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Kapitalanlage Was Börsengurus jetzt kaufen

Unser US-Partnermagazin Barron's fragte zehn hochkarätige Anlageprofis, wie sie das Vermögen ihrer Anleger durch die Schuldenkrise bringen wollen. Wie Sie die Strategien der Profis am besten umsetzen.

Die Teilnehmer des Round Table Quelle: Brad Trent

Barron´s: Meine Damen, meine Herren, lassen Sie uns mit Europa beginnen, das aktuell sehr stark die Stimmung an den Märkten bestimmt. Was kommt auf uns zu?

Marc Faber: Das Problem ist kein wirtschaftliches, sondern ein politisches. Die schwachen Länder sollten aus der Euro-Zone ausgeschlossen und die Verluste realisiert werden. Je länger man Länder wie Griechenland unterstützt, desto länger wird sich die Krise hinziehen, und desto höher werden die Verluste. Die Griechen bekommen noch mehr Geld, dafür tun sie so, als würden sie Sparprogramme umsetzen, in Wirklichkeit kaufen sie sich ein paar weitere BMWs. Griechische Anleihen müssen um 90 Prozent abgewertet werden, und selbst dann ist noch nicht sicher, dass das Land den Rest seiner Schulden zurückzahlen wird.

Die Milliardenverwalter
Felix Zulauf Quelle: Brad Trent
Marc Faber Quelle: Brad Trent
Brian Rogers Quelle: Brad Trent
Fred Hickey Quelle: Brad Trent
Bill Gross Quelle: Brad Trent
Scott Black Quelle: Brad Trent
Meryl Witmer Quelle: Brad Trent

Sehen Sie das auch so, Bill?

Bill Gross: Die Euro-Zone ist ein dysfunktionales Familiensystem. Im Norden die Eltern, im Süden die verwöhnten Kinder. Die Kinder haben ihr Erbe durchgebracht, man bemüht sich um Einigung, aber kommt nicht zusammen. Wenn wir uns im kommenden Jahr wieder hier treffen, wird mindestens eines der derzeitigen Euro-Länder nicht mehr in der Euro-Zone sein.

Faber: Die Regierungen können Vermögenswerte verkaufen; allerdings geht das nicht über Nacht. Italien etwa verfügt über große Unternehmensbeteiligungen und Land. Sie könnten auch die Kirche ausnahmsweise besteuern, was eine schöne Summe bringen würde. Damit könnten alle Probleme der Welt gelöst werden. Ich kann mir auch ein zweigleisiges System vorstellen, in dem die Länder nationale Währungen haben, aber viele Transaktionen weiter in Euro abgewickelt werden, weil Menschen nicht genügend Vertrauen in die nationalen Währungen haben.

Felix Zulauf: Europa ist weltweit der Schlüsselfaktor. China schwächelt, das Wachstum der Schwellenländer verlangsamt sich; die USA halten sich mit ihren strukturellen Problemen gerade so über Wasser. Ich habe den Euro seit seiner Geburt als Fehlkonstruktion bezeichnet. Das Problem liegt in der unterschiedlichen Wettbewerbsfähigkeit der Euro-Länder, und das lässt sich nicht lösen, indem man den wettbewerbsschwächeren Ländern Geld leiht. Man muss die Löhne und Preise im Süden drücken und im Norden heraufsetzen. Aber angesichts der Erfahrungen Deutschlands mit Inflation wird das nie geschehen. Die Mitgliedsländer der Euro-Zone haben vereinbart, dass jedes Land ein strukturelles Defizit von nicht mehr als einem halben Prozent des Bruttoinlandsprodukts machen darf. Wenn nun ein Defizit über drei Prozent des BIPs steigt, soll das Land sanktioniert werden. Die Staaten, die mitmachen, aber nicht über die notwendige Wettbewerbsfähigkeit verfügen, müssen mit einer um 30 Prozent überbewerteten Währung fertig werden, sie können nicht abwerten, und die nominalen Zinssätze sind zu hoch. Das ist ein Rezept für eine Depression - ein Todesurteil. Mehrere Länder werden daher den Vertrag nicht ratifizieren; am nächsten Tag werden sie den Euro verlassen müssen, und die Turbulenzen werden die nächste Eskalationsstufe erreichen. Griechenland zum Beispiel ist dann in jedem Fall pleite. Wenn man aber zulässt, dass diese Länder ihre Währung um 40 bis 50 Prozent abwerten, bekommen sie zumindest noch einmal die Chance, die Sonne zu sehen und sich zu erholen.

Von Staats- zu Bankenpleiten

Europafahne und griechische Fahne Quelle: dpa

Was passiert, wenn sich die Turbulenzen weiter verschärfen?

