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Konto und Depot für den Nachwuchs So sparen Eltern optimal für ihre Kinder

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Kinderkonto im Namen der Eltern

Eltern sollten sich bei Kontoeröffnung jedoch gut überlegen, auf wessen Namen die Bankgeschäfte laufen. "Ein einfaches Guthabenkonto sollte ruhig auf den Namen des Kindes eröffnet werden. Das geht schon unmittelbar nach der Geburt", erklärt Finanzexpertin Kühn. Dabei können die Eltern den Zugriff durch ihre Kinder beschränken oder wahlweise erlauben und so den eigenständigen Umgang mit Geld schrittweise ausdehnen - je nachdem wie alt das Kind ist und um welche Summen es geht.

Tagesgeld für liquide Reserve

Für die liquide Reserve für die Kinder sind Tagesgeldkonten eine gute Wahl. Auch sie dürfen nicht überzogen werden, bieten aber einen attraktiveren Zinssatz als gewöhnliche Girokonten. Außerdem sind sie oft kostenlos zu bekommen.

Die spendabelsten Banken bieten zur Zeit maximal 1,2 bis 1,3 Prozent Zinsen. Einige Banken wie die ING Diba haben spezielle Tagesgeldkonten für Kinder im Angebot, bei denen ein leicht höherer Zins für die ersten Monate garantiert ist. Danach kann die Bank den Zinssatz wie üblich jederzeit anpassen.

Auf dem Tagesgeldkonto sollte jedoch maximal ein Betrag liegen, der für unvorhergesehene oder demnächst anstehende größere Ausgaben reicht. Alles was zum Beispiel über 2000 Euro hinausgeht und in den nächsten paar Jahren nicht benötigt wird, sollte besser verzinst auf einem Anlagekonto angelegt werden. Das kann zum Beispiel ein Festgeldkonto, ein Fondssparplan oder ein Wertpapierdepot sein.

Wie viel Geld Kinder kosten - und wie viel sie bringen
Bis ein Kind volljährig ist, zahlen Eltern laut Daten des Statistischen Bundesamtes rund 117.000 Euro für ihr Kind: Für Kleidