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Goldgeschäfte der Hedgefonds Auf den Spuren der schwersten Goldjungs

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Goldpreis trotzt Rückgaben

Die Länder mit den größten Goldreserven
Platz 10: Indien Quelle: REUTERS
Platz 9: Die Niederlande Quelle: REUTERS
Platz 8: Japan Quelle: REUTERS
Platz 6: Schweiz Quelle: AP
Platz 7: Russland Quelle: dpa-tmn
Platz 5: China Quelle: dapd
Platz 4: Frankreich Quelle: dapd

Erstaunlich ist, dass der Goldpreis trotz der Rückgabewelle bei den Goldfonds seit Mitte Februar überhaupt nicht mit Abschlägen reagierte. Möglicherweise bedeutet der Rückzug einiger Superspekulanten aus Goldfonds nicht zwingend, dass sie sich komplett aus Gold verabschieden.

So hat beispielsweise der acht Milliarden Dollar schwere Hedgefonds Greenlight Capital bereits im zweiten Quartal 2009 zwar seine kompletten Anteile am SPDR Gold Trust verkauft, den Erlös aber direkt und ohne Umweg über einen Goldfonds in physischem Gold angelegt. Statt 4,2 Millionen Fondsanteile, die den Anspruch auf 420.000 Unzen Gold in den Londoner Tresoren der britischen Großbank HSBC verbriefen, verwahrt Fondsmanager David Einhorn (geschätztes Privatvermögen: 1,25 Milliarden Dollar) das Gold lieber in Eigenregie. Offizielle Begründung: Die Lagerkosten seien niedriger als die Gebühren für den Goldfonds.

Doch womöglich wollte der begnadete Pokerspieler Einhorn lieber direkten Zugriff auf das Gold haben, so wie der kanadische Hedgefondsmanager Eric Sprott. Der hatte im Februar 2010 gleich einen eigenen Goldfonds aufgelegt, weil er anderen Anbietern nicht so ganz glaubt, dass diese das Geld der Anleger tatsächlich komplett in Goldbarren investieren, die in Londoner Tresoren lagern. Sprott lagert das Gold seines Fonds lieber in seiner kanadischen Heimat. Die Investoren vertrauen Sprott und sind gar bereit, einen Vertrauensbonus zu entrichten. An der Börse notiert der Sprott Physical Gold Trust nämlich seit Auflage mit einem Aufschlag (aktuell 1,36 Prozent) auf den Nettoinventarwert. Dagegen könnte das Vertrauen von Investoren in den Goldgehalt von Goldfonds, die ihre Barren in London verwahren, schwinden.

Gold traut man, Banken nicht
London ist das internationale Zentrum des physischen Handels mit Goldbarren. Der Handel läuft außerhalb von Börsen. Im Großraum London befinden sich zahlreiche wie Festungen gesicherte Lagerhäuser, in denen das gelbe Edelmetall gelagert wird, auch das Gold der meisten Goldfonds. Wo – das ist streng geheim. Bekannt ist, dass in den Kellergewölben der Bank of England nicht nur deren Goldbarren lagern, sondern auch die anderer Notenbanken – auch Gold der Bundesbank. Doch auch die hat ihren Bestand in London reduziert von einst 1440 auf inzwischen rund 450 Tonnen – um Lagerkosten zu sparen, so auch hier die offizielle Begründung.

Diese Aktien hat Soros im Depot

Seit September 1919 wird der Referenz-Goldpreis in der City von einer Gruppe von Banken täglich ermittelt. Diese Tatsache ließ Aufseher jetzt hellhörig werden. Der Grund: Banken haben den weltweit wichtigsten Referenzzinssatz Libor zu ihren Gunsten manipuliert. Was beim Zins möglich ist, könnte auch für Gold klappen. Wie das „Wall Street Journal“ in der vorvergangenen Woche berichtete, will die US-Terminbörsenaufsicht CFTC jetzt prüfen, ob die Preise am Goldmarkt in einem transparenten Prozess entstehen. Genau unter die Lupe nehmen wollen die Aufseher besonders das Londoner Goldfixing.

Bei diesem handeln die asiatisch-britische HSBC, die britische Barclays, die kanadische Bank of Nova Scotia, die französische Société Générale und die Deutsche Bank den Goldpreis aus. Das Ritual läuft an jedem Werktag um 10.30 und um 15 Uhr. Vertreter der fünf Häuser telefonieren und geben Preise in Handelssysteme ein. In der Regel dauert das etwa zehn Minuten.

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