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Immobilien Vergessen Sie das Häuschen, kaufen Sie Aktien!

Immobilien sind sicher. Aktien sind riskant. Das meinen viele Deutsche. Ein Denkfehler. Statt überteuerte Preise für Häuser zu zahlen, sollten Anleger nach Immobilienaktien schauen. Wir zeigen, worauf Sie achten sollten.

Die sieben Hürden bis zum Traumhaus
Hürde 1: Das Leben genießenLieber ausgehen als zuhause hockenIn jungen Jahren sind die Prioritäten ganz andere als in späteren Jahren, belegt eine Online-Umfrage der GfK. Frage: Wenn Sie einmal an Ihre aktuelle Situation denken: Welche Bedeutung haben die folgenden Aspekte heute in Ihrem Leben? Partnerschaft - Leben genießen - Berufliche Karriere - Eigene Kinder - Absicherung im Alter - Eigenes Haus. Ergebnis: „Partnerschaft“ und „Leben genießen“ sind für 20- bis 30-Jährige heute die wichtigsten Lebensziele. Beide Aspekte kommen jeweils auf knapp ein Viertel. Berufliche Karriere und Kinder folgen mit deutlichem Abstand, Altersvorsorge und ein Häuschen liegen am Ende der Rangliste. Quelle: obs
Lieber flirten als sich bindenMit wem wohnen die jungen Leute heute? 45 Prozent der jungen Leute lebten in einer Partnerschaft ohne Kind, ein Viertel lebe allein, heißt es in einer aktuellen Allianz-Studie. Wohngemeinschaften sind dagegen out: Nur fünf Prozent der Befragten nannten diese Möglichkeit. Beliebter sind da noch die eigenen Eltern, die auf 11 Prozent kommen. Quelle: gms
Lieber mieten als kaufenEine Mietwohnung ist gut geeignet für junge Leute, die sich noch nicht binden wollen und lieber ihr Leben genießen möchten. Wie wohnen Sie derzeit? Das fragte die GfK Marktforschung im Auftrag des Versicherers Allianz 2155 junge Leute: Frauen und Männer, die zwischen 20 und 30 Jahren alt sind, eine abgeschlossene Schul- oder Berufsausbildung besitzen und berufstätig sind. Das Ergebnis: Knapp drei Viertel der Befragten wohnen derzeit zur Miete. Ein eigenes Haus besitzen nur 14 Prozent. Quelle: dpa
Hürde 2: Vom anderen Leben träumenSüße KinderWer Kinder hat oder möchte, geht den Nestbau früher an. Befragt man junge Leute, die bereits konkret das eigene Heim planen, so zeigt sich: Immobilienplaner wohnen viel häufiger mit Kindern zusammen. Diejenigen, die sich nicht nur für eine eigene Immobilie interessieren, sondern bereits konkrete Vorstellungen davon haben, leben mehrheitlich mit ihrem Partner (54 Prozent) oder mit Partner und Kind (19 Prozent) zusammen. Im Bild: Die elf Kinder der Eltern Ronny Reinhard und Partnerin Simone stehen in ihrer Wohnung in Leipzig am Bett ihres vor kurzem geborenen 12. Geschwisterchens Nick. Quelle: dpa
Freistehendes HausVon der eigenen Traum-Immobilie hat jeder Vierte, für den ein Eigenheim in Frage kommt, schon konkrete Vorstellungen: Die meisten wünschen sich ein freistehendes Einfamilienhaus (36 Prozent), ergab die Studie. Quelle: dpa
Großer GartenIn einem großen Haus wollen die jungen Leute zusammen mit ihrer Familie wohnen (47 Prozent) und im Garten Obst und Gemüse anbauen können (36 Prozent) – am liebsten in Stadtrandlage (20 Prozent), ergab die GfK-Studie. Fast jeder Zweite (48 Prozent) der Befragten hält dieses Wohnziel auch für realistisch. Quelle: gms
Hürde 3: Sein Leben ändernHeiraten45 Prozent der jungen Leute leben in einer Partnerschaft ohne Kind, ein Viertel lebt allein. Immer mehr Paare leben dabei ohne Trauschein zusammen, stellt der Bayerische Notarverein fest. Und erwerben oder halten gemeinsam Grundbesitz. Solange die Zweisamkeit währe, ergäben sich in der Regel keine Probleme. Aber was ist im Fall der Trennung? Oder wenn einer der Partner stirbt? Anders als bei Ehegatten bestehen für unverheiratete Paare keine ausdrücklichen gesetzlichen Bestimmungen. Wer hier Probleme vermeiden wolle, sollte schon beim Erwerb der Immobilie eine vertragliche Vereinbarung treffen, raten Notare. Unter Umständen reiche eine Vereinbarung aus, die sich nur auf den Grundbesitz bezieht. Manchmal empfehle sich auch ein umfassender Partnerschaftsvertrag, in dem alle Bereiche des Zusammenlebens - wie gemeinsames Vermögen, Haushaltsführung, Unterhalt und Versorgung - geregelt werden können. In jedem Fall könne dies viel Ärger, Zeit und Geld ersparen. Kein Problem sei übrigens eine spätere Heirat. Diese mache eine Vereinbarung jedoch nicht entbehrlich. Denn nach den gesetzlichen Vorschriften für die Ehescheidung werde nur das während der Ehezeit erworbene Vermögen aufgeteilt. Im Bild: Hochzeitspaare aus China posieren in Füssen (Schwaben) an einem Oldtimer. 15 Paare aus China gaben sich in Füssen gemeinsam das Hochzeitsversprechen. Quelle: dpa

