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Gold Der wahre Wert des Goldes

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Gold wird kaum gekauft

Ein Mann stapelt Goldbarren Quelle: dpa

Ein Klischee wird von vielen Anlagestrategen immer wieder gern bemüht. Die Rede ist vom sogenannten Titelblatt-Kontraindikator. Der besagt in etwa: Wenn es ein Finanztrend bis auf die Titelseiten geschafft hat, dann ist dessen Ende nahe. Beim Gold aber hat der Kontraindikator schon oft versagt, etwa im Dezember 2005 bei einem Unzenpreis von 430 Euro. Richtig ist: Gold ist kein Geheimtipp mehr. Fakt ist: Über Gold wird viel geredet, gekauft wird es kaum.

Die Deutschen gehören im internationalen Vergleich zwar zu den eifrigsten Goldhamsterern. Laut einer Umfrage der Steinbeis-Hochschule in Berlin stecken etwa 2,5 Prozent des fünf Billionen Euro schweren Geldvermögens der Deutschen in Goldbarren und Münzen. Doch weltweit entspricht der Wert der privaten Goldinvestments mit 1600 Milliarden Dollar nicht einmal einem Prozent der weltweiten Marktkapitalisierung von Aktien und Anleihen. 1968 lag die Goldquote bei fünf Prozent, 1980, auf dem Hochpunkt der damaligen Goldhausse, waren es rund drei Prozent. Allein mit dem Börsenwert von Apple (560 Milliarden Dollar) könnte man mehr als ein Drittel des weltweit von Privaten gehaltenen Goldes kaufen.

Superreiche kaufen

Auffällig: Je größer das Vermögen, umso höher ist der Goldanteil, berichtet ein Mitarbeiter im Private Wealth Management einer US-Großbank über das Anlageverhalten der Superreichen. „Da kaufen Leute, die sind Milliardäre.“ Sollten mehr Menschen auf die Idee kommen, einen Teil ihres Vermögens in Gold umzuschichten, dürfte der Preis neue Höhen markieren. Weil der Goldmarkt relativ klein ist, reichen dazu wenige Milliarden Dollar zusätzlicher Nachfrage.

Die beiden angesehenen Vermögensverwalter und Börsengurus Marc Faber und Felix Zulauf gehen einmütig von einer Korrektur innerhalb des langjährigen Bullenmarktes aus. Diese Korrektur, die im Sommer 2011 nach Erreichen des Rekordhochs startete, falle umso schärfer aus, je länger die Geldkanonen der Notenbanken schweigen und die globale Liquidität sich einengte.

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Ein Indikator für die Geldversorgung ist die Entwicklung der Weltwährungsreserven. Kaufen Notenbanken die Reservewährung Dollar, um eine Aufwertung ihrer eigenen Währung zu verhindern, erhöht sich die weltweit zirkulierende Liquidität.

Phasen fallender Währungsreserven, wie zwischen Juli 2008 und März 2009 und zwischen September und November 2011, wirken deflationär und drücken über die Terminmärkte auch auf den Goldpreis. Doch wichtiger als das kurzfristige Timing von Gold ist es mehr denn je, überhaupt etwas Gold zu besitzen.

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