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Goldinvestments Steuerfreiheit bleibt auch bei Zertifikaten erhalten

Anleger dürfen auch in Zukunft weiter steuerfreie Gewinne mit bestimmten Goldzertifikaten erzielen, sobald sie die Papiere wenigstens ein Jahr lang gehalten haben. Quelle: REUTERS

Bundesfinanzminister Olaf Scholz wollte steuerfreien Gewinnen mit Gold-Zertifikaten, etwa Xetra-Gold, einen Riegel vorschieben. Doch dazu kommt es nun nicht.

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Gute Nachricht für Gold-Anleger: Sie werden auch in Zukunft weiter steuerfreie Gewinne mit bestimmten Goldzertifikaten erzielen können, sobald sie die Papiere wenigstens ein Jahr lang gehalten haben. Eigentlich wollte Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) dies ab 2021 ändern. Im Referentenentwurf für das Jahressteuergesetz 2020 hatte noch gestanden, dass künftig auch „Erträge aus sonstigen Kapitalforderungen“ zu den Einkünften aus Kapitalvermögen zählen sollten, sofern „anstelle der Rückzahlung oder des Entgelts eine Sachleistung zugesagt oder geleistet worden ist“.

Genau das hätte auch die mit Gold besicherten Zertifikate umfasst, beliebte Wertpapiere wie Xetra-Gold oder auch Euwax Gold II, bei denen Anleger sich das hinterlegte Gold auch physisch ausliefern lassen können. Von 2021 an wären diese steuerlich damit nicht mehr wie physisches Gold, also Barren oder Münzen, behandelt worden.

Im Mittwochabend veröffentlichten Regierungsentwurf des Jahressteuergesetzes fehlt diese Passage nun, damit würde es nach aktuellem Stand bei der Steuerfreiheit bleiben. Nach Veröffentlichung des Referentenentwurfs war lautstarke Kritik an der geplanten Änderung geäußert worden: Viele Juristen hielten die Änderung für nicht mit der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) vereinbar. In mehreren Urteilen hatte der BFH bei derartigen Zertifikaten in der Vergangenheit entschieden, dass diese keine Kapitalforderungen darstellten (VIII R 4/15, 35/14 und IX R 33/17).

Der Gesetzgeber hätte auf Basis des Referentenentwurfs versucht, die Definition einer Kapitalforderung zu ändern und auszuweiten. Nun bleibt es, soweit absehbar, beim Status quo. Das erleichtert Gold-Investments, auch wenn letztlich nur physisches Gold eine Krisenversicherung abseits des Finanzsystems ermöglicht.

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