Seit der Finanzkrise hat ein Ansturm auf Immobilien eingesetzt. Die Menschen fürchten, dass ihr Geld bald weniger wert sein wird. Deshalb stecken sie es lieber in Beton und Steine. Die Flucht ins Eigenheim nimmt zum Teil absurde Formen an. Um ein Haus in begehrter Lage zu ergattern, sind Käufer bereit, extreme Preise zu zahlen. Ob das eine gute Idee ist, wird sich jedoch erst Jahre später zeigen, beim Verkauf. Die Risiken einer Immobilie – etwa Finanzierung oder Nebenkosten – werden oft außer Acht gelassen.

Bei Aktien ist es genau umgekehrt. Hier schauen die Deutschen vor allem auf die Risiken. Kursschwankungen schrecken viele ab. Schließlich hat die Aktie einen Preis, der sich täglich verändert. Dass viele Aktien nach wie vor unterbewertet sind, wird gerne übersehen. „Dass Aktienkurse schwanken, ist kein Grund, nicht zu investieren; auch die Preise von Immobilien schwanken stark - allerdings sieht man es dort nicht jeden Tag“, sagt Privatbankier Friedrich von Metzler.

Dabei lassen sich die Vorteile von Immobilien und Aktien kombinieren: Mit Immobilienaktien können Anleger vom Immobilienboom profitieren, ohne gleich ein Haus zu kaufen. Der Vorteil: Schon mit kleinem Geld kann man einsteigen, und jederzeit wieder aussteigen. Zugegeben, ein Ersatz für die eigenen vier Wände ist das nicht. Aber als Geldanlage oder als Schutz vor Inflation können börsennotierte Immobilien-AGs durchaus interessant sein.

Preisentwicklung bei Wohnimmobilien seit der Eurokrise

„Zwei Aspekte sprechen für deutsche Immobilienaktien. Erstens weisen viele von ihnen nachhaltig hohe Dividendenrenditen aus. Zweitens besteht Potenzial auf Wertsteigerung“, sagt Markus Steinbeis, Leiter Fondsmanagement der Vermögensverwaltung Huber, Reuss & Kollegen.

Eine Immobilienaktie ist nichts anderes als ein Anteilsschein an einem Unternehmen, das sein Geld mit Immobilien verdient. Was viele abschreckt, ist eigentlich der große Vorteil: der Wert einer Immobilien-AG lässt sich jeden Tag am Börsenkurs ablesen; anders als bei Immobilienfonds, bei denen einmal im Jahr ein Sachverständiger vorbeikommt, um den Bestand zu bewerten.

Am deutschen Aktienmarkt ist eine Vielzahl dieser Firmen gelistet, zu den größten zählen Deutsche Wohnen, Gagfah, Deutsche Euroshop oder GSW Immobilien. Sie sind im MDax vertreten, dem Index der Deutschen Börse für die mittelgroßen Aktien. Demnächst kommt TAG Immobilien hinzu, der Aufstieg in den MDax ist bereits besiegelt.

Anleger sollten sich das Geschäftsmodell genau anschauen. Das kann sich von Fall zu Fall sehr unterscheiden: Die einen investieren in Wohnungen, andere setzen auf Büroimmobilien, wieder andere bauen Einkaufszentren; die einen leben von Mieteinnahmen, die anderen verdienen, indem sie Objekte günstig kaufen und teurer verkaufen.

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