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Intelligent investieren

Gold ist die bessere Währung

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Fiat-Geld und die Blockchain

Fiat-Geld

Wenn das Gold angeblich das „perfekte Geld“ ist: Warum haben dann die heutigen Währungen keine Golddeckung mehr, warum sind sie nicht mehr wie früher in Gold einlösbar? Das hat politische, nicht ökonomische Gründe. Regierungen wollen nicht nur die Hoheit über das Geld, sondern auch eine Geldart, deren Wert sich nach politischer Interessenlage verändern lässt, um beispielsweise die Konjunktur zu beeinflussen oder Umverteilungen und Kriege zu finanzieren.

Das solide Goldgeld steht diesen ideologischen-politischen Vorhaben im Wege. So kam es, wie es kommen musste: Die Staaten ersetzten Anfang der 1970er Jahre das Goldgeld durch ihr eigenes Fiat-Geld.

(Das Wort fiat entstammt dem Lateinischen und heißt: „So sei es“ – Fiat-Geld lässt sich als oktroyiertes Geld, als Zwangsgeld, interpretieren.)

Ob US-Dollar, Euro, japanischer Yen, chinesischer Renminbi, Britisches Pfund oder Schweizer Franken – sie sind mittlerweile allesamt Fiat-Geld. Das Fiat-Geld zeichnet sich vor allem durch drei Eigenschaften aus: (1) Es wird von staatlichen Zentralbanken produziert, die das Monopol der Geldproduktion innehaben. (2) Fiat-Geld ist intrinsisch wertlos, es hat die Form von mit Tinte bedruckten Papierzetteln (beziehungsweise Baumwollstücken) und Einträgen auf Computerfestplatten (in Form von „Bits and Bytes“) – und die Geldmenge lässt sich im Grunde beliebig vermehren. Und (3) Fiat-Geld wird im Regelfall durch Bankkreditvergabe produziert, durch Kredite, die nicht durch „echte Ersparnis“ gedeckt sind; Fiat-Geld wird „ex nihilo“ geschaffen.

Für jeden Anleger ist die Einsicht höchst bedeutsam, dass das Fiat-Geld unter einer Reihe von ökonomischen und ethischen Defekten leidet. Es ist chronisch inflationär, verliert seine Kaufkraft im Zeitablauf. Fiat-Geld sorgt für eine unsoziale Verteilung von Einkommen und Vermögen. Es zettelt zudem Wirtschaftsstörungen an (löst „Boom-und-Bust“ aus) und treibt die Verschuldung der Volkswirtschaften immer weiter in die Höhe. Die jüngste Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 ist ein Beispiel par excellence für eine durch Fiat-Geld verursachte Krise. Solange die Volkswirtschaften am Fiat-Geld festhalten, muss man sogar damit rechnen, dass sich seine Missstände immer unverhohlener zeigen werden.

Blockchain

Die Märkte haben auf diese Einsicht reagiert: Spätestens seit der internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise ist die Suche nach „besserem“ Geld in Gang gekommen. Die sogenannten „Kryptowährungen“ wie Bitcoin und Co. bieten sich als eine bessere Alternative zu den offiziellen Fiat-Währungen an.

Reale Wertentwicklung Dax, Euro und Gold.

Ob sie sich durchsetzen, wird der „Wettbewerb der Währungen“ zeigen. In jedem Falle bringen die neuen Kryptoeinheiten, die um die Geldfunktion konkurrieren, eine höchst interessante Technologie mit: die „Blockchain“. Es handelt sich dabei um ein webbasiertes, dezentral verteiltes Kontenbuch. Mit der Blockchain wird eine neue Dimension der Transaktionsmöglichkeiten eröffnet, die auch für das Geld von größter Relevanz ist.

Nicht nur eine Kryptowährung wie der Bitcoin lässt sich mittels der Blockchain als Tauschmittel einsetzen, sondern mit der Blockchain lässt sich auch ein digitalisiertes Goldgeld aus der Taufe heben. Ein digitalisiertes Goldgeld wäre gewissermaßen ein monetärer Quantensprung – der den Weg zurück zu gutem, verlässlichem Geld ebnen kann. Ein Szenario, dass jedem Anleger empfiehlt, nicht leichtgläubig dem Fiat-Geld zu vertrauen. Denn Fiat-Währungen – anders als das Gold – verlieren nicht nur chronisch ihre Kaufkraft, sie sind immer auch dem Risiko ausgesetzt, ein vorzeitiges Ende zu nehmen. An die Geldqualitäten des Goldes reichen sie nicht annähernd heran.

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