Goldreserven Deutscher Goldschatz im Reisefieber

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Offizielle Bekanntgabe, wie viel Gold wo liegt

Wo das Geld jetzt sicher ist
Bargeld Quelle: Sebastian_Wolf
Goldbarren und -münzenDas Edelmetall ist die Notfallreserve außerhalb des Finanzsystems schlechthin. Wer mit dem Schlimmsten rechnet, hofft, dass er kleinere Goldmünzen gegen Lebensmittel oder Medikamente tauschen kann, wenn Banken ihn nicht mehr mit Bargeld versorgen. Verwahren Anleger ihr Gold allerdings im Bankschließfach, kann es nach einer Bankpleite dauern, bis sie Zugriff bekommen. In Krisenzeiten fällt der Goldpreis mitunter. Großanleger wie Hedgefonds müssen ihren Goldbestand verkaufen, um flüchtende Anleger auszuzahlen. Da in Panikphasen andere Anlagen wie Aktien oder Anleihen stark an Wert verlieren oder illiquide werden, ist Gold dann eine der wenigen Anlagen, die sie noch zu Geld machen können. Quelle: dpa
Spareinlagen: Sparkassen/VolksbankenIhren Kunden versprechen Sparkassen, Landesbanken sowie Genossenschaftsbanken, dass sie Pleiten der zu ihrer jeweiligen Gruppe gehörenden Institute im Vorfeld verhindern. Meist geschieht das über Fusionen von schwachen mit stärkeren Mitgliedern. Kommt es zu keiner Pleite, muss auch kein Geld gerettet werden. Dadurch sollen auch Zertifikate und Anleihen vor einem Totalverlust sicher sein. Das ist ein Unterschied zu anderen Einlagensicherungssystemen. Die Solidarität funktionierte bislang, könnte aber bei der Schieflage großer Institute überstrapaziert werden. Quelle: dpa
Fresenius Quelle: Pressebild
Deutsche Börse Quelle: dapd
Investmentfonds Quelle: Wolfgang - S - Fotolia
Sparschwein Quelle: Edel Rodriguez

Ziemlich sicher war also schon durch den Bericht abzulesen, dass in New York nicht – wie es seit Jahren durch die Medienwelt geistert – zwei Drittel des Bundesbankgoldes lagern können, wenn ziemlich sicher mehr als 43 Prozent in London und Frankfurt lagern. Nach Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ sollten es etwa 1500 Tonnen sein, was gut 44 Prozent Anteil entsprochen hätte. Nach dieser Rechnung verblieben also noch etwa 400 Tonnen, die die Bundesbank in Paris von der Banque de France verwahren lässt.

Weil die Bundesbank dann doch nicht mehr zurückrudern konnte – oder wollte, gab Bundesbank-Vorstand Claus-Ludwig Thiele dann am vergangenen Mittwoch bekannt, wie viel Gold nun tatsächlich in New York, London, Paris und Frankfurt lagert (siehe Grafik). Es war eigentlich nur die nachträgliche Bestätigung dessen, was aus dem Bericht des Bundesrechnungshofs trotz seiner geschwärzten Passagen längst herauszulesen war.

Grafik

Niemand konnte erwarten, dass die Bundesbank ganz offiziell zugibt, sich in der Vergangenheit nicht mit größter Sorgfalt um das Gold der Deutschen gekümmert zu haben, und nun auf Druck von Bundesrechnungshof und Politik Absprachen mit anderen Notenbanken kassiert.

Immerhin überführte sie schon eine Menge Gold aus London nach Deutschland – und mindestens 150 Tonnen kommen in den kommenden drei Jahren aus New York dazu, um hier eingeschmolzen und auf Menge und Echtheit überprüft zu werden. Dass das Gold anschließend wieder zurück nach New York geht, ist unwahrscheinlich.

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Problemlose Rückführung

Auch in der Bundesbank reifte in der vergangenen Woche offenbar die Erkenntnis, dass Unabhängigkeit einer Notenbank nicht zwingend Intransparenz bedeuten muss. Um ihr wichtigstes Gut, das Vertrauen der Bundesbürger, nicht zu verspielen, wird sie das im Ausland verwahrte Gold früher oder später genau unter die Lupe nehmen und weitere Mengen nach Deutschland bringen. Eigentlich sollte sie das problemlos können, wenn entsprechende Vereinbarungen mit den ausländischen Notenbanken ausgehandelt werden. In New York, London und Paris ist das Gold der Deutschen grundsätzlich sicher verwahrt. Doch am sichersten liegt es zweifellos daheim.

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