Zulauf: Das Bankensystem kollabiert. Angenommen, Griechenland zahlt nichts mehr oder maximal zehn Prozent seiner Schulden zurück, dann bedeutet das, dass nicht nur die Regierung, sondern auch der private Sektor bankrott ist. Dann werden auch Banken in anderen europäischen Ländern Schwierigkeiten bekommen und müssen verstaatlicht werden. Weil den betroffenen Staaten dafür das Geld fehlt, werden sie sich noch höher verschulden. Das ist eine Kette von Ereignissen, die ich für 2012 erwarte. Wer glaubt, das werde die USA nicht treffen, ist ein Träumer. Der geschätzte Nominalwert der außerbörslich gehandelten Zins-Derivate in Europa wird auf etwa 60 Billionen Euro geschätzt. Es gibt viele Verbindungen zum US-Bankensystem. Wenn also ein Land den Euro verlässt, wird weltweit die Hölle los sein.

Fred Hickey: Mario Draghi, der Präsident der Europäischen Zentralbank, hat bereits zugegeben, dass sich Europa in einer Rezession befindet. Nur ein paar wenige Länder sind noch nicht in einer Rezession.

Marc Fabers Geldanlagen für schlechte Zeiten

Die Investmentideen von Anlageguru Marc Faber für 2012 – und die passenden Anlageinstrumente 
InvestmentideeArgumentUmsetzung über

Total 

Preiswerte Blue Chips mit geringen Abwärtsrisiken und guter  Dividendenrendite Aktie (ISIN FR0000120271)

Nestlé

Aktie (ISIN CH0038863350)

Novartis

Aktie (ISIN CH0012005267)

Pfizer

Aktie (ISIN US7170811035) 

SATS

Cateringgesellschaft aus Singapur, 5 % DividendenrenditeAktie (ISIN SG1I52882764)

K-Reit Asia Mangement

Singapur-Immobilienfonds (REIT), 7 % RenditeAktie (ISIN SG1T22929874)

StarHub

Singapur-Mobilfunkgesellschaft, 7 % RenditeAktie (ISIN SG1V12936232)

Wing Tai Holdings

Luxusimmobilienentwickler, gehandelt zum halben Buchwert Aktie (ISIN SG1K66001688)

Fraser & Neave

Konglomerat aus Singapur, 3 % Rendite, ÜbernahmekandidatAktie (ISIN SG1T58930911)

Sun Hung Kai Properties

Preiswerter Immobilienentwickler (KGV 5); 3,5 % Rendite Aktie (ISIN HK0016000132)

Swire Pacific

Hervorragend geführtes Hongkong-Konglomerat, 5% RenditeAktie (ISIN HK0019000162)

Hang Seng Bank

Kapital aus Europa flüchtet nach Hongkong, rund 6 % Rendite Aktie (ISIN HK0011000095)

Aktienmarkt Indien

Nach Kursverfall plus Währungsschwäche attraktiv bewertet;  schwaches Makroumfeld, aber erstklassige Unternehmen Indexfonds (ETF) (ISIN LU0292109690)

IBM-Short

Gewinnerwartungen könnten enttäuscht werdenVerkaufsoptionsschein (ISIN DE000GS862Z3) 

Salesforce.com-Short

Überbewertete Softwaregesellschaft, schärferer WettbewerbVerkaufsoptionsschein (ISIN DE000CG2JN26) 

Austral- vs. US-Dollar (Short)

Abschwung in China wird australische Währung drückenShortzertifikat ( ISIN DE000DE8T3F4)

Zulauf: Jedes europäische Land wird sich 2012 und wahrscheinlich auch noch 2013 in einer Rezession befinden.

Mario Gabelli: Wie kommen die Staaten da wieder heraus?

Zulauf: Entweder man geht bankrott und nimmt einen großen deflationären Schock in Kauf, oder man führt eine Hyperinflation herbei, was den Zusammenbruch jedoch nur hinauszögert. Politiker suchen nach einer schmerzlosen Lösung, aber die gibt es nicht.

Warten auf den Kreditmarkt-Kollaps

New Yorker Börse Quelle: dapd

Was sind die Folgen?

Gabelli: Sie beschreiben nur die Falle, in der wir sitzen. Aber was sind die Folgen?

Zulauf: Zahlungsausfall.

Gabelli: Flächendeckend?

Zulauf: Ja. Oder man hebt die Steuern an, was das Vertrauen noch stärker zerstören würde.

Faber: Das Beste wäre, wenn alle Regierungen ihre Ausgaben halbierten. Dann würde der private Sektor wieder wachsen.

Gross: Das Beste wäre gewesen, man hätte dem Unsinn einen Riegel vorgeschoben noch vor der Entstehung der Technologieblase und spekulativer Hedgefonds sowie der Entwicklung des Subprime-Marktes. Aber niemand hat einen Finger gerührt.

Faber: Wir sind alle gezwungen zu spekulieren, weil Kapital nichts abwirft. Der Grund dafür sind die künstlich niedrigen Zinsen, die exzessive Liquidität. Solange es zu keinem Zusammenbruch der Kreditmärkte kommt, werden die hohen Schwankungen anhalten, vielleicht noch fünf oder gar zehn Jahre. Das treibt die Kleinanleger aus den Märkten. Sie vertrauen der Börse nicht mehr - ganz zu Recht. Sie finden das System korrupt und von Leuten dominiert, die über Insider-Informationen verfügen. Interventionen der Regierungen machen genaue Prognosen praktisch unmöglich. Je schlechter die Nachrichten werden, desto mehr werden die Zentralbanken in den USA, in Europa und auch in China die Gelddruckmaschinen strapazieren. Dann geht es für den Durchschnittsbürger wirtschaftlich bergab, während Aktien und Unternehmensgewinne steigen.

