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Investmentbank Imagerettung à la Goldman Sachs

Spenden an die Republikaner und ein Bekenntnis zur gleichgeschlechtlichen Trauung - die Manager von Goldman Sachs versuchen alles, um das ramponierte Image ihrer Bank zu verbessern. Doch leicht wird das nicht.

Lloyd Blankfein, Chairman und CEO von Goldman Sachs Quelle: REUTERS

Wenn’s um Geld geht, ist die Investmentbank Goldman Sachs immer ganz vorn dabei – das gilt auch beim Verteilen von großzügigen Spenden. Kein Wall-Street-Institut spendet so üppig für den Wahlkampf des konservativen Republikaners Mitt Romney wie Goldman Sachs. Schließlich ist der Multimillionär, der sein Vermögen bei der Investment-Firma Bain Capital machte, einer von ihnen.

Fast 500.000 Dollar ließen Manager der Bank für Romney springen, der um die Nominierung als Präsidentschaftskandidat seiner Partei kämpft und im November bei den Wahlen den amtierenden demokratischen Präsidenten Barack Obama besiegen will.

Millionen von der Wall Street
Die größten Spender von Mitt RomneyNoch liegt Mitt Romney deutlich hinter US-Präsident Barack Obama. Sowohl in der Wählergunst, als auch beim Spendensammeln. Der Amtsinhaber hat bislang Spenden in Höhe von über 86 Millionen US-Dollar eingesammelt. Sein ärgster Herausforderer kommt auf gut 32,2 Millionen US-Dollar. Ein Großteil der Geldgeber des US-Republikaners und ehemaligen Gouverneurs des Bundesstaates Massachusetts, Mitt Romney, stammt von der Wall Street. Größter Sponsor… Quelle: FEC Quelle: dpa
… sind die Angestellten und Mitglieder der Geschäftsführung der New Yorker Investmentbank Goldman Sachs. Von den Beschäftigten des Finanzdienstleisters gingen 354.700 US-Dollar auf das Konto von Romney und dessen Unterstützergruppen ein, listet die „Federal Election Commission“, die Kontrollbehörde für Präsidentenwahlen in den USA auf. Hintergrund: Jede Einzelperson, die mehr als 200 US-Dollar an einen Politiker überweist, muss neben Namen und Wohnort auch ihren Arbeitgeber angeben. Quelle: dapd
Auch den Angestellten der Credit Suisse ist Romney offenbar näher als US-Präsident Barack Obama. Über 250.000 US-Dollar haben Angestellte des US-Ablegers der Schweizer Bank für den US-Vorwahlkampf bereits locker gemacht, 86 Prozent des Geldes floss an die Republikaner. Insgesamt gingen bereits 195.250 US-Dollar an Romney. Grund für den starken Zuspruch der Wall Street: Romney hat einen Master of Business Administration und arbeitete unter anderem für die Unternehmensberatung Bain & Company in Boston. Später war der heute 64-Jährige Gründungspartner der 1984 gegründeten Private-Equity-Gesellschaft Bain Capital. Quelle: rtr
Ähnlich deutlich ist das Votum bei der Geschäftsführung und der Belegschaft der US-Bank Morgan Stanley. Von den über 400.00 US-Dollar Spendengeldern gingen 82 Prozent an die Republikaner. Der größten Teil des Kuchens ging an Romney bzw. an seine Unterstützergruppen. 185.800 US-Dollar spendeten die Banken, um Werbespots, Wahlkampfauftritte und Berater mitzufinanzieren. Quelle: AP Photo
Einzelpersonen dürfen in den USA nicht mehr als 5000 US-Dollar spenden. Jedenfalls nicht direkt an den Kandidaten. An ihrer Stelle springen die so genannten „PACs“ ein, „Political Action Committees“. Diese Lobbygruppen unterstützen Präsidentschaftskandidaten – am liebsten, in denen sie die politischen Gegner in TV-Spots denunzieren. US-Bürger dürfen grenzenlos an diese „PACs“ spenden. Ein besonders großzügiger Gönner ist Hedgefonds-Ikone John Paulson. Der Gründer und Präsident der Investmentgesellschaft „Paulson & Co.“  wurde berühmt, da er während der US-Immobilienkrise rechtzeitig gegen den Häusermarkt gewettet hatte und damit 2007 rund 3,7 Milliarden Dollar verdiente, mehr als jeder andere Hedge-Fonds Manager in dem Krisenjahr. Paulson hat eine Million US-Dollar an die Romney-nahe Gruppierung „Restore Our Future“ gespendet. Quelle: dpa.
Auch der Selfmade-Milliardär und Besitzer des US-Football-Teams Washington Redskins, Daniel Snyder, soll Mitt Romney laut "Washington Post" großzügig unterstützen. Quelle: rtr.
Die Beteiligungsgesellschaft H.I.G. Capital hat Niederlassungen in Miami, Atlanta, Boston, New York und San Francisco, sowie in London, Paris und Hamburg – und verwaltet mehr als 8,5 Milliarden US-Dollar. Im US-Vorwahlkampf haben deren Beschäftigte Mitt Romney bisher mit 186.500 US-Dollar unterstützt. Quelle: rtr.

Schuld an der Krise

Und nun das: Goldman-Sachs-Chef Lloyd Blankfein fällt aus der Rolle. Er spricht sich öffentlich für die Homosexuellenehe aus. „Ich bin Lloyd Blankfein, Chairman und CEO von Goldman Sachs, und ich unterstütze gleiche Rechte für alle bei der Eheschließung“, sagt der 57-jährige Banker in einem neuen Spot der Human Rights Campaign. Wie passt das denn nun zur Unterstützung des konservativen Republikaners? Romney ist als streng gläubiger Mormone strikt gegen gleichgeschlechtliche Ehen.

Eine mögliche Erklärung: Blankfein will um jeden Preis das Image der Bank verbessern, um sie aus dem Sperrfeuer von Politik und Justiz zu ziehen. Seit Beginn der Finanzkrise hat es Kritik und negative Publicity gehagelt. Aufsichtsbehörden und Politiker machen Goldman für die Entstehung der Krise verantwortlich.

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