Historische Wertpapiere Aktien ohne Risiko

Ihre Preise steigen stetig. Doch das Geht nur so lange gut, wie es Sammler-Nachwuchs gibt.

Flensburger: Keiner wollte die Aktie, doch die Bierflasche wurde für fünf Euro versteigert Quelle: dpa/dpaweb

Los 1586, die Flensburger Brauereien AG von 1922, kommt nun zum Ausruf“, sagt Auktionator Michael Weingarten, bückt sich, greift unter sein Rednerpult – und taucht mit einer Flasche Flensburger Pilsener wieder auf. An der alten Aktie für 300 Euro hat niemand im Saal des NH-Hotels Frankfurt Interesse, an dem Bier schon. Ein Wertpapiersammler in der ersten Reihe ersteigert lediglich die Flasche für fünf Euro und kommentiert: „Das war der beste Kauf des Tages.“

Spaß muss sein. Denn der steht beim Sammeln von historischen Wertpapieren – alten, ungültigen Aktien und Anleihen in Papierform – im Vordergrund. Gewinne sind mit der Liebhaberei dagegen nur mit einem Portfolio äußerst rarer Stücke zu erzielen. Dafür ist die Rendite aber seit den Anfängen des mit rund 30 Jahren immer noch jungen Sammelgebietes stattlich: zehn Prozent pro Jahr.

Manchmal spielen auch die dekorativen Elemente eine Rolle Quelle: AP

Spekulation mit Goldpapieren

Sogar eine Spekulationsblase, wie man sie von der Börse kennt, erlebt der Markt für historische Wertpapiere derzeit. Im Mittelpunkt des Interesses stehen mexikanische Staatspapiere mit einem Nennwert in Gold. Die Sammler hoffen, dass die Papiere noch gültig sind und irgendwann einmal eingelöst werden.

Bei der Versteigerung der Freunde Historischer Wertpapiere (FHW) in Frankfurt, der 100. des Auktionshauses, hat Weingarten insgesamt 2533 Wertpapierlose über eine Ausrufsumme von einer Million Euro zusammengetragen.

„Das gab es noch nie“, sagt der Auktionator. Bei den etwa 100 Sammlern im Saal trifft die Rekordauktion jedoch auf ein geteiltes Echo. Viele tolle Stücke, sagen die einen. Zu viele, beklagen die anderen.

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