörerische Aura haben: Sie sind immer auch ein Stück weit Spekulation auf den Zusammenbruch unserer Zivilisation.

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