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Geldpolitik unter Trump Für Fed-Chefin Yellen steht es 1:0

Mit der US-Zentralbank ist sich der neue Präsident Donald Trump nicht gerade grün. Dennoch könnte ausgerechnet er es sein, der Notenbanken weltweit den Ausweg aus ihrem bis heute andauernden Krisenmodus weist - und den Sparern damit wieder zu nennenswerten Zinsen verhilft.

Merkel ruft Trump zu respektvollem Umgang auf
Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier schrieb in einem Gastbeitrag für die "Bild am Sonntag", mit Trumps Wahl sei die alte Welt des 20. Jahrhunderts endgültig vorüber. Er setze darauf, "dass wir in Washington aufmerksame Zuhörer finden, die wissen, dass auch große Länder Partner brauchen in dieser Welt, und die bereit sind, ihren Weg gemeinsam mit guten Freunden und bewährten Bündnispartnern zu gehen". Wichtig für Deutschland seien Freihandel, Austausch und das Zusammenstehen gegen Extremismus und Terrorismus. Quelle: dpa
Japans Regierungschef Shinzo Abe gratulierte Trump „von Herzen“ und freute sich auf Zusammenarbeit, um „Frieden und Wohlstand der Asien-Pazifik Region sicherzustellen und verschiedene Herausforderungen, denen sich die internationale Gemeinschaft gegenübersieht, anzugehen“. Er freue sich darauf, die „standhafte Beziehung zwischen Japan und den Vereinigten Staaten weiter zu stärken“, basierend auf der Beziehung von Vertrauen zwischen uns“, schrieb Abe an Trump. Er wünsche ihm „großen Erfolg“. Quelle: AP
Bundeskanzlerin Angela Merkel pocht nach dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump auf die Einhaltung internationaler Regeln und einen respektvollen Umgang miteinander. Am besten sei es für alle, wenn es ein "regelbasiertes, auf gemeinsamen Werten beruhendes, gemeinsames Agieren" gebe, sagte Merkel am Samstag nach einer Klausurtagung der baden-württembergischen CDU im Kloster Schöntal. Dies gelte etwa für die internationale Wirtschafts- und Handelsordnung. Auch im Bereich der Verteidigung müssten im Rahmen bestehender Bündnisse Beiträge geleistet werden. Darüber hinaus betonte Merkel, das transatlantische Verhältnis werde in den nächsten Jahren nicht weniger wichtig als es in der Vergangenheit gewesen sei. "Selbst wenn es unterschiedliche Meinungen gibt, sind Kompromisse, sind Möglichkeiten, immer dann am besten zu finden, wenn man eben in Respekt miteinander sich austauscht." Deutschland werde versuchen, im Rahmen seiner G20-Präsidentschaft dazu einen Beitrag zu leisten. Quelle: dpa
"Er (Trump) meint, dass alles, was gut für Amerika ist, getan werden muss. (.) Wir werden also seine Politik berücksichtigen. Zuerst kommt das, was gut für Bulgarien ist, dann (das, was) für die anderen Staaten (gut ist)", sagt der scheidende bulgarische Ministerpräsident Boiko Borissow zur Antrittsrede des neuen US-Präsidenten Donald Trump. Quelle: dpa
"Gratulation @realDonaldTrump. Ich wünsche Ihnen das Beste zu Ihrer Präsidentschaft. Hoffentlich können wir die transatlantischen Bande stark halten.“ In einem Schreiben an Trump zeigt sich Ministerpräsident überzeugt, dass die „tiefe und warme Freundschaft“ beider Länder „weiter blühen wird", sagte Lars Lokke Rasmussen, der dänische Ministerpräsident. Quelle: AP
Bundeswirtschaftsminister und SPD-Vorsitzender Sigmar Gabriel (SPD) Quelle: dpa
Israels Premier Benjamin Netanjahu Quelle: dpa

Seit der letzten schweren Finanzkrise 2008/2009 sind die wichtigsten Notenbanken der Welt im Krisenmodus. Sie halten die Zinsen niedrig und fluten die Finanzmärkte mit Geld, um Konjunktur und Inflation anzuheizen - lange Zeit ohne Erfolg.

Aber jetzt könnte der neue US-Präsident Donald Trump den Währungshütern mit einem Konjunkturprogramm unter die Arme greifen und Sparern auch in Deutschland wieder zu höheren Zinsen verhelfen. Ob er sein Versprechen hält, ist jedoch ungewiss. Und nichts fürchten Zentralbanker mehr als Unsicherheit.

Die Chefin der US-Notenbank Fed, Janet Yellen, ist dafür bekannt, stets ein Haar in der Suppe zu finden, wenn es um die US-Wirtschaft geht. Ob Börsenturbulenzen, globale Wachstumsschwäche, Brexit-Votum oder die Präsidentschaftswahl: Fast immer sieht sie einen Grund, den Leitzins nahe der Nulllinie zu halten. Seit der Finanzkrise gab es bislang erst zwei kleine Erhöhungen.

Trumps Amerika: Die Pläne des neuen US-Präsidenten

Doch jetzt hat auch Yellen nichts mehr auszusetzen. „Da sich die Wirtschaft unseren Zielen nähert, ist es sinnvoll, das Niveau der geldpolitischen Unterstützung schrittweise zu reduzieren“, sagte sie in der vergangenen Woche. Sie rechne mit „ein paar Anhebungen“ in diesem Jahr. Kein Wunder: Die Arbeitslosigkeit ist niedrig, und die Inflation liegt erstmals seit 2014 wieder leicht über zwei Prozent - also dort, wo die Notenbanker sie haben wollen.

Dass es so gekommen ist, können sich die Währungshüter allerdings kaum auf die eigene Fahne schreiben. Denn Experten sind sich einig: Auslöser für die Rückkehr der Inflation sind nicht die Niedrigzinsen, sondern zwei Dinge, die Notenbanker nicht beeinflussen können.

Zum einen erholen sich seit Anfang 2016 die Ölpreise wieder, nachdem sie zuvor dramatisch eingebrochen waren. In den Inflationsdaten schlägt sich dies quasi automatisch preistreibend nieder. Und zum anderen ist es Trump, der die Preise schon jetzt anheizt. Entgegen allen Prognosen trieb er seit seinem Wahlsieg die Kurse an den Börsen und die Renditen von Staatsanleihen nach oben. Anstatt sich in sichere Häfen zu flüchten, setzten die Anleger stärker auf Risiko.

Direkt nach der Wahl fand Trump zunächst ungewohnt versöhnliche Worte und kündigte milliardenschwere Investitionen in die Infrastruktur an. Dies würde die Konjunktur anheizen, so das Kalkül - und damit auch die Inflation. Das Problem ist nur: Bislang ist alles ungewiss.

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