Geldanlage Fußballklub Was das Investment Fußball taugt

Morgen ist nicht nur der Abstiegskampf spannend, für Borussia Dortmund geht es um den Sprung in die Europa-League. Klappt das, würden auch die Aktionäre profitieren. Was Anleger bei Fußballaktien beachten sollten.

Der Abgang von Trainer Jürgen Klopp hat die Dortmund-Aktie belastet. Quelle: dpa

Am Samstag ist Deutschland Fußball-Land. Noch nie war der Kampf um den Abstieg so offen und spannend wie in diesem Jahr. Definitiv abgestiegen ist noch keiner, nicht mal die Kicker aus Paderborn. Der FC Augsburg kann sich freuen, mit dem Gerangel am Tabellenende hat der Verein nichts zu tun. Im Gegenteil, es bestehen gute Chancen auf eine Europa-League-Teilnahme in der kommenden Saison.

Auch finanziell ist der Ausblick auf die neue Spielzeit positiv. Wie das "Manager Magazin" berichtet, investiert der neue Präsident des Klubs, Klaus Hofmann, zusammen mit einigen Ko-Investoren einen zweistelligen Millionenbetrag in den Verein. Zusammen gehören ihnen dann 99 Prozent an dem bisher überschuldeten Bundesligisten. Dank einer geplanten Kapitalspritze soll das Eigenkapital der "Fußball-Club Augsburg 1907 GmbH & Co. KGaA" aber im Verlauf der kommenden Spielzeit positiv sein, wird Hofmann von dem Magazin zitiert.

Europas Fußball-Clubs an der Börse

Das Investment von Hofmann ist sicherlich eher mit Verantwortung und als Herzensangelegenheit zu bewerten denn als Geldanlage. Nichtsdestotrotz bieten viele Fußballvereine auch Privatanlegern die Chance, ihren Lieblingsklub finanziell zu unterstützen und damit möglicherweise auch Renditen zu erzielen. Möglicherweise, denn zuletzt liefen einige der Investments nicht so rund wie erhofft. Viele Anlagen waren mehr Liebhaberinvestments denn Renditekracher. Wie haben sich Fußballaktien zuletzt entwickelt? Und was taugt das Investment Fußballklub für Privatanleger?

Die bekannteste Fußballaktie in Deutschland gehört ins Ruhrgebiet zu Borussia Dortmund. Der mittelmäßige Saisonverlauf der Borussen hat der Aktie nicht gerade Auftrieb verliehen, aber insgesamt zeigt sie im Zeitraum von einem Jahr eine Seitwärtsbewegung. Nicht nur der Abgang von Trainer Jürgen Klopp belastete den Kurs, auch die Zahlen überzeugen nicht. In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahrs 2014/15 summierte sich der Verlust auf 4,7 Millionen Euro. Grund ist laut BVB der Schuldenabbau, welcher das Ergebnis mit 4,3 Millionen belastete. Im vergangenen Monat deutete die Tendenz für das Papier allerdings nach oben, das Erreichen des DFB-Pokalfinales in Berlin verlieh Auftrieb. Aktionäre können zudem darauf hoffen, dass auch Dortmund noch die internationalen Ränge in der Tabelle erreicht. Das würde nicht nur Geld in die Kasse spülen, sondern dürfte auch der Aktie Auftrieb verleihen. Wer darauf spekulieren will, sollte am Freitag noch einsteigen, um die potenziellen Kursgewinne mitzunehmen.

Spielbestimmter Kurs

Das Beispiel Dortmund zeigt, dass verlässliche Erträge mit Fußballaktien schwierig sind, weil die Kursentwicklung stark von den Spielergebnissen bestimmt wird. Während die BVB-Aktie seit 2012 lange von den guten Ergebnissen der Schwarz-Gelben profitierte, folgte im vergangenen Herbst der Einbruch, als der Verein sich plötzlich am Ende der Tabelle wiederfand.

