Gold-Optimismus Gold ist wieder gefragt

Die Nachfrage nach Goldschmuck steigt und steigt. Besonders in den Schwellenländern scheint der Goldhunger unersättlich. Auch die Zentralbanken kaufen wieder Gold. Nur am Preis lässt sich noch kein Aufwärtstrend erkennen.

Die Länder mit den größten Goldreserven
Platz 10: Indien Quelle: REUTERS
Platz 9: Die Niederlande Quelle: REUTERS
Platz 8: Japan Quelle: REUTERS
Platz 6: Schweiz Quelle: AP
Platz 7: Russland Quelle: dpa-tmn
Platz 5: China Quelle: dapd
Platz 4: Frankreich Quelle: dapd
Platz 3: Italien Quelle: REUTERS
Platz 2: DeutschlandOffizielle Goldreserven: 3.381 Tonnen Stand: Februar 2016 Quelle: dpa
Platz 1: USA Quelle: REUTERS
Neben den Staaten hält auch der Internationale Währungsfonds (IWF) Goldreserven in Höhe von 2.814 Tonnen. Damit würde der IWF an dritter Stelle kommen, nach Deutschland und vor Italien. Stand: Februar 2016 Quelle: REUTERS

Für Gold-Fans war das erste Quartal dieses Jahres äußerst unerfreulich: Am 12. April wurden binnen kürzester Zeit rund 300 Tonnen Gold abgestoßen, der ohnehin schon niedrige Preis fiel noch einmal um fünf Prozent. Am 15. April gab es einen erneuten Preiseinbruch von 9,4 Prozent. Investoren warnten vor Gold, die, die dem Edelmetall treu blieben, büßten mit ihrem Vermögen.

Doch nur gut zehn Tage später gab der Internationale Währungsfonds (IWF) bekannt, dass sich einige Zentralbanken reichlich mit Gold eingedeckt haben. So erhöhte Serbien seine Reserven um gut eine Tonne auf 15,36 Tonnen, Kasachstan steigerte seinen Goldschatz um 1,2 auf 122,9 Tonnen, Russland kaufte 4,7 Tonnen hinzu und sitzt nun auf 981,6 Tonnen und die Türkei beschaffte 33,1 Tonnen Gold und besitzt jetzt insgesamt 408,9 Tonnen des Edelmetalls.

Die wichtigsten Fakten zu Gold

Die größten Goldreserven hüten allerdings immer noch die USA (8.133 Tonnen), Deutschland (3.395 Tonnen) und Italien (2.451,8 Tonnen). Neben den Staaten hält auch der Internationale Währungsfonds Goldreserven in Höhe von 2.814 Tonnen. Nun kann man darüber spekulieren, ob die Zentralbanken nur ein Schnäppchen machen und Gold jetzt besonders günstig kaufen wollen oder ob andere Gründe hinter dem Goldkauf stehen. So hatte Star-Investor Marc Faber in einem Interview gemutmaßt, dass die Zentralbanken den Goldpreis künstlich in die Höhe treiben wollen - schließlich seien sie es, die das meiste Gold besitzen.

Allerdings zeigt ein Bericht des in London ansässigen World Gold Councils, dass die weltweite Nachfrage nach Goldschmuck im ersten Quartal um 12 Prozent gestiegen ist. Gerade in Indien und China sind Anleger heiß auf Gold. Die Lobby-Organisation der Goldminenindustrie schreibt weiter, dass allein die Chinesen 19 Prozent mehr Goldschmuck gekauft haben, als noch im Vorjahreszeitraum - das entspricht einem Umsatz von 185 Tonnen Schmuck. Selbst in den USA gingen sechs Prozent mehr Goldketten und Ringe über den Laden. Auch der Handel mit Münzen und Barren floriert im asiatischen Raum und den USA. Noch hat sich dieser Goldhunger allerdings nicht auf den Preis des Edelmetalls ausgewirkt: Er dümpelt immer noch bei 1395 Dollar.

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Marcus Grubb, Managing Director beim World Gold Council, ist dennoch optimistisch: "Barren, Münzen, Schmuck und der Einsatz von Gold im Technologie-Sektor machen immer noch 81 Prozent des Marktes aus." Er mache sich deshalb keine Gedanken wegen der ETF-Verkäufe im April. Der Goldmarkt an sich sei und bleibe robust, die Nachfrage seitens Indien und China steige und die Zentralbanken stocken ihre Goldreserven kontinuierlich auf. Für Pessimismus gebe es mittel- und langfristig keinen Grund.

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