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Geldanlage Fußballklub Was das Investment Fußball taugt

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Bei ausländischen Vereinen wird's kompliziert

"Wirtschaftliche Prognosen über die kommende Saison hinaus lassen sich für die Vereine nicht seriös berechnen", sagt Analyst Alexander Langhorst von GSC Research. Von rund 30 Fußballaktien weltweit könnten deutsche Anleger etwa drei Viertel direkt kaufen. In Istanbul sind zwar alle großen Vereine an der Börse, Galatasaray, Fenerbahçe und Besiktas bleiben ohne Depotkonto in der Türkei aber tabu. Denn für den Handel bräuchten Anleger eine türkische Steuernummer. Auch Aktien zweier Vereine aus Chile können bislang nicht in Deutschland gehandelt werden. Die Informationslage ist auch in Europa dünn: Wer einen Club analysieren will, muss auch mal Jahresabschlüsse auf Dänisch, Portugiesisch oder Niederländisch durchforsten.

Wer darf aufs Parkett?

Ob Fußballvereine überhaupt an die Börse dürfen, bestimmen die nationalen Verbände. In Deutschland darf ein Bundesligateam als AG aus dem Sportverein ausgegliedert werden. Der Verein muss aber weiter 50 Prozent der Stimmrechte plus einen weiteren Anteil besitzen. Nur wenn ein Team als Kommanditgesellschaft auf Aktien organisiert ist - wie Borussia Dortmund - gelten Sonderregeln, und der Anteil darf unter 50 Prozent fallen.

Die Markenwerte der Nationalspieler
Skhodran Mustafi Quelle: REUTERS
Miroslav Klose Quelle: REUTERS
Christoph Kramer Quelle: dpa
Kevin Großkreutz Quelle: dpa
Per Mertesacker Quelle: REUTERS
Benedikt Höwedes Quelle: REUTERS
André Schürrle Quelle: REUTERS

Die dänische Superliga spielt in Europa sportlich zwar keine große Rolle; wohl aber an der Börse. Zehn dänische Clubs bieten Anlegern und Anhängern Aktien an, sogar kleinere Teams aus unteren Ligen. "Die Uefa hat mich oft gefragt, warum es in Dänemark so viele börsennotierte Vereine gibt", sagt Peter Ebbesen, der jahrelang in der Lizenzabteilung des Dänischen Fußballbunds arbeitete. "Meine Antwort lautete immer: Ich weiß es nicht. Es muss daran liegen, dass wir keine strikten Vorschriften für die Eigentumsstrukturen der Vereine haben."

Der FC Kopenhagen wird auch an der Börse in Frankfurt gehandelt, die meisten Dänen-Aktien aber müssten deutsche Anleger über ihre Bank an der Börse GXG Markets kaufen. Das ist teuer, zumal viele Fußballaktien als Pennystocks notieren, ihr Kurs liegt unter einem Euro. Der Kurs des Teams aus Vejle liegt gar bei 0,02 Dänischen Kronen, das ist weniger als ein Eurocent. Der FC Nordtsjaelland und Viborg FF sind nur außerbörslich über Dansk OTC erhältlich.

Anleger können sich also nicht darauf verlassen, dass ihnen jemand ihre Aktien wieder abkauft. Und selbst kleinere Verkäufe können auf den meist nicht sehr liquiden Märkten für Fußballaktien schon großen Einfluss auf die Kurse haben. Oft sind die Heimatbörsen der einzig verlässliche Markt, um die Fußballclubs zu handeln. Ausländische Vereine machen an deutschen Börsen kaum Umsätze. Um nicht auf den Aktien sitzen zu bleiben, sollten Anleger den Schritt an die ausländische Börse wagen.

Geschäftsmodell der Vereine prüfen

Ist die Aktie handelbar, gilt es als Nächstes, das Unternehmen zu analysieren. "Wer keine emotionale Anlageentscheidung trifft, etwa als Dortmund-Fan die Aktie kauft, sondern spekulativ anlegen möchte, muss das nachhaltige Ergebnis der Vereine prüfen", sagt Marc Hayn, Partner Unternehmensbewertung beim Berater Deloitte. Entscheidend ist, ob der Club in den vergangenen Jahren einen positiven freien Cash-Flow abgeliefert hat. Ist dies der Fall, spricht einiges dafür, dass trotz hoher Investitionen in neue Spieler auch langfristig Geld für die Aktionäre übrig bleibt.

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