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Griechenland Anleger freuen sich über Hoffnungsschimmer

Bangen und Hoffen um Griechenland haben den deutschen Aktienmarkt am Dienstag bestimmt. Nach einem mauen Start sorgte ein Medienbericht für Kauflaune, wonach die EU-Kommission im Streit um Hilfen für das angeschlagene Euroland einen Kompromissvorschlag vorlegen könnte.

Die Bilder der Griechenland-Wahl
Starke Prognose für Syriza: Auf der Wahlparty des Linksbündnisses wird bei der Veröffentlichung der ersten Zahlen laut gejubelt. Quelle: ap
Den Tränen nahe: Einige Mitglieder feiern den Wahlsieg emotional. Quelle: Reuters
Dagegen herrscht bei der bisherigen Regierungspartei Nea Dimokratia Entsetzen – sie landet deutlich hinter Syriza. Quelle: ap
Pure Enttäuschung bei den Anhängern von Nea Dimokratia. Die bisherige Regierungspartei sackt deutlich ab. Quelle: Reuters
Schon die erste Wahlprognose sah Syriza mit 35,5 bis 39,5 Prozent vorne. Das ließ die Anhänger auf der Wahlparty jubeln. Quelle: Reuters
Auf der Wahlparty des linksradikalen Bündnisses Syriza feierten auch Deutsche mit – Anhänger der Linken. Die wollen „von Griechenland aus Europa verändern“. Quelle: Reuters
Alexis Tsipras (M.) war schon vor den ersten Prognosen der Mann des Tages. Wo der haushohe Favorit vom radikalen Linksbündnis Syriza auch auftauchte, das Interesse war gewaltig. Quelle: dpa

Die Hoffnung auf eine Annäherung im Streit um Griechenland hat den deutschen Aktienmarkt am Dienstag aus seiner Lethargie gerissen. Nach einem verhaltenen Start kletterte der Dax bis zum Nachmittag um 0,94 Prozent ins Plus auf 10 764,04 Punkte.

Die EU-Kommission will Griechenland laut einem Medienbericht sechs Monate Zeit für eine Einigung mit den Gläubigern geben. Dieser Kompromissvorschlag solle am Mittwoch auf dem Treffen der Finanzminister der Eurozone vorgelegt werden, erfuhr die Nachrichtenagentur Market News International (MNI) am Dienstag von einem hochrangigen Kommissionsvertreter.

Die neue griechische Regierung lehnt bisher eine Fortsetzung der Spar- und Reformpolitik ab. Das aktuelle Hilfsprogramm läuft Ende Februar aus. Laut der Agentur will die EZB in der Übergangszeit wieder griechische Anleihen als Sicherheiten akzeptieren.

Der Eurokurs stieg nach der Meldung kurzzeitig an, gab aber einen Großteil seiner Gewinne rasch wieder ab. Die Risikoaufschläge für griechische Staatsanleihen gingen weiter zurück.

Der MDax gewann 0,96 Prozent auf 18 905,27 Punkte. Der Technologiewerte-Index TecDax stieg um 0,95 Prozent auf 1493,04 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex Eurostoxx 50 verteuerte sich um 1,32 Prozent.

Der deutsche Leitindex Dax hatte seit Jahresanfang in der Spitze 17 Prozent zugelegt. In der Vorwoche erreichte er sein Allzeithoch bei 10 984 Punkten. Am Montag machten dann viele Anleger Kasse. Am Dienstag war der Handelsstart ebenfalls verhalten. Zunächst habe die wieder verschärfte Rhetorik des griechischen Regierungschefs Alexis Tsipras eine Stabilisierung im Dax verhindert, sagte Marktstratege Daniel Sugarman vom Londoner Wertpapierhändler ETX Capital.

Griechenland ist am schlechtesten in die EU integriert
Mann mit griechischer Flagge Quelle: dapd
Blick auf Warschau Quelle: dpa
Blick auf Riga Quelle: dpa
Blick auf das ungarische Parlament Quelle: dpa
Platz in Vilnius, Litauen Quelle: AP
Ein Mädchen winkt mit der schwedischen Flagge Quelle: dpa
Urmas Paet und Frank-Walter Steinmeier Quelle: dpa

An der Dax-Spitze verteuerten sich Conti-Aktien bis zum Nachmittag trotz schwacher Geschäftszahlen des französischen Wettbewerbers Michelin um 2,88 Prozent auf 203,90 Euro. Ohnehin standen Autowerte nach dem Rückschlag zu Wochenbeginn wieder ganz oben in der Anlegergunst: Die Anteile am Autobauer BMW gewannen 2,49 Prozent und Daimler-Titel legten 1,51 Prozent zu.

Die Aktie von HeidelbergCement stieg nach der Veröffentlichung der Geschäftszahlen um 0,96 Prozent auf 66,56 Euro. Im MDax verbilligten sich Metro-Aktien nach der Bilanzvorlage um 3,34 Prozent auf 28,66 Euro.

Ein weiterer Anteilsverkauf des Großaktionärs Permira hat derweil den Aktien von Hugo Boss ein Minus von 3,42 Prozent eingebrockt. Der Finanzinvestor platzierte Händlern zufolge 9 Millionen Aktien des Modekonzerns am Markt. Zudem sollen weitere Anteile direkt an die italienische Modedynastie Marzotto losgeschlagen werden.

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