Felix Zulaufs Geldanlagen für schlechte Zeiten

Die Investmentideen von Anlageguru Felix Zulauf für 2012 – und die passenden Anlageinstrumente
InvestmentideeArgumentUmsetzung über

Bargeld

Liquiditätsreserve für späteren Einstieg in Aktien und GoldTagesgeldkonten

US-Staatsanleihen (10 Jahre)

Deflationärer Druck verstärkt Flucht in vermeintlich sicheren Hafen. Verkaufen, wenn Rendite auf 1,20 % (aktuell 1,80 %) fällt! Indexfonds (ETF) (ISIN DE000A0LGQB6)

Gold

Gold gehört in jedes Portfolio, aber erst aufstocken, wenn Goldpreis unter 1520 Dollar (aktuell 1749 Dollar) fälltAnlagemünzen (1 Unze), Barren  (ab 100 Gramm), zum Beispiel über Westgold

Austral- vs. US-Dollar (Short)

Zinssenkungen werden überbewerteten Austral-Dollar 20 % drückenShortzertifikat (ISIN DE000DE8T3F4)

Aktien Schwellenländer (Short)

Währungen und Aktienmärkte der Schwellenländer werden im  Jahresverlauf um mindestens 20 % fallen Shortzertifikat (ISIN DE000AA3DCK0)

Scott Black: Schon Margaret Thatcher hat gesagt: "Der Sozialismus ist großartig, solange einem das Geld anderer Leute nicht ausgeht." Das trifft das, was in Europa passiert ist. Die Ungleichgewichte der letzten 40 oder 50 Jahre lassen sich nicht mit einem Federstrich aus der Welt schaffen. Die USA sind stärker auf Wachstum ausgerichtet. Der Aktienmarkt erscheint billig. Die Aktien notieren beim 13-Fachen der für 2011 erwarteten Gewinne. Positiv sind auch die hervorragenden Unternehmensbilanzen mit Barmitteln in Höhe von 2,1 Billionen Dollar. Negativ ist, dass das Wachstum in China und in anderen Schwellenländern zurückgeht. Das verspricht für eine Reihe von Rohstoffen nichts Gutes. Wenn sich die Lage in Europa nicht zu einer ganz großen Krise auswächst, sind sechs bis sieben Prozent Kursgewinn plus Dividenden drin.

Hickey: Die globale Abschwächung hat bereits Auswirkungen auf die Technologiebranche. Bei Hewlett-Packard war das letzte Quartal eine Katastrophe. Dell hat die Absatzprognose mit Verweis auf die globale und speziell in Westeuropa schwache Nachfrage um eine Milliarde Dollar nach unten korrigiert. IBM verzeichnet in allen wichtigen Regionen Wachstumseinbußen. Oracle musste einen schockierenden Fehlschlag eingestehen, der vor allem der Situation in Europa zugeschrieben wurde.

Konjunktur-Pessimismus

HP-Sitz in Palo Alto Quelle: AP

Wenn wir Sie richtig verstehen, sind Sie nicht optimistisch.

Hickey: Für die Konjunktur nicht. Die Technologiebranche ist eine andere Sache. Sie befindet sich seit zwölf Jahren in einem Bärenmarkt, und wir haben inzwischen sehr niedrige Kurs-Gewinn-Verhältnisse (KGVs) etwa bei Hewlett-Packard, Intel und Microsoft. Der langjährige Bärenmarkt geht bald zu Ende. Der Tiefpunkt könnte im Oktober erreicht sein.

Faber: Wenn mir jemand sagt, ein Vermögenswert befinde sich seit zwölf Jahren in einem Bärenmarkt, der bald zu Ende gehe, würde ich einen Kauf erwägen. Ob das Ende nun morgen oder im Oktober kommt - als Langfristiganleger wäre ich interessiert.

Wie viel Dividende die Konzerne zahlen
Dax-Werte Quelle: dapd
Adiddas Quelle: dapd
AllianzDer Versicherungsriese Allianz will an der Dividendenhöhe nicht rütteln und wie im Vorjahr 4,50 Euro je Aktie ausschütten. Angesichts der niedrigen Bewertungen der Finanzwerte an der Börse ist die Dividendenrendite relativ hoch: knapp 5,0 Prozent. Hauptversammlung ist am 9. Mai. 100 Prozent der Allianz-Aktien sind im Streubesitz. Auch hier hält die BlackRock Inc. mehr als fünf Prozent der Anteile. Zum aktuellen Kurs-Chart Quelle: dapd
BASFDer Chemiekonzern hat vom Aufschwung profitiert und will die Dividende von 2,20 Euro im Jahr 2011 in dieser Dividendensaison auf 2,50 Euro je Aktie erhöhen -das ist mehr als erwartet. Die Dividendenrendite läge dann bei 3,81Prozent (gemessen am Kurs vom 5.3.2012). Über den Dividendenvorschlag stimmen die Aktionäre am 27. April ab. BASF ist das DAX-30-Unternehmen mit dem zweithöchsten Privatanlegeranteil in Deutschland. Rund ein Viertel der Aktien sind in Privathand. Größter Einzelaktionär ist – richtig - BlackRock Inc. mit 5,35 Prozent. Zum aktuellen Kurs-Chart Quelle: dpa
Bayer Quelle: dpa
Beiersdorf Quelle: AP
BMW Quelle: dpa

Brian, was halten Sie von diesem Markt?

