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GoldpreismanipulationBarclays muss 26 Millionen Pfund Strafe zahlen

Wegen Manipulation am Goldpreis ist die britische Barclays als erste Bank zu einer Strafe verurteilt worden. Das Bußgeld beträgt 26 Millionen Pfund. 23.05.2014 - 18:43 Uhr

Aktuell drückte der überraschend starke Stellenaufbau in den USA den Goldpreis am Freitag auf ein Acht-Wochen-Tief. Eine Feinunze verbilligte sich auf bis zu 1695,20 Dollar. Investoren zogen sich angesichts der verbesserten Konjunkturaussichten aus dem "sicheren Hafen" Gold zurück und steckten ihr Geld in vermeintlich renditeträchtigere Anlagen wie Aktien. Das passt zu der Stimmung, die Anfang des Jahres bereits einmal bei den institutionellen Investoren herrschte:

Foto: dpa

Schon Mitte Mai dieses Jahres schien der Glanz des Goldes verblasst. Mit einem Preisrückgang von 20 Prozent gegenüber dem Allzeithoch vom September 2011 schien der Bärenmarkt erreicht. Der Preis für die Unze Gold verbilligte sich am Kassamarkt auf 1.526,97 Dollar. Dabei hatten Experten, etwa von der US-Bank Goldman Sachs, dem Edelmetall noch für weitere fünf Jahre steigende Preise prophezeit. Nur die großen Investoren schienen sich nicht darauf zu verlassen. Sie stießen schon seit Februar 2012 peu a peu ihre Goldbestände ab und investierten statt dessen in den Dollar.

Foto: dpa/dpaweb

Nachdem der Goldpreis elf Jahre in Folge stetig gestiegen ist und sich letztlich sogar versiebenfachte, sanken die Gold-ETFs auf einmal. Von einem Rekordvolumen von 2.410,2 Tonnen ging es um mehr als 30 Tonnen nach unten, internationale Banken kassierten ihre Prognosen.

Foto: dpa

Jetzt erklärte US-Starinvestor Jim Rogers, er setze weiterhin auf Gold. "Ich werde mein Gold und mein Silber nicht verkaufen. Beide Metalle4 werden im Bullenmarkt noch vie, viel weiter im Kurs steigen", sagte er.

Noch Ende August hatte er das Edelmetall Silber als deutlich renditestärker gelobt. Silber sei ein Schnäppchenmit einem deutlich volatileren Kurs, als es bei Gold der Fall sei. Das mache Silber viel interessanter, weil es höhere Gewinnaussichten verspreche.

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Auch Hedgefonds-Manager John Paulson glaubt an die Bedeutung des Edelmetalls. "Jatzt ist der richtige Augenblick, sich auf Gold zu konzentrieren", sagte er im Hinblick auf eine sich weiter verschärfende Inflation. Vielleicht sollten Anleger den Worten Paulsons zumindest Gehör schenken. Paulson hatte als einer der wenigen vor der Finanzkrise auf einen Zusammenbruch des US-Häusermarktes gewettet. Seinem guten Riecher verdankt er immerhin ein Vermögen von elf Milliarden Dollar.

Foto: REUTERS

Auch der britische Star-Investor Jeremy Grantham hält Gold für den besten Inflationsschutz. "Bei steigender Inflation steigt auch der Goldpreis", ist er sich sicher.

Foto: dpa

US-Investor George Soros hat seine Anteile am Goldfonds SPDR Gold Trust bereits bis Ende Juni annähernd verdoppelt. Zuvor war er im großen Stil aus den Goldinvestments ausgestiegen, weil er "die ultimative Blase" befürchtete. Diese Gefahr sieht er nun nicht mehr - Gold sei wieder ein Kauf.

Foto: dpa

Die britische Barclays muss als erste Großbank für die Manipulation des Goldpreises eine Strafe zahlen. Die Buße für mangelhafte interne Kontrollen belaufe sich auf 26 Millionen Pfund (gut 32 Millionen Euro), wie die nationale Finanzaufsicht FCA am Freitag mitteilte. Verfehlungen habe es zwar von 2004 bis 2013 gegeben. Bestraft worden sei aber vor allem das Vorgehen eines Händlers Ende Juni 2012. Besonders brisant ist, dass die skandalreiche Bank nur einen Tag vor dem Vorfall als erstes Institut weltweit eine Strafe wegen der Manipulation des Interbanken-Zinses Libor aufgebrummt bekommen hatte.
Obwohl auch die Aufseher in Deutschland und in den USA das Goldpreis-Fixing gerade genauer anschauen, handelt es sich einem Insider zufolge um einen Einzelfall, der nicht Teil einer größeren Überprüfung von Banken sei. Für Barclays-Chef Antony Jenkins ist es gleichwohl ein Rückschritt bei den Bemühungen, die Vergangenheit mit zahlreichen Skandalen hinter sich zu lassen. Er hatte der Bank bei seinem Antritt im August 2012 einen Kulturwandel verordnet, um sie wieder in ruhigeres Fahrwasser zu steuern. Das Institut bedauere den Vorfall und nehme ihn zum Anlass, die internen Kontrollen weiter zu verbessern, erklärte Jenkins.


Im konkreten Fall hatte ein Händler den Goldpreis manipuliert, um eine Zahlung von 3,9 Millionen Dollar an einen Kunden aus einem Optionsgeschäft zu vermeiden. Da dies nur einen Tag nach der Veröffentlichung der Buße im Libor-Skandal geschehen sei, sei es ganz klar, dass der Bank und dem Händler der Interessenkonflikt bewusst gewesen sein müsse, erklärte die FCA. Den Händler verdonnerte sie zu einer Strafe von knapp 96.000 Pfund.
Barclays hatte im Juni 2012 als erstes Institut eine Buße von 450 Millionen Dollar für die Manipulation des Referenz-Zinssatzes Libor aufgebrummt bekommen, der Grundlage für unzählige Finanzgeschäfte ist. In dem Skandal mussten später auch andere Geldhäuser wie die Deutsche Bank, die Schweizer UBS und die Royal Bank of Scotland hohe Summen zahlen.
Am Gold-Fixing sind noch vier Institute beteiligt: neben Barclays, die britische HSBC, die kanadische Bank of Nova Scotia und Societe Generale aus Frankreich. Die Deutsche Bank hat sich kürzlich aus dem exklusiven Kreis verabschiedet, der den Goldpreis in einer Telefonkonferenz zwei Mal am Tag festlegt.

rtr
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