Gute Zeiten für Gläubiger Schuldner zahlen immer schneller

Ausstehende Rechnungen werden in Deutschland von der großen Mehrheit der Schuldner immer schneller und pünktlicher bezahlt. Für 2014 rechnen Experten noch mit einer weiteren Verbesserung.

Welche Geldanlage am meisten bringt
Wer heute sein Erspartes auf ein Tagesgeldkonto legt, bekommt im Schnitt 0,75 Prozent Zins. vor fünf Jahren lag die Verzinsung noch bei durchschnittlich vier Prozent. Wer sein Geld vor zehn Jahren auf einem solchen Konto geparkt hat, bekam über diesen Zeitraum durchschnittlich 1,9 Prozent Zins. Von 2003 bis 2013 ergibt sich also ein Vermögenszuwachs von 20 Prozent. Quelle: dpa
Immobilien bieten einen guten Inflationsschutz sowie eine stabile Rendite. Eine Wohnung, die im Jahr 2003 noch 3000 Euro pro Quadratmeter kostete, gibt es heute für 5000 Euro. In den letzten zehn Jahren haben Immobilienanleger damit eine Wertsteigerung in Höhe von 70 Prozent erfahren. Auch in den nächsten Jahren sollten Häuser weiter im Wert steigen - natürlich abhängig von der Lage und dem Zustand der Wohnung. Quelle: dpa
Auch mit edlen Weinen lässt sich Geld verdienen: Spitzenweine haben im Schnitt in den letzten zehn um 182 Prozent an Wert zugelegt. Allein beim Bordeaux sind Wertsteigerungen von 100 Prozent drin - pro Jahr. Quelle: dpa
Wer noch Großvaters Briefmarkenalbum auf dem Speicher hat, kann sich freuen. Seltene Briefmarken in makellosem Zustand haben allein in den letzten zehn Jahren eine Wertsteigerung von 255 Prozent erfahren. Quelle: dpa
Noch lukrativer sind allerdings Aktien: Auch wenn der Dax gerade die 9000-Punkte-Schwelle gerissen hat, lassen sich mit Aktien satte Gewinne machen. 2003 lag der Dax nämlich noch bei 3500 Punkten. Das entspricht einer Steigerung von 260 Prozent. Quelle: dpa
Gold und Goldschmuck sind seit 2003 durchschnittlich um 295 Prozent im Wert gestiegen - trotz zuletzt sinkender Preise. Quelle: dpa
Noch besser als Gold, Aktien oder Immobilien haben sich allerdings Oldtimer entwickelt: Laut dem Deutschen Oldtimer Index für 2012 lag die Wertsteigerung bei historischen Autos in den letzten zehn Jahren bei 430 Prozent. Welche die beliebtesten Oldtimer sind, erfahren Sie übrigens hier. Quelle: dpa

Ausstehende Rechnungen werden in Deutschland von der großen Mehrheit der Schuldner immer schneller und pünktlicher bezahlt. Spitzenreiter bei der Zahlungsmoral ist mittlerweile sogar der Bau als einstiges Sorgenkind. Für 2014 rechnen Experten noch mit einer weiteren Verbesserung.

Dank verbesserter Konjunkturaussichten und einer solideren Finanzausstattung vieler Unternehmen werden Rechnungen in Deutschland nach Experteneinschätzung im kommenden Jahr wieder pünktlicher beglichen. "Das Geld ist da - es wird besser bezahlt", sagte Michael Bretz von der Wirtschaftsauskunftei Creditreform der Nachrichtenagentur dpa. "Es deutet alles auf eine weitere Verbesserung der Zahlungsmoral hin", so der Experte.

Viele Unternehmen hätten Lehren aus der Finanzkrise gezogen und seien nun finanziell deutlich besser ausgestattet. "Der Finanz-Schock hat dafür gesorgt, dass nun auch mittelständische Unternehmen Eigenkapital ansammeln", sagte Bretz. Experten gingen davon aus, dass sich dieser Trend fortsetze.

Bei einer im Herbst dieses Jahres vorgestellten Creditreform-Umfrage hatten 83,2 Prozent der 4000 teilnehmenden Unternehmen angegeben, dass Rechnungen spätestens nach 30 Tagen bezahlt würden. Im Vorjahr hatte der Wert bei 79 Prozent gelegen.

Vor allem beim Bau kam es vor dem Hintergrund einer verbesserten wirtschaftlichen Lage zu einem Anstieg der Zahlungsmoral: Mit einer Schnellzahler-Quote von 87,5 Prozent konnte sich die bislang eher zu den Sorgenfällen zählende Branche gegenüber dem Vorjahreswert von 79,9 Prozent deutlich verbessern und wurde sogar zum positiven Spitzenreiter.

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Die Quote der besonders säumigen Zahler mit einem Verzug von mehr als 90 Tagen konnte über alle Branchen hinweg von 2,1 Prozent auf nur noch 1,1 Prozent nahezu halbiert werden. Beim Bau fiel der Wert sogar von 2,2 Prozent auf einen Tiefstand von nur noch 0,3 Prozent.

Fast jedes vierte der insgesamt befragten Unternehmen (22 Prozent) konnte alle ausstehenden Rechnungen eintreiben und damit Forderungsausfälle sogar ganz vermeiden. Im Vorjahr hatte diese Quote noch bei 19,8 Prozent gelegen.

Entgegen dem Trend kam es bei den kompletten Zahlungsausfällen bei den größeren Forderungen von mehr als einem Prozent des Umsatzes zu einem Anstieg. Jedes zehnte Unternehmen (10 Prozent) musste einen derartig massiven Ausfall verbuchen. Im Vorjahr hatte die Quote noch bei 9,2 Prozent gelegen. „Das kann für Unternehmen mit niedrigen Gewinnmargen wie etwa im Einzelhandel schnell zur Existenzbedrohung werden“, sagte Bretz.

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