Brian Rogers: Ich finde immer interessante Kaufgelegenheiten. Manche Aktienkennzahlen lassen im Vergleich zu anderen Anlageklassen beachtliche Ertragschancen erwarten. Wenn man Aktien von hochwertigen Unternehmen zum Zehn-, Elf- oder Zwölffachen des Gewinns kaufen kann, so ist das schon ganz ordentlich. Die meisten Unternehmen wissen nicht, was sie mit all ihrem Geld machen sollen. Der Markt ist vernünftig bewertet, jedenfalls wenn man davon ausgeht, dass Europa nicht komplett den Bach runtergeht.

Oscar Schafer: Die meisten von uns sind lang genug im Geschäft, um sich zu erinnern, wie "BusinessWeek" am 13. August 1979 auf der Titelseite den Tod der Aktie ankündigte. In den folgenden zehn Jahren legten die Aktienkurse um über 250 Prozent zu. Es gibt derzeit sehr viel Pessimismus und sehr viele Chancen.

Black: Die USA befinden sich heute in einer finanziell weit weniger flexiblen Lage als 1979 und 1980. Die Staatsverschuldung liegt bei 100 Prozent des BIPs, verglichen mit 32,6 Prozent damals. Der hohe Schuldenüberhang ist eine tickende Zeitbombe.

Gross: Der größte Unterschied zu 1981 ist, dass langfristige Regierungsanleihen 14,5 Prozent Rendite abwarfen, während sie heute gerade einmal drei Prozent bringen. Der Leitzins der US-Zentralbank lag damals nahe 20 Prozent, heute bei praktisch null. Damit Aktien und andere Anlagen aber eine gute Performance erzielen, muss der Preis des Geldes massiv überhöht sein.

Faber: Durch den verbreiteten Einsatz der Notenpresse weiß man nie, welche Wirtschaftsbranche als nächste zum Höhenflug ansetzt. Möglicherweise hatten wir bereits eine Gewinninflation, und die Gewinne stehen jetzt kurz vor einer massiven Korrektur. Ich rechne allerdings nicht damit, dass die Unternehmensgewinne in den USA in den nächsten zwölf Monaten um mehr als 20 Prozent einbrechen.

Gross: Das Gleichgewicht hat sich verändert. Gewinne steuern inzwischen einen höheren Prozentsatz zum BIP bei als Löhne. Regierungen und Unternehmen genießen im Vergleich zur arbeitenden Bevölkerung schon sehr, sehr lange eine Vorzugsstellung. Das ist ja auch das Thema, das sich die "Occupy Wall Street"-Bewegung auf die Fahnen geschrieben hat. Letztlich wird sich der Spieß umdrehen, nicht nur in den USA, sondern überall in der Welt.

Gelddrucken spaltet die Gesellschaft

Ölpumpen stehen im Sonnenuntergang auf einem Ölfeld bei Los Angeles Quelle: dpa

Zulauf: Gelddrucken spaltet die Gesellschaft. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis es zu Gegenreaktionen kommt. Das wird zu dramatischen Veränderungen in der politischen, wirtschaftlichen und steuerlichen Landschaft führen. Die Unternehmensgewinne könnten sich deshalb ganz anders entwickeln, als wir es heute erwarten.

Faber: Ja, und um dem Optimismus die Krone aufzusetzen, rechne ich in den nächsten fünf Jahren mit dem Ausbruch des Dritten Weltkriegs. Das heißt, der Nahe Osten wird in die Luft gehen. Die neuen Regimes in dieser Region werden dem Westen nicht mehr so freundlich gesinnt sein. Der Westen hat auch erkannt, dass er China nicht im Zaum halten kann; die machtpolitische Entwicklung dort geht rapide voran, und China wird seine Militär- und Seemacht in Südostasien ausbauen. Die einzige Option, die der Westen hat, um die Macht Chinas einzugrenzen, ist der Zugriff auf die Ölquellen im Nahen Osten.

Black: Marc, wenn Israel einen Angriff auf die Nuklearanlagen im Iran unternimmt, wird dies durch Luftangriffe geschehen. Sie schicken sicher keine Bodentruppen in den Iran. Es wird keine traditionelle Kriegsführung geben.

Gross: Kriege werden heute im Cyberspace und durch Terroranschläge geführt. Ob es einen Bodenkrieg geben wird oder nicht, ist nicht die Frage.

