Investmentgipfel Sparkassen kritisieren Hindernisse für eine neue Wertpapierkultur

Exklusiv

Laut DSGV-Präsident Georg Fahrenschon machen Steuern und überstrenge Vorschriften Anlegern Aktieninvestments madig - auch die mögliche Abschaffung der Abgeltungsteuer. Die Debatte käme zur Unzeit. Eine Exklusivmeldung.

Georg Fahrenschon, Präsident des Sparkassenverbands DSGV. Quelle: Bert Bostelmann für WirtschaftsWoche

Georg Fahrenschon, Präsident des Sparkassenverbands DSGV, hat sich auf dem WirtschaftsWoche Investmentgipfel vehement für eine neue Wertpapierkultur ausgesprochen. Einer breiteren Akzeptanz von Aktien bei Privatanlegern stünden aber Hindernisse im Weg. So müsse die Politik darauf achten, dass die Besteuerung von Wertpapieren diese nicht unattraktiv mache. Negativbeispiel sei die Diskussion um eine Abschaffung der Abgeltungsteuer, die derzeit sowohl von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble als auch Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel vorangetrieben wird.

Die Referenten und Diskutanten des Investmentgipfels
WirtschaftsWoche Investmentgipfel 2015 Quelle: Bert Bostelmann für WirtschaftsWoche
Hauke Reimer, Mitglied der Chefredaktion der WirtschaftsWoche. Quelle: Bert Bostelmann für WirtschaftsWoche
Paul Prandl, Geschäftsführender Gesellschafter brookmedia GmbH und Co KG Quelle: Bert Bostelmann für WirtschaftsWoche
Georg Fahrenschon, Präsident des Sparkassenverbands DSGV Quelle: Bert Bostelmann für WirtschaftsWoche
Prof. Dr. Isabel Schnabel Quelle: Bert Bostelmann für WirtschaftsWoche
Henning Gebhardt, Global Head of Equity, Deutsche Asset and Wealth Management Quelle: Bert Bostelmann für WirtschaftsWoche
Florian Homm Quelle: Bert Bostelmann für WirtschaftsWoche
Maximilian Baer, Vertreter der Deka-Gruppe Quelle: Bert Bostelmann für WirtschaftsWoche
Katja Suding, FDP Quelle: Bert Bostelmann für WirtschaftsWoche
Gerhard Schick, Bündnis90/ Die Grünen Quelle: Bert Bostelmann für WirtschaftsWoche
Dr. Gregor Gysi, Die Linke Quelle: Bert Bostelmann für WirtschaftsWoche
Jakob von Weizsäcker, EU-Parlamentier der SPD Quelle: Bert Bostelmann für WirtschaftsWoche
Dr. Gregor Peter Schmitz Quelle: Bert Bostelmann für WirtschaftsWoche
Diskussionsrunde Quelle: Bert Bostelmann für WirtschaftsWoche
WirtschaftsWoche Investmentgipfel Quelle: Bert Bostelmann für WirtschaftsWoche
René Obermann Quelle: Bert Bostelmann für WirtschaftsWoche
Björn Jesch von Union Investment Quelle: Bert Bostelmann für WirtschaftsWoche
Miriam Meckel Quelle: Bert Bostelmann für WirtschaftsWoche
"Die europäische Kapitalmarktunion - Von der Idee zur Wirklichkeit" lautete der Titel des Vortrags von Andreas Dombret, Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank. Er ging der Frage nach, ob die Maßnahmen zur Regulierung der Banken ausreichen oder gar schon über ihr Ziel hinausgeschossen sind. Quelle: Bert Bostelmann für WirtschaftsWoche
Michael Mewes, Leiter des Anleiheteams bei JP Morgan Asset Management, referiert über Chancen durch die Internationalisierung der Zinsanlagen. "Wir erwarten für China immer noch ein Wachstum von 6,X Prozent, nahe an der sieben", sagt er auf dem Investmentgipfel. Quelle: Bert Bostelmann für WirtschaftsWoche

„Die Debatte um die Abgeltungsteuer kommt völlig zur Unzeit“, kritisierte Fahrenschon. „Ein Ende der Abgeltungsteuer würde für viele Verbraucher eine höhere Belastung ihrer Dividenden und Veräußerungsgewinne bedeuten und den Aufbau einer aktiengestützten Altersvorsorge erschweren.“ Allmählich sei vielen Sparern klar geworden, dass sie wegen der niedrigen Zinsen ihr finanzwirtschaftliches Schneckenhaus verlassen müssten. Ausgerechnet in diesem Moment über steuerliche Verschärfungen zu debattieren, könnte das nötige Umdenken abwürgen.

Die Abgeltungsteuer belastet Einkünfte aus Aktien beim Anleger pauschal mit 25 Prozent. Diese Belastung ist bei vielen Privatanlegern niedriger als bei einer Besteuerung nach dem individuellen Einkommensteuersatz. Der DSGV-Präsident nannte die Pauschalierung eine sinnvolle Vereinfachung.

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Da die niedrigen Zinsen konventionelle Sparanlagen unrentabel machen, hat auch bei den Sparkassen ein Umdenken eingesetzt. Denn sie brauchen die Provisionseinnahmen aus dem Verkauf von Wertpapieren, um die schrumpfenden Einnahmen aus dem klassischen Einlagen- und Kreditgeschäft auszugleichen.

Nach Ansicht von Fahrenschon steht der breiteren Akzeptanz von Aktien eine massive Regulierung im Weg. Beispiel seien die umfangreichen Beratungsprotokolle, die Banken Anlegern zur Verfügung stellen müssten. Nach Zahlen des Deutschen Aktieninstituts hätten daher schon 65 Prozent der Kreditinstitute die Beratung zu Einzelaktien reduziert – und 22 Prozent diese sogar ganz eingestellt.

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