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Insolvenzverwaltung MS Deutschland dient wohl nicht als Sicherheit für 50-Millionen-Anleihe

Exklusiv

Neue Hiobsbotschaft für die Gläubiger der MS Deutschland: Das Traumschiff aus dem ZDF kann offenbar nicht wie versprochen als Sicherheit für die MS-Deutschland-Anleihe dienen.

"Das Traumschiff" ist pleite
Das Kreuzfahrtschiff „MS Deutschland“ ist auf finanziellem Schlingerkurs: Die Geschäftsführung der MS „Deutschland“-Beteiligungsgesellschaft stellte am 29. November beim Amtsgericht Eutin (Schleswig-Holstein) Insolvenzantrag. Wie die Reederei mitteilte, soll die Sanierung in Eigenverantwortung erfolgen. Die Federführung dabei haben die Eigentümer an Wolfram Günther von der Restrukturierungsgesellschaft One Share Advisors vergeben. Die Löhne und Gehälter der Mitarbeiter seien bis Ende Januar gesichert. Die anstehenden Reisen der „Deutschland“ sollen wie geplant stattfinden. Quelle: dpa
Wie viel ist das Schiff, Baujahr 1998, noch wert? Ein Gutachter schätzte den Wert der „Deutschland“ auf 72 Millionen Euro. Ob dieser Preis im Falle eines Notverkaufs auch erzielt wird, ist allerdings zweifelhaft. Firmenchef Meier ließ die Schätzungen unkommentiert. Quelle: dpa
Bereits 2017 muss die Betreibergesellschaft 50 Millionen Euro an Anleihegläubiger zurückzahlen. Dabei wird das Unternehmen wahrscheinlich nicht einmal die Zinsen für das Jahr 2015 zahlen können, wie Callista-Chef Olaf Meier einräumte. Callista ist Eigentümer der MS Deutschland. Wovon auch soll die MS Deutschland ihre Anleihe finanzieren? Die Betreiber fuhren im vergangenen Jahr einen Verlust von 4,9 Millionen Euro ein. Quelle: dpa
Fälle gescheiterter Mittelstandsaktien gab es schon viele, nun steht mit dem kriselnden Traumschiff eine sehr bekannte Marke im Mittelpunkt. Deutsche Investoren folgten im Jahr 2012 dem Ruf der „Heuschrecke“ Aurelius, einem Private-Equity-Investor, und kauften die Anleihe der MS Deutschland. Quelle: dpa
Die Gelder aus der Anleihe wurden aber hauptsächlich benutzt, um alte Schulden abzubezahlen. Nur zwei Millionen seien in die Gesellschaft selbst geflossen, räumte Firmenchef Olaf Meier ein. Quelle: dpa Picture-Alliance
Aurelius versuchte auch Kosten zu sparen und wollte „Die Deutschland“ unter maltesischer Flagge fahren lassen. Doch nach einer emotionalen Auseinandersetzung, in die sich sogar die Bundesregierung eingeschaltet hatte, wurden die Pläne aufgegeben. Damit bleiben die Kosten eines der größten Probleme des Betreibers. Dieser hat nur ein einziges „Traumschiff“, wodurch die Fixkosten enorm hoch sind. Quelle: dpa
Anders läuft es dagegen bei der Konkurrenz. Anbieter wie Tui Cruises, Betreiber der „Mein Schiff 3“ und „Aida“, haben zweistellige Wachstumsraten. Ihr Vorteil: Sie betreiben zahlreiche Kreuzfahrtdampfer und machen die Kreuzfahrt zum Massengeschäft. Auf dem Bild: Elmar Mühlebach, Kapitän der „MS Deutschland“. Quelle: dpa

"Uns liegen zwei Gutachten vor, die bestätigen, dass das Schiff nicht wirksam als Sicherheit bestellt worden ist", sagte der vorläufige Insolvenzverwalter Reinhold Schmid-Sperber der WirschaftsWoche. Der Grund ist, dass Forderung und Sicherheit nicht in einer Hand liegen. So halten Anleger die Anleihe und der Treuhänder die Schiffshypothek: "Die Hypothek ist unwirksam", sagte Schmid-Sperber.

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