Zulauf: Von Zeit zu Zeit wird es immer wieder Militäraktionen geben. Man macht sich gegenseitig das Leben zur Hölle.

Gross: Wie wirkt sich Ihre Kriegshypothese auf die Finanzmärkte aus?

Faber: Positiv für Aktien und negativ für Anleihen, weil die Schulden dramatisch steigen werden. Es wird zu einer massiven Monetisierung der Schulden kommen. Als die USA in den Zweiten Weltkrieg eintraten, belief sich das Gesamtkreditvolumen auf 140 Prozent des BIPs, und es gab keine ungedeckten Verbindlichkeiten. Derzeit belaufen sich die Kreditmarktschulden auf 380 Prozent des BIPs, mit den nicht gedeckten Verbindlichkeiten summieren sie sich auf 800 Prozent.

Rogers: Warum sollte ein Weltkrieg gut für Aktien sein?

Zulauf: Ungenutzte wirtschaftliche Kapazitäten könnten in der Rüstungs- und Kriegsindustrie genutzt werden. Dadurch wächst die Wirtschaft, und die Kosten würden durch neue Regierungsschulden gedeckt.

Mario Gabellis Geldanlagen für schlechte Zeiten

Die Investmentideen von Anlageguru Mario Gabelli für 2012 – und die passenden Anlageinstrumente 
InvestmentideeArgumentUmsetzung über

Genuine Parts

Schuldenfreier Hersteller von Autoersatzteilen, 3 % Dividende Aktie (ISIN US3724601055)

Navistar Int.

Preiswerter Nutzfahrzeughersteller (KGV 6) mit Standbeinen in  Asien und Lateinamerika, Investor Carl Icahn hät 10 %Aktie (ISIN US63934E1082)

Beam

US-Spirituosenhersteller (vormals Fortune Brands), defensives  Geschäft, stabiler Cash-Flow, Übernahmefantasie Aktie (ISIN US0737301038)

Fortune Brands Home &  Security

Produkte für Eigenheime (Fenster, Türen, Schlösser), auch in der  Krise profitabel, US-Hausbausektor stabilisiert sich Aktie (ISIN US34964C1062)

Xylem

Abspaltung von ITT, spezialisiert auf Lösungen zur Wasserauf- bereitung, weltweit aktiv, margenstarkAktie (ISIN US98419M1009)

Internap Network Services

IT-Infrastrukturdienstleister, spezialisiert auf Cloud ComputingAktie (ISIN US45885A3005)

Cincinnatti Bell

Ex-Telefongesellschaft, heute aktiv im stark wachsenden Geschäft mit Rechenzentren Aktie (ISIN US1718711062)

Snyder’s Lance

US-Snackhersteller (Chips, Brezel), defensives Geschäft, Kraft  könnte Übernahme anstrebenAktie (ISIN US8335511049)

Gaylord Ent.

Betreiber von Hotels und Kongresszentren in den USA, mögliche  Umwandlung in REIT könnte verdeckte Vermögenswerte heben Aktie (ISIN US3679051066)

Wie sehen Sie Öl und Gold?

Faber: Öl hat weiteres Aufwärtspotenzial. Die langfristige Nachfrage ist gegeben. Der Pro-Kopf-Verbrauch in Indien und China wird steigen. Das Angebot könnte sich als ziemlich beschränkt erweisen. Derzeit liegt der Preis bei rund 100 Dollar je Barrel. Wie hoch er steigen wird, hängt davon ab, wie viel Geld Fed-Chef Ben Bernanke noch drucken lässt. Wenn es im Nahen Osten zu einer Eskalation kommt, sind dem Anstieg keine Grenzen gesetzt.

Abby Joseph Cohen: Rohöl der Sorte Brent könnte, teilweise getrieben von der steigenden globalen Nachfrage, in den nächsten beiden Jahren auf 120 bis 130 Dollar je Barrel zulegen. Zumal Investitionen in die Infrastruktur und die Erschließung neuer Felder vernachlässigt wurden.

Hickey: Wenn die Konjunktur weltweit zurückgeht, erscheint mir Erdöl weniger interessant als Gold.

Gabelli: Aber Technologie gewinnt. Wir werden an der Erschließung von Ölschiefervorkommen arbeiten, weil wir dadurch weniger abhängig von ausländischen Energiequellen werden. Auch in Saudi-Arabien könnte es einmal zu Unruhen kommen; dann wird der Ölpreis steigen.

Gold und Silber, Öl und Gas

Goldbarren der Deutschen Bundesbank Quelle: dpa

Gross: Die Öl- und Gaspreise werden von den realen Zinsen und dem realen Wirtschaftswachstum bestimmt. Gold ist die bessere Wertanlage. Mit Gold liegt man derzeit auf der sichereren Seite, aber beide sind attraktiv.

Faber: Gold und Silber haben sich in den vergangenen zehn Jahren super entwickelt. Gold war mit dem Rekordhoch von 1921 Dollar je Unze am 6. September 2011 etwas über das Ziel hinausgeschossen. Nun ist es in einer Korrekturphase und könnte weitere 200 Dollar nachgeben.

