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Jahresbilanz Skandalträchtige Vatikanbank vervierfacht Gewinn

Eben stand die Vatikanbank noch wegen Geldwäsche, Korruption und Schmuggel im Zentrum der Aufmerksamkeit, jetzt sind es gute Zahlen. Die IOR legt erstmals eine Bilanz vor - und die hat es in sich.

Die Vatikanbank IOR legt erstmals eine Jahresbilanz vor. Quelle: dpa

Nach den Vorwürfen der Geldwäsche und Korruption um die Vatikanbank hat der Vatikan am Dienstag erstmals eine Jahresbilanz für sein Geldhaus vorgelegt. Damit will Papst Franziskus nach den jüngsten Skandalen für mehr Transparenz in den Aktivitäten der Bank sorgen. Das 100 Seiten starke Papier weist für das Geschäftsjahr 2012 einen um das Vierfache auf knapp 87 Millionen Euro gestiegenen Gewinn aus. Davon erhielt der Papst mehr als 50 Millionen Euro für seine gemeinnützige Arbeit.

Für das Geschäftsjahr 2013 erwartet Bankpräsident Ernst von Freyberg ein nicht so gutes Abschneiden. Unter anderem würden die außerordentlichen Ausgaben für den angestrebten internen Transparenzprozess sowie höhere Zinsen zu Buche schlagen, sagte er in einer Mitteilung. Mit der Veröffentlichung der Finanzdaten erfülle die Bank indes ihr Versprechen, für mehr Transparenz über ihre Aktivitäten zu sorgen, hieß es weiter. Die 1942 gegründete Vatikanbank stand seit jeher im Visier der Ermittler. Papst Franziskus kündigte ein entschiedenes Vorgehen gegen Korruption an.

Papst Franziskus, Fürsprecher der Armen
Der neue Papst Jorge Mario Bergoglio ähnelt in seinem bescheidenen Lebensstil seinem italienischen Namenspatron Franziskus aus dem 13. Jahrhundert, der freiwillig in Armut lebte und einen Bettelorden gründete. Quelle: AP/dpa
Bergoglio ist der 266. Pontifex der Kirchengeschichte, aber der erste Papst aus Lateinamerika und der erste Jesuit auf dem Heiligen Stuhl. Er wurde am 17. Dezember 1936 als Sohn italienischer Einwanderer geboren - dies dürfte eine enge Verbindung zu seiner neuen Heimat im Vatikan schaffen. Quelle: AP/dpa
Nach einer Ausbildung als Chemietechniker entschied er sich für das Priesteramt und wurde 1969 zum Priester geweiht. Schon nach vier Jahren wurde er 1973 zum Provinzial des Jesuitenordens für Argentinien gewählt und leitete dann bis 1979 den Orden in dem lateinamerikanischen Land. Während dieser Zeit begann die Militärdiktatur, in deren Verlauf rund 30.000 Menschen verschleppt und ermordet wurden. In seiner Heimat wurde der Vorwurf erhoben, Bergoglio habe als Jesuiten-Provinzial während der Militärdiktatur Ordensbrüdern nicht ausreichend Rückendeckung gegeben. Quelle: REUTERS
1992 wurde Bergoglio von Papst Johannes Paul II. zum Weihbischof von Buenos Aires ernannt. Sechs Jahre später wurde er Erzbischof des Bistums. Quelle: AP/dpa
Bei der Papst-Wahl 2005 war Bergoglio der Hauptkonkurrent von Joseph Ratzinger, der sich allerdings durchsetzte und als Papst Benedikt XVI. acht Jahre die römisch-katholische Kirche führte. Damals wurde der Argentinier von den moderaten Kardinälen als Gegengewicht zum dogmatischen damaligen Leiter der Glaubenskongregation unterstützt. Quelle: AP/dpa
Von seiner Biografin Francesca Ambrogetti wird der 76-Jährige als Mann des Ausgleichs mit großem Verhandlungsgeschick und einem ausgeprägten sozialen Gewissen beschrieben. Er wurde auch "Kardinal der Armen" genannt. Bergoglio gilt als bescheiden und volksnah. Auch als Kardinal war sich der Argentinier nicht zu schade, den Bus oder die U-Bahn zu nehmen statt einer Limousine. Statt in der erzbischöflichen Residenz wohnte er in einem einfachen Apartment. So entstand etwa im Jahr 2008 dieses Foto des Jesuitenpaters in der U-Bahn in Buenos Aires. Quelle: AP/dpa
Bergoglio begrüßt 2008 Argentiniens Präsidentin Cristina Fernandez de Kirchner. Mit Politikern spricht er Klartext, weshalb seine Beziehungen zur Präsidentin und ihrem verstorben Mann und Vorgänger Nestor Kirchner nicht immer störungsfrei waren. Dass Bergoglio aus seinen konservativen Einstellungen keinen Hehl macht, zeigt eine Episode aus dem Jahr 2010, als er die argentinische Regierung wegen der Legalisierung der Homo-Ehe angriff. "Wir dürfen nicht naiv sein. Das ist kein einfacher politischer Kampf, das ist der Versuch, Gottes Plan zu zerstören", schrieb er in einem Brief wenige Tage vor Verabschiedung des Gesetzes. Kirchner entgegnete damals, dass sie sich an „mittelalterliche Zeiten und die Inquisition“ erinnert fühle. Quelle: REUTERS

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen den Ende Juni festgenommenen Buchhalter der Bank, den katholischen Geistlichen Monsignor Nunzio Scarano gehen unterdessen weiter. Er hatte angeblich 20 Millionen Euro am Zoll vorbei von der Schweiz nach Italien schmuggeln wollen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm unter anderem Korruption und Verleumdung vor. Anfang Juli waren der Direktor des Geldinstituts, Paolo Cipriani sowie dessen Stellvertreter Massimo Tulli zurückgetreten.

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Abseits des Gewinns legte die Bank, die unter dem Namen Institut für Religiöse Arbeit (IOR) bekannt ist, auch offen, welches Vermögen sie in Edelmetallen besitzt. 2012 hielt das IOR gut 41 Millionen Euro in Gold sowie anderen Edelmetallen und Münzen. Zudem besaß es eine Immobilienfirma und bekam zwei Anlageobjekte im Wert von 1,9 Millionen Euro überlassen.

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