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Die nächste Krise

Politische Börsen
Eine Ansprache von US-Präsident Barack Obama wird an der New Yorker Börse verfolgt Quelle: dapd
Der Demokrat Jimmy Carter war von 1977 bis 1981 Präsident der Vereinigten Staaten. Damals herrscht eine Wirtschaftskrise, seine Bemühungen in der Energie-, Bildungs- und Umweltpolitik bringen keine Erleichterung. Er war Vermittler zum Camp-David-I-Abkommen und führte die SALT-II-Gespräche, gilt aber außenpolitisch als eher schwach. Der Dow-Jones-Index fällt in seiner Amtszeit von knapp 1000 Punkte auf zeitweise unter 800 Punkte. Zum Ende seiner Amtszeit steigt der Börsenindex jedoch wieder auf 970 Punkte. Quelle: AP
Ronald Reagan Quelle: dpa
George Bush senior Quelle: Reuters
Bill Clinton Quelle: Reuters
George W. Bush Quelle: AP
Barack Obama Quelle: dpa

Felix, was sagen Sie?

Zulauf: Das globale Konjunkturwachstum dürfte sich verlangsamen. Chinas Wirtschaft wird sich stärker abschwächen als erwartet, aber die Regierung wird nicht dramatisch dagegenhalten und stimulieren. Wer glaubt, China werde uns aus der Flaute ziehen, der irrt. Die USA könnten zwischen 1,0 und 1,5 Prozent wachsen. In Europa steht die Ratifizierung der neuen Defizitvereinbarung an und damit die nächste Eskalationsstufe der Krise. Das wird eine kritische Phase, denn ich kann nicht glauben, dass alle Euro-Länder den Vertrag unterzeichnen werden, weil sie damit fünf Jahre Depression in Kauf nehmen würden. Es wird Ausnahmeregelungen geben, und das wird die nächste Krise auslösen. Wir befinden uns in einer Welt, in der der Schuldenabbau oberste Priorität hat. Der Deflationsprozess verstärkt sich. Am Aktienmarkt gehen die Bewertungen seit 2000 zurück. Gelegentlich, wenn massive Stimulierungsmaßnahmen einsetzen, erleben wir kräftige Rallys. Aber wir müssen in eine Krise fallen, die eine politische Reaktion notwendig macht. Die Weltbörsen werden in diesem Quartal ihren Höhepunkt erreichen und dann im Rahmen des zyklischen Bärenmarktes, der im Frühjahr 2011 einsetzte, wieder abwärts drehen.

Wie lange wird der Abwärtstrend laufen?

Zulauf: Die Abwärtsbewegung, in der die Kurse um rund 20 Prozent abrutschen werden, könnte im zweiten Halbjahr 2012 oder Anfang 2013 ein Ende finden. Dann brauchen wir flüssige Mittel für neue Engagements. Derzeit rate ich daher vor allem zu Barmitteln, um bei günstigen Kursen einsteigen zu können. Bei den Anleiherenditen befinden wir uns ganz am Ende eines langjährigen Abwärtstrends. Die Renditen bonitätsschwacher Staaten wie Griechenland oder Italien haben ihre Tiefpunkte bereits erreicht. Als sicher geltende Papiere mit Spitzenratings werden ihre Tiefs später im Jahr markieren. Die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen werden noch auf 1,0 bis 1,20 Prozent fallen, bevor sie wieder auf 2,10 bis 2,20 Prozent steigen. Die Verschärfung des deflationären Drucks wird eine massive Abwärtsbewegung zur Folge haben. Zehnjährige US-Staatsanleihen empfehle ich als Trade. Wenn die Rendite 1,20 Prozent erreicht, gilt es, zu verkaufen. Ein Portfolio sollte auch Gold enthalten. Aber auch Gold durchläuft, gedrückt durch deflationären Druck, eine zyklische Korrektur. Deren erster Teil mit dem Rückgang von 1920 auf 1520 Dollar ist erfolgt. Nachdem die Hälfte dieses Verlusts aufgeholt ist, wird der Preis wieder nach unten drehen. Im Sommer werden sich unter 1520 Dollar je Unze wieder Einstiegschancen bieten. Danach wird Gold in den folgenden zwei Jahren auf ein neues Hoch klettern. Für Aktien bin ich in diesem Jahr pessimistisch. Am besten scheint mir, auf fallende Kurse bei einem Schwellenländer-Indexfonds zu setzen, der in Dollar notiert. Die Währungen der Schwellenländer werden gegen den Dollar abwerten, und Schwellenländer-Aktien werden mindestens so viel an Wert verlieren wie die der entwickelten Länder. Wenn wir uns im Januar 2013 wieder in dieser Runde treffen, komme ich hoffentlich mit optimistischeren Prognosen.

In Arbeit
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Faber: Ich kann Ihnen nicht widersprechen, aber wann würden Sie Ihre Position korrigieren, falls Sie mit Ihrer Prognose falsch liegen?

Zulauf: Ein Rückgang um 20 Prozent ist das Mindeste, was ich erwarte. Wenn der US-Aktienindex S&P 500 nachhaltig über 1370 Punkte klettern würde, wäre das ein Zeichen, dass ich falsch liege.

Faber: Dann würden Sie kaufen?

Zulauf: Dann würde ich meine Short-Positionen schließen.

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