Hickey: Gold wird zunächst steigen, danach folgt ein saisonaler Abverkauf. Bis Ende des Jahres könnte es, wie in diesem langjährigen Bullenmarkt für Gold üblich, wieder 15 Prozent zulegen.

Was halten Sie von Goldminenaktien?

Hickey: Ein schreckliches Thema. Sie haben im Vorjahr 20 Prozent an Wert verloren, dadurch sind sie, am Goldpreis gemessen, derzeit günstig. 2011 habe ich eine Menge Gold besessen, aber zurzeit habe ich mehr Geld in Goldaktien als in physischem Gold oder Gold-Indexfonds.

Zulauf: Die globale Konjunktur steuert auf eine brutale Abschwächung zu. Die deflationären Kräfte gewinnen an Einfluss, und die Rohstoffpreise werden generell fallen. Bei Gold haben wir seit dem letzten Sommer eine zyklische Korrektur innerhalb eines langjährigen Bullenmarktes. Der erste Verkaufsschub geht gerade zu Ende. Der ideale Einstiegszeitpunkt kommt wahrscheinlich im zweiten Halbjahr, wenn der Preis unter 1600 Dollar angekommen ist. Dann werden die Geldpolitiker ihre Büchsen wieder laden und mehr Geld drucken lassen, was die Anleger veranlassen wird, mehr Gold zu kaufen. Der Goldmarkt ist so klein, dass die Kurse auf neue Höchstwerte steigen, sobald die Leute nur einen kleinen Teil ihres Vermögens in Gold umschichten.

Faber: Es ist nicht der Goldpreis, der steigen wird, der Wert von Papiergeld wird fallen. Das Gebot der Stunde lautet denn auch Diversifizierung; Anleger sollten zwischen 15 und 25 Prozent ihres Anlagevermögens in Gold halten.

Black: Eine Menge Leute halten Gold, um sich gegen Inflation abzusichern. Zumindest in den USA sehe ich aber keine Anzeichen für eine inflationäre Entwicklung. Die Kapazitätsauslastung in der Industrie liegt bei nur 77 Prozent. Wir haben zwar Goldaktien in unserem Portfolio, kaufen sie jedoch nach Maßstäben, die wir bei allen Aktien anlegen. Vor allem suchen wir eine hohe Eigenkapitalrendite und ein niedriges KGV. Wir halten zum Beispiel Barrick Gold.

Meryl Witmers Geldanlagen für schlechte Zeiten

Die Investmentideen von Anlageguru Meryl Witmer für 2012 – und die passenden Anlageinstrumente 
InvestmentideeArgumentUmsetzung über

Tronox

Hersteller von Titandioxid (Weißpigment, verarbeitet in Farben  und Kosmetika) mit eigener Rohstoffbasis in Südafrika Aktie (ISIN US8970513060)

Rockwood Holdings

Produzent von High-Tech-Chemikalien (Lithium, Tonerde, Titan- dioxid, Keramik), tiefe Kostenbasis, Dividendenzahlungen möglichAktie (ISIN US7744151033)

Packaging Corp. Of America

Hersteller von Wellpappe (wichtigstes Verpackungsmaterial), Aktienrückkäufe und Dividendenerhöhung, aktuell 3 % RenditeAktie (ISIN US6951561090)

Globe Specialty Metals

Integrierter Hersteller von Siliziummetallen und Legierungen,  niedrige Kosten, solide Bilanz Aktie (ISIN US37954N2062)

Genworth M1 Canada

Profitabler kanadischer Hypothekenversicherer, starke Bilanz,  hohe Dividendenrendite (5 %) plus AktienrückkäufeAktie (ISIN CA37252B1022)


Welche Investments empfehlen Sie konkret? Marc, beginnen Sie bitte.

Faber: Ich setze stark auf Diversifizierung, unter anderem, weil wir alle nicht wissen, wie viel Geld die Regierungen noch drucken werden und wie hoch die Staatsdefizite ausfallen werden. Ich würde eine Auswahl hochwertiger und hoch kapitalisierter europäischer und US-Aktien kaufen. Einsteigen kann man beim Ölkonzern Total, der mit über fünf Prozent rentiert. Auch die Aktien von Nestlé, Novartis und Pfizer sind attraktiv. Die Aktien der Schwellenländer sind stark gefallen, daher ist auch Singapore Airport Terminal Services, ein Flughafendienstleister und Anbieter von Cateringlösungen, eine Überlegung wert.

Was sind gute Short-Spekulationen, also Papiere, bei denen Investoren auf fallende Kurse wetten können?

Faber: IBM ist ein guter Kandidat, weil er die Gewinnerwartungen enttäuschen dürfte. Wenn China implodiert, wird es mit dem australischen Dollar kräftig abwärtsgehen, auch den könnte man shorten. Mein dritter Short-Tipp ist Salesforce.com.

Danke, Marc. Bill, was sagen Sie?

Gross: Staaten, Unternehmen und private Haushalte bemühen sich, ihre Schulden zu reduzieren. Das wird das Wirtschaftswachstum bremsen. Dieser Prozess wird 5, 10 oder 15 Jahre anhalten. Staaten können Anleihen nicht mehr zu attraktiven Zinsen platzieren, und Haushalten und Unternehmen ist vielfach der Zugang zu den Kreditmärkten verwehrt. Die Zentralbanken reagieren mit Strategien zur Verhinderung einer Kreditklemme, etwa durch den Kauf von Regierungsanleihen, um die Zinsen niedrig halten zu können.

Staat vor Privatwirtschaft

Gebäude der Fed Quelle: REUTERS

Würden Sie diesen Prozess umkehren?

Gross: Ich würde versuchen, die Kreditschöpfung langsam zu drosseln, aber den Prozess nicht umkehren. Das hätte zerstörerische Auswirkungen auf die Wirtschaft. Ich würde zusätzliche regulatorische Maßnahmen ergreifen, um die Fremdfinanzierungsmöglichkeiten der Geschäftsbanken, Investmentbanken, Hedgefonds und, ja, auch von Kapitalanlagegesellschaften wie Pimco einzuschränken.

Zulauf: Im privaten Sektor geht das Kreditwachstum bereits zurück, weil dieser überschuldet und risikoscheu ist. Es ist der öffentliche Sektor, in dem es ungebremst weitergeht, denn jede Eindämmung würde die Wirtschaft schwächen.

Gross: Richtig. So kommt es, dass der staatliche Sektor dank niedriger Zinsen eine Vorzugsstellung gegenüber der Privatwirtschaft genießt - und Schuldner gegenüber Sparern im Vorteil sind.

Zulauf: Genau deshalb mache ich mir Sorgen um die Zukunft Europas. Die Staaten subventionieren wettbewerbsschwache Länder und verdrängen so gesunde Banken und Unternehmen. Am Ende des Tages werden sie mit ineffizienteren Verwaltungsapparaten dastehen, einem sozialistischen System wie in der ehemaligen DDR. Europa ist dann nicht mehr wettbewerbsfähig. Aus struktureller Sicht ist der Ansatz, den sie verfolgen, komplett falsch.

Black: Bill, glauben Sie nicht, dass wir in Wirklichkeit keine Munition mehr haben? Fed-Chef Ben Bernanke hat getan, was er konnte, um das Wachstum anzukurbeln.

Gross: Wir haben bei einer Nullzinspolitik keine geldpolitische Munition mehr. Der Aufkauf von Staatsanleihen, also quantitative Lockerung, ist eher Fiskalpolitik.

Hickey: Und es gibt keinerlei Bewusstsein, dass das Ganze nicht funktioniert. Sie klopfen sich auf die Brust und gratulieren sich selbst zu ihren erfolgreichen Plänen; in den USA und in England wird bereits an Plänen für QE3, eine dritte Runde quantitativer Lockerungen, gearbeitet.

Oscar Schafers Geldanlagen für schlechte Zeiten

Die Investmentideen von Anlageguru Oscar Schafer für 2012 – und die passenden Anlageinstrumente 
InvestmentideeArgumentUmsetzung über

United Rentals

Vermieter von Bauequipment in Nordamerika, starkes Wachstum,  hohe GewinnmargeAktie (ISIN US9113631090)

Verint

Stark wachsendes Softwareunternehmen, 20 % operative MargeAktie (ISIN US92343X1000)

Crown Holdings

Hersteller von Getränke- und Nahrungsmittelverpackungen, Einstieg in Emerging Markets, stabiler Cash-Flow, AktienrückkäufeAktie (ISIN US2283681060)

Walgreen

Führender US-Pharmaeinzelhändler, guter Cash-Flow, Aktien- rückkäufe plus Dividendenerhöhung (aktuell 2,7 Prozent) Aktie (ISIN US9314221097)

Danke. Meryl, Sie sind an der Reihe.

Meryl Witmer: Ich habe einen 100-Billionen-Simbabwe-Dollar-Schein auf meinem Schreibtisch - er soll mich ständig daran erinnern, was echte Werte sind. Deshalb kaufe ich Aktien von werthaltigen Unternehmen. Vielleicht machen sie ein paar Jahre lang weniger Gewinn, aber am Ende hat man nicht nur ein Bündel Papier in der Hand. Wir halten große Stücke auf Rockwood Holdings. Das Unternehmen produziert Spezialchemikalien, die einen hohen Mehrwert erwirtschaften, sowie Hochleistungskeramik für Anwendungen in künstlichen Hüften oder im Bereich Mikroelektronik. Diese Art von Unternehmen hat das Zeug zum Überleben: langfristiges Wachstum und großartige Produkte. Wir müssen uns tatsächlich Sorgen darüber machen, ob und wie wir unser Vermögen erhalten können.

Vielen Dank, Meryl.

Die nächste Krise

Politische Börsen
Eine Ansprache von US-Präsident Barack Obama wird an der New Yorker Börse verfolgt Quelle: dapd
Der Demokrat Jimmy Carter war von 1977 bis 1981 Präsident der Vereinigten Staaten. Damals herrscht eine Wirtschaftskrise, seine Bemühungen in der Energie-, Bildungs- und Umweltpolitik bringen keine Erleichterung. Er war Vermittler zum Camp-David-I-Abkommen und führte die SALT-II-Gespräche, gilt aber außenpolitisch als eher schwach. Der Dow-Jones-Index fällt in seiner Amtszeit von knapp 1000 Punkte auf zeitweise unter 800 Punkte. Zum Ende seiner Amtszeit steigt der Börsenindex jedoch wieder auf 970 Punkte. Quelle: AP
Ronald Reagan Quelle: dpa
George Bush senior Quelle: Reuters
Bill Clinton Quelle: Reuters
George W. Bush Quelle: AP
Barack Obama Quelle: dpa

Felix, was sagen Sie?

Zulauf: Das globale Konjunkturwachstum dürfte sich verlangsamen. Chinas Wirtschaft wird sich stärker abschwächen als erwartet, aber die Regierung wird nicht dramatisch dagegenhalten und stimulieren. Wer glaubt, China werde uns aus der Flaute ziehen, der irrt. Die USA könnten zwischen 1,0 und 1,5 Prozent wachsen. In Europa steht die Ratifizierung der neuen Defizitvereinbarung an und damit die nächste Eskalationsstufe der Krise. Das wird eine kritische Phase, denn ich kann nicht glauben, dass alle Euro-Länder den Vertrag unterzeichnen werden, weil sie damit fünf Jahre Depression in Kauf nehmen würden. Es wird Ausnahmeregelungen geben, und das wird die nächste Krise auslösen. Wir befinden uns in einer Welt, in der der Schuldenabbau oberste Priorität hat. Der Deflationsprozess verstärkt sich. Am Aktienmarkt gehen die Bewertungen seit 2000 zurück. Gelegentlich, wenn massive Stimulierungsmaßnahmen einsetzen, erleben wir kräftige Rallys. Aber wir müssen in eine Krise fallen, die eine politische Reaktion notwendig macht. Die Weltbörsen werden in diesem Quartal ihren Höhepunkt erreichen und dann im Rahmen des zyklischen Bärenmarktes, der im Frühjahr 2011 einsetzte, wieder abwärts drehen.

Wie lange wird der Abwärtstrend laufen?

Zulauf: Die Abwärtsbewegung, in der die Kurse um rund 20 Prozent abrutschen werden, könnte im zweiten Halbjahr 2012 oder Anfang 2013 ein Ende finden. Dann brauchen wir flüssige Mittel für neue Engagements. Derzeit rate ich daher vor allem zu Barmitteln, um bei günstigen Kursen einsteigen zu können. Bei den Anleiherenditen befinden wir uns ganz am Ende eines langjährigen Abwärtstrends. Die Renditen bonitätsschwacher Staaten wie Griechenland oder Italien haben ihre Tiefpunkte bereits erreicht. Als sicher geltende Papiere mit Spitzenratings werden ihre Tiefs später im Jahr markieren. Die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen werden noch auf 1,0 bis 1,20 Prozent fallen, bevor sie wieder auf 2,10 bis 2,20 Prozent steigen. Die Verschärfung des deflationären Drucks wird eine massive Abwärtsbewegung zur Folge haben. Zehnjährige US-Staatsanleihen empfehle ich als Trade. Wenn die Rendite 1,20 Prozent erreicht, gilt es, zu verkaufen. Ein Portfolio sollte auch Gold enthalten. Aber auch Gold durchläuft, gedrückt durch deflationären Druck, eine zyklische Korrektur. Deren erster Teil mit dem Rückgang von 1920 auf 1520 Dollar ist erfolgt. Nachdem die Hälfte dieses Verlusts aufgeholt ist, wird der Preis wieder nach unten drehen. Im Sommer werden sich unter 1520 Dollar je Unze wieder Einstiegschancen bieten. Danach wird Gold in den folgenden zwei Jahren auf ein neues Hoch klettern. Für Aktien bin ich in diesem Jahr pessimistisch. Am besten scheint mir, auf fallende Kurse bei einem Schwellenländer-Indexfonds zu setzen, der in Dollar notiert. Die Währungen der Schwellenländer werden gegen den Dollar abwerten, und Schwellenländer-Aktien werden mindestens so viel an Wert verlieren wie die der entwickelten Länder. Wenn wir uns im Januar 2013 wieder in dieser Runde treffen, komme ich hoffentlich mit optimistischeren Prognosen.

In Arbeit
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Faber: Ich kann Ihnen nicht widersprechen, aber wann würden Sie Ihre Position korrigieren, falls Sie mit Ihrer Prognose falsch liegen?

Zulauf: Ein Rückgang um 20 Prozent ist das Mindeste, was ich erwarte. Wenn der US-Aktienindex S&P 500 nachhaltig über 1370 Punkte klettern würde, wäre das ein Zeichen, dass ich falsch liege.

Faber: Dann würden Sie kaufen?

Zulauf: Dann würde ich meine Short-Positionen schließen.

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