Gute Vorsätze Wie werde ich ein besserer Anleger?

Viele Anleger nehmen sich vor, im kommenden Jahr noch besser zu werden. Vor allem weniger Fehlkäufe sollen es sein. Wie Sie den Weg zu einer längerfristig orientierten Anlagestrategie schaffen.

Zum Jahreswechsel nehmen sich viele Anleger vor, noch besser zu werden - damit das Sparschwein besser gefüllt ist. Quelle: imago / steinach

Bäumchen wechsel‘ Dich. Was beim Kindergeburtstag gut ankommt, ist bei der Geldanlage meistens fehl am Platz. Denn ein hektisches Hin- und Herwechseln von einer Anlagestrategie zur anderen bringt in der Regel mehr Stress als Rendite. Wer Aktien einfach kauft, weil der Nachbar oder die Boulevardpresse davon berichtet, bereut seine Entscheidung möglicherweise schnell. Ein Zurückrudern kostet oft viel Zeit und Geld.

Insbesondere an der Börse zeigt sich, dass kurzfristiges Handeln gerade Privatanlegern in der Regel nicht viel bringt. Zu hoch sind Transaktionskosten und Zeitaufwand. Wer stattdessen einen kühlen Kopf behält und seine Geldanlage vom Ende her denkt, steht meist besser da. Wer also fürs neue Jahr den Vorsatz hat, ein geduldiger Anleger zu werden, der sollte diese simplen Regeln beachten.

Habe ich überhaupt etwas übrig zum Anlegen?

Wer vorher überlegt, ob die eigenen Reserven ein Investment überhaupt zulassen, erspart sich möglicherweise kurzfristige Verkäufe. Anderenfalls sorgt ein kaputter Geschirrspüler dafür, dass die gerade erst erworbenen, ach so vielversprechenden VW-Aktien schneller wieder verkauft werden müssen, als Ihnen lieb ist.

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Anlageexperten raten daher zu einem Notgroschen. „So eine Notfall-Liquidität muss erst mal angespart werden“, sagt Michael Weißer, Marktbereichsleiter Privatkunden bei der Kreissparkasse Düsseldorf. Laut Faustformel sollten es rund drei Nettogehälter sein, auf die der Anleger im Ernstfall schnell zugreifen kann. Konkret richtet sich die Höhe der Rücklagen allerdings nach den eigenen Bedürfnissen. Teuer wird es beispielsweise, wenn das Auto kaputtgeht. Wer auf den Benzinschlucker verzichtet, kommt eventuell auch mit einer kleineren Reserve aus.

Wichtig ist, dass das Geld schnell verfügbar ist. Am besten dafür geeignet ist ein Tagesgeldkonto. Anleger können jederzeit auf das Ersparte zugreifen, dennoch lassen sich in vielen Fällen zumindest Mini-Zinsen einstreichen.

Neben einer eisernen Reserve sollten auch grundlegende Risiken abgesichert sein, bevor es überhaupt ans Anlegen geht. Wer zwar fleißig in Zertifikate investiert, aber Elementares wie Haftpflichtschäden nicht abgesichert hat, bekommt schnell ein Problem. Insbesondere eine Haftpflichtpolice sollte jeder haben. Kleine Fehler können sonst schnell zum finanziellen Desaster werden. Auch gegen Berufsunfähigkeit ist Schutz ratsam. Die Police springt ein, wenn Arbeitnehmer ihren Beruf nicht mehr ausüben können – auch aus psychischen Gründen. Anlageexperten wie Weißer verweisen darauf, dass die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) einen deutlich umfassenderen Schutz bietet als beispielsweise eine private Unfallversicherung. Letztere springt nur bei einem Unfall ein, nicht bei Krankheiten wie Burnout. Je früher die BU abgeschlossen wird, desto niedriger sind in der Regel die Beiträge.

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