Die wertvollsten Fußballspieler
Platz 10: Hulk (Brasilien)Der brasilianische Stürmer, der für Zenit Sankt Petersburg spielt, erreicht laut Transfermarkt.de einen Marktwert von 48 Millionen Euro. Damit ist er wertvoller als die gesamte Mannschaft des Bundesliga-Vereins FC Augsburg. Quelle: REUTERS
Platz 8: Cesc Fabregas (Spanien)Wer den spanischen Mittelfeldspieler des FC Barcelona kaufen will, sollte 50 Millionen Euro auf dem Konto haben. Fabregas ist aber bei weitem nicht der teuerste Barca-Spieler... Quelle: REUTERS
Platz 8: Mesut Özil (Deutschland)Özil oder Fabregas? Beim Marktwert liegen die Mittelfeldspieler gleichauf. Auch der deutsche Nationalspieler, hier im Trikot seines Vereins Arsenal London, kommt auf 50 Millionen Euro Marktwert. Quelle: dpa
Platz 7: Luis Suarez (Uruguay)Der Stürmer ist für gewalttätige Ausraster und rote Karten bekannt. Weil er aber auch sehr gut Fußball spielen kann, dürfte sein Verein Liverpool rund 52 Millionen Euro für Suarez verlangen. Quelle: REUTERS
Platz 5: Andrés Iniesta (Spanien)Spanische Mittelfeldspieler sind die teuersten: Wer Iniesta, inzwischen bereits 30 Jahre alt, verpflichten will, muss 55 Millionen Euro hinlegen. Dafür macht der Spanier auch wichtige Tore, wie den Siegtreffer im vergangenen WM-Finale. Platz fünf teilt sich Iniesta mit einem Deutschen. Quelle: AP
Platz 5: Mario Götze (Deutschland)Für ebenfalls rund 55 Millionen Euro bekommt man den Bayern-Spieler Götze, der auch im Mittelfeld spielt – mit 22 Jahren seine besten Zeiten aber noch vor sich hat. Sein erstes WM-Spiel allerdings auch noch. Quelle: AP
Platz 3: Edinson Cavani (Uruguay)Neben Suarez (52 Millionen) der zweite Millionen-Stürmer aus Uruguay. Der Marktwert Cavanis, der bei Paris Saint German spielt, liegt bei 60 Millionen Euro. Dass reicht für die Top 3 der teuersten WM-Spieler. Quelle: AP
Platz 3: NeymarAuch Jungstar Neymar kommt auf einen Marktwert von rund 60 Millionen Euro. Auf dem Stürmer, der für Barcelona spielt, ruhen die Hoffnungen des WM-Gastgebers Brasilien. Quelle: AP
Platz 2: Cristiano Ronaldo (Portugal)Der Stürmer des deutschen WM-Gegners Portugal bezeichnet sich öffentlich gern als besten Fußballer der Welt. Zumindest beim Marktwert reichen 100 Millionen Euro für den Real-Spieler aber nur zu Platz 2. Quelle: REUTERS
Platz 1: Lionel Messi (Argentinien)Der mehrmalige Weltfußballer ist zumindest beim Marktwert schon Weltmeister: 120 Millionen Euro schafft kein anderer. Damit ist der Argentinier, der bei Barcelona spielt, auf dem Transfermarkt etwa soviel wert wie das gesamte Nationalteam der Elfenbeinküste. Quelle: AP

Deshalb sind die meisten Fußballaktien nur etwas für Fans, für eine langfristige Geldanlage schwanken sie zu stark. Ausnahmen gibt es nur wenige – beim einzigen deutschen Börsenclub, Borussia Dortmund, der im S-Dax notiert, halten auch viele institutionelle Investoren Anteile. Aber spielerische Erfolge sind für Privatanleger noch schwerer einzuschätzen als Gewinne in anderen Branchen. Nur wenige Clubs schaffen es über Jahre, konstant starke Leistungen zu bringen.

Als erster Verein in Europa ging der Londoner Club Tottenham Hotspur 1983 an die Börse. Auch Jürgen Klinsmann spielte Mitte der 1990er Jahre zwei Saisons bei den Hotspur. Der große Erfolg der Aktie blieb aber aus. Und als der Verein 2012 sein Stadion sanieren wollte, machte die Börsennotierung eine Finanzierung schwierig, so die Geschäftsführung. Also nahm Tottenham seine Aktien vom Parkett.

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