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Kampf gegen Krebs als Investment Zwischen Panik und Performance

Rudi van Den Eynde Quelle: PR

Ist ein Aktienfonds, der mit Krebsbehandlungen Geld verdienen soll, ein fragwürdiges Investment oder eine gute Idee? Fondsmanager Rudi van Den Eynde vom belgischen Vermögensverwalter Candriam über die Risiken und Nebenwirkungen.

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WirtschaftsWoche: Monsieur van Den Eynde, dass Geld Krebs nicht heilen kann, ist spätestens seit dem Tod von Apple-Gründer Steve Jobs oder auch von Karl Lagerfeld klar, oder sehen Sie das anders?
Van Den Eynde: Auch wenn die Wissenschaft zuletzt Fortschritte erzielt hat, sind die Aussichten für manche Krebspatienten schlecht. Krebs ist die weltweit zweithäufigste Todesursache und beim Krebs an der Bauchspeicheldrüse sind die Heilungschancen gering. Man hört, dass die genannten Prominenten daran gelitten haben sollen. Er ist sehr schwierig zu behandeln, wird häufig zu spät erkannt und hat dann schon Metastasen entwickelt. Geld ist keine Garantie für Heilung.

Sie sammeln Geld für einen Aktienfonds, der in die Unternehmen investiert, die Produkte und Dienstleistungen zur Diagnose und Behandlung von Krebs entwickeln. Ist das nicht ethisch bedenklich, an der tückischen Krankheit verdienen zu wollen?
Van Den Eynde: Geld sollte man da anlegen, wo es am meisten bringt und wo etwas Gutes damit erreicht wird. Wenn Investitionen die Therapien erfolgreicher machen und zusätzlich noch eine Performance für den Anleger herauskommt, ist das für alle ein Gewinn. Wir helfen durch die Aktienkäufe bei der Finanzierung der Unternehmen, steigen die Aktienkurse erfolgreicher Unternehmen, werden sie dadurch auch unabhängiger. Wir geben ihnen so die Chance, ihre Forschung voranzutreiben. Und das ist wichtig. Jeden Tag geben medizinische Fortschritte Krebspatienten und ihren Familien neue Hoffnung.

Man könnte auch direkt an Forschungsinstitute spenden.
Natürlich, das ist auch möglich. Aus unserem Fonds spenden wir jährlich zehn Prozent der Managementvergütung, die wir als Fondshaus bekommen, an Forschungsinstitute. Unser Traum ist, dass Krebs für niemanden mehr ein Todesurteil ist, sondern zu einer chronischen Krankheit wird.

Noch immer wird etwa der häufige Brustkrebs mit Chirurgie und Chemotherapie behandelt, da hat sich seit dem Zweiten Weltkrieg bis heute nicht viel getan.
Er wird früh erkannt und die Überlebenschancen sind in den vergangenen 20 Jahren stark gestiegen. Es gibt auch gezieltere Behandlungen etwa mit Medikamenten von Daiichi Sankyo, Keytruda from Merck oder TROP-2 Medikament von Immunomedics.

Sie lenken seit dem Jahr 2000 sehr erfolgreich einen Biotechfonds. Er gehört unter allen hierzulande angebotenen Fonds zu den zehn besten im Zehnjahresvergleich mit 21 Prozent Plus pro Jahr. War der Bereich Onkologie dort ein besonderer Kurstreiber, oder warum kommt jetzt der spezialisierte Fonds?
Durch die Alterung der Bevölkerung in vielen Ländern der Welt erhalten statistisch 40 Prozent aller Männer und Frauen in ihrem Leben eine Krebsdiagnose. Bis 2030 dürfte die Zahl der Krebstoten weltweit um 60 Prozent steigen, von acht auf 13 Millionen jährlich. Aber es muss nicht so kommen, denn die Fortschritte sind gewaltig. Krebstherapien sind teurer geworden, das macht die Forschung attraktiver. Die Behandlungsmöglichkeiten haben sich von der unspezifischen Chemotherapie zur zielgerichteten Zelltherapie entwickelt. In machen Nischen kommt die CAR-T-Zell-Therapie zum Einsatz, bei der gentechnologisch veränderte T-Zellen Krebszellen erkennen und bekämpfen sollen. Da gibt es noch schlimme Nebenwirkungen, aber auch erste Erfolge.

Welche Zelltherapie hat funktioniert?
Novartis darf seine Kymriah-Behandlung in der EU für bestimmte Leukämiefälle bei Kindern anwenden, der Preis von 475 000 Dollar wird nur bei Wirksamkeit verlangt. Auch Gilead Sciences hat in der EU ein Präparat gegen verschiedene Formen von Leukämie 2018 zugelassen. Celgene hat mit Juno den Pionier in der Entwicklung von CAR-T-Therapeutika übernommen. Es tut sich sehr viel. Da gibt es zwar kommerziell noch zu geringe Zahlen, aber schon manche Überlebende, denen nichts anderes geholfen hat, es ist ein neuer Schritt.

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