Geldanlage Global Fünf Anlageempfehlungen in schwierigen Zeiten

Quelle: REUTERS

Die große Frage lautet aktuell, ob die US-Notenbank Fed die Inflation auf den Zielwert drücken und zugleich das Wirtschaftswachstum über null Prozent halten kann. Auch Anlegerinnen und Anleger sind gefordert.

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Falls die Fed die Stärke der US-Wirtschaft unterschätzt, droht eine längere Phase erhöhter Inflation. Sollte sie sie überschätzen, droht eine Rezession. Und wir wissen nicht mit Gewissheit, auf welchem Weg wir uns befinden. Gleichzeitig sorgt infolge des andauernden Kriegs in der Ukraine auch die angespannte Lage am Rohstoffmarkt für Unsicherheit. Länder in aller Welt bemühen sich intensiv darum, die Versorgung mit Getreide und Kraftstoffen zu sichern. Aufgrund von Chinas Lockdown-Maßnahmen nehmen zudem die Sorgen über globale Lieferketten und die Nachfrage zu.

Die Angst vor den möglichen Folgen all dieser geo- und finanzpolitischen Schwierigkeiten hat im laufenden Jahr für beträchtliche Volatilität an den Aktien- und Anleihenmärkten gesorgt. Und es gibt kaum Zufluchtsorte. Was soll man als Anlegerin oder Anleger zurzeit also tun? Folgende fünf Punkte dienen als Orientierung beim Navigieren in einem gerade sehr turbulenten Umfeld.

1. Auf weitere Volatilität einstellen

Mit Markterwartungen, die ständig hin- und herschwanken, sobald neue Daten vorliegen (egal wie unbedeutend sie auch sein mögen), sind starke Ausschläge unvermeidlich. Anleger sollten diese Schwankungen jedoch nicht fürchten, sondern nutzen, vor allem durch den gezielten Einsatz von Optionenstrategien oder strukturierten Lösungen.

2. Substanzwerte bevorzugen

Insgesamt ist das Szenario einer «weiterhin erhöhten Inflation» meiner Meinung nach wahrscheinlicher als das einer kurz bevorstehenden tiefen Rezession. In der Vergangenheit haben sich Substanzwerte in Phasen mit steigenden Inflationsraten und Anleiherenditen besser entwickelt als Wachstumstitel, vor allem, wenn diese mit einem relativ stabilen Wirtschaftswachstum einhergingen.

Und selbst in Rezessionen haben sie sich besser geschlagen, wenn die Inflation über drei Prozent verharrte. Ich bevorzuge weiterhin qualitativ hochwertige Substanzwerte sowie Energieaktien. Regional sticht der britische Aktienmarkt mit seiner hohen Gewichtung an international exponierten Substanztiteln, attraktiven Bewertung und solidem Gewinnwachstum heraus.

3. Portfolioabsicherungen aufbauen

Nach einigen Jahren mit niedrigen und negativen Zinsen ergeben sich nun vereinzelte Möglichkeiten im Rentenbereich. Mit diesen kann auch die Widerstandskraft eines Portfolios für den Fall einer Rezession erhöht werden. Anleger sollten meiner Meinung nach den jüngsten Abverkauf als Chance nutzen, das Engagement in dieser fast „vergessenen“ Anlageklasse wieder aufzubauen.

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Auf der Aktienseite sprechen wir uns bei UBS Global Wealth Management schon seit geraumer Zeit dafür aus in Qualitätswerte, Dividendentitel und den Gesundheitssektor zu investieren. Sie dürften sich im Falle einer stärkeren Wachstumsabschwächung besser entwickeln und dazu beitragen, die Auswirkungen für Portfolios abzufedern. Wir hatten auch für einige Zeit den amerikanischen Dollar empfohlen, sind nun aber der Ansicht, dass die US-Währung den Zinserhöhungszyklus der Fed weitgehend eskomptiert hat.

4. Größeren Fokus auf Sicherheit legen

Nicht nur aufgrund des andauernden Kriegs in der Ukraine richten Regierungen und Unternehmen ihr Augenmerk verstärkt auf Sicherheitsthemen. Dies betrifft Bereiche wie Energie, Cyber- und nationale Sicherheit sowie Nahrungsmittelversorgung.

Kurzfristig führt eine Fokussierung auf die Ernährungs- und Energiesicherheit zu Engpässen an verschiedenen Rohstoffmärkten – was unseres Erachtens in den nächsten Monaten die Rohstoffpreise stützen wird. Längerfristig dürfte die Nachfrage nach Lösungen für nachhaltige Energiegewinnung, Cybersicherheit und Verbesserung der Agrarerträge kräftige Impulse erhalten.

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5. Mit alternativen Anlagen diversifizieren

Nicht viele Anlagen haben das Potenzial, die Qualität eines Portfolios unabhängig von dem Szenario, das letzten Endes eintritt, zu verbessern. Eine diversifizierte Allokation in alternativen Anlagen könnte aus unserer Sicht dazu aber geeignet sein. Anlagen in Infrastruktur, in Immobilien und an Privatmärkten tragen dazu bei, die Inflationsresistenz eines Portfolios zu erhöhen. Einige Hedge-Fund-Strategien können sich in Rezessionsszenarien gut entwickeln und die Portfoliovolatilität abfedern, wenn die Korrelation zwischen Aktien und Anleihen wieder ansteigt.

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