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Goldgeschäfte der Hedgefonds Auf den Spuren der schwersten Goldjungs

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Motive zur Goldpreismanipulation

Warum Investoren wieder auf Gold setzen
Muster-Banknoten und Goldbarren Quelle: dpa
Goldbarren liegen in der Deutschen Bundesbank in Frankfurt am Main Quelle: dpa/dpaweb
Die Rückseite einer Krügerrand-Goldmünze vor Goldbarren Quelle: dpa
American investor Jim Rogers, chairman of Rogers Holdings Quelle: AP
President and Portfolio Manager of Paulson & Co. John Paulson Quelle: REUTERS
An Indonesian customer holds a 10 grams fine gold Quelle: dpa
Der US-Milliardär und Investor George Soros Quelle: dpa

Der so fixierte Goldpreis ist der Richtwert für den physischen Goldhandel weltweit. Er bestimmt weltweit die Erträge von Münzhändlern, Minen, Raffinerien und Juwelieren. Investoren, Banken und Zentralbanken bewerten mit ihm ihre Bestände. Außerdem basieren auf ihm Finanzgeschäfte, und er beeinflusst die Terminmärkte, an denen rund um die Uhr Lieferansprüche auf Gold gehandelt werden.

Im Umfeld des zweiten Londoner Goldfixings erleidet der Goldpreis häufig einen kurzen Schwächeanfall Quelle: Dimitri Speck

Dass etwas faul ist mit der Preisfindung von Gold, hat bereits Dimitri Speck nachgewiesen. Der Marktanalytiker der Investmentfirma Staedel Hanseatic aus Riga hat aus Millionen Minuten-Kursen den durchschnittlichen Tagesverlauf des Goldpreises ermittelt. Seit 20 Jahren lassen sich gehäuft scharfe Rückgänge um etwa 10 Uhr New Yorker Zeit feststellen. In London wird zu dieser Zeit gefixt (siehe Grafik). Doch warum sollten Banken den Goldpreisanstieg bremsen? Darüber lässt sich trefflich spekulieren.

Ein gewichtiges Motiv, den Goldpreis zu manipulieren, wäre zum Beispiel dann gegeben, wenn in London tatsächlich weit weniger physisches Gold im Umlauf wäre als angenommen: Ein stark steigender Goldpreis signalisiert akute Knappheit. Diese könnte Investoren dazu bringen, die Auslieferung des von ihren Fonds angeblich eingelagerten Golds zu verlangen. Wenn viele Kunden ihr Gold abrufen wollten, könnten Banken womöglich ihre Lieferverpflichtungen nicht voll erfüllen. Sollten sich Ungereimtheiten im Lauf der behördlichen Untersuchungen erhärten, könnte noch mehr Kapital aus Goldfonds abgezogen und in physisches Gold und Goldminenaktien gesteckt werden.

Geldanlage



Ansatzweise haben einige Hedgefondsgrößen das schon umgesetzt. Neben Paulson, der schon seit längerer Zeit eine Milliarden Dollar schwere Position in Aktien von Goldförderern hält, besitzt Einhorns Greenlight Capital ein 220 Millionen Dollar schweres Paket an einem Goldminen-Indexfonds. Und SAC Capital Advisors von Steve Cohen (geschätztes Privatvermögen: 9,3 Milliarden Dollar), setzten im Schlussquartal eine Viertelmilliarde Dollar auf Minenaktien – direkt und über Kaufoptionen. Auf lange Sicht könnte Cohen mit dieser Position vermutlich die 616 Millionen Dollar wieder hereinholen, die SAC jetzt an die US-Behörden überweisen muss, wegen Insiderhandels.

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