WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Geschlechter-Debatte Milliardär nennt Frauen schlechte Investoren

Seite 2/2

Die Aussage verfolgt den Investor

Gerade der globale Makrohandel erfordert eine besondere Konzentration. Quelle: dpa

Im Anlageverhalten zeigen sich Frauen in der Studie relativ risikoscheu und langfristig denkend. Der spekulative Bereich spielt zwar bei beiden Geschlechtern einen kleinere Rolle - aber immerhin setzten Männer mit einem Gewicht von 0,8 Prozent sogar eine doppelt so gerne auf Optionsscheine oder Gold wie Frauen (0,4 Prozent).

Trotz dem sind Frauen in der Finanzbranche unterrepräsentiert - und das sogar stärker als in anderen Wirtschaftszweigen, stellt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung, DIW, fest. Unter 400 Vorstandsposten von deutschen Banken und Sparkassen finden sich nur 17 Frauen. Das entspricht einem Anteil von 4,2 Prozent, was etwas unter dem gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt von 4,4 Prozent liegt. Im Vorstand des deutschen Marktführeres, der Deutschen Bank, findet sich gar keine Frau. Die 18 Männer rekrutieren sich vor allem aus der Investmentbanking-Sparte, diese gilt ohnehin als Männerdomäne.

Die mächtigsten Frauen im Business
Nancy McKinstry Quelle: Presse
Platz 14: Ho Ching Quelle: REUTERS
Platz 13: Sandra Peterson Quelle: Bayer CropScience AG
Platz 12: Ornella Barra Quelle: Presse
Platz 11: Maria Ramos Quelle: World Economic Forum
Marjorie Scardino Quelle: REUTERS
Annika Falkengren Quelle: REUTERS

Aussagen wie von Investor Paul Tudor Jones sind dabei nicht förderlich. Der Fall um seine Aussage verfolgt den Millionär schon einen Monat. Nach der Podiumsdiskussion, an der noch die Investoren Julian Robertson und John Griffin teilnahmen, trudelten bei Carl Zeithaml, dem Dekan der an der Uni angesiedelten McIntire School of Commerce, Beschwerdemails ein. Eine Alumna der Universität von 2001 setzte sogar einen offenen Brief auf, um Frauen in der Wirtschaft Mut zuzusprechen. Der Dekan schickte drei Tage nach der Diskussion eine E-Mail an die Studenten und Alumni der Fakultät, der dieser Brief angehängt war – um die Gemüter zu beruhigen. Nicht zuletzt ist Jones ein geschätzter Gönner, der der Hochschule bereits über 100 Millionen Dollar spendete.

„Ich möchte vor allem Frauen ermutigen, die eine Karriere in Industrien oder Berufen wagen, die traditionell keine große Anzahl an Frauen aufweisen“, schreibt Zeithaml. „Ihr sollt euch durch ein paar Statistiken nicht von eurer Leidenschaft abbringen lassen.“ Eine Woche später berichtet die Washington Post über den Vorfall. In diesem Artikel kommt auch der Dekan zu Wort, der die Äußerung des Unigönners als schlechte Formulierung beschreibt, die als Beobachtung der Branche zu verstehen sei, aber nicht als Billigung. „Ich hätte es wohl ein wenig anders gesagt.“

Erfolg



Schließlich meldete sich Jones am Donnerstag selbst zu Wort. „Wie ich meinen drei Töchtern gesagt habe und all jenen, die ich ermutigt habe in den Makrohandel einzusteigen: Jeder Mann und jede Frau können alles erreichen, was sie sich in Herz und Kopf gesetzt haben“, heißt es in der Erklärung. Wie seine Töchter dann aber seine Botschaft an der Universität von Virginia aufgefasst haben, bleibt offen.

Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen
Zur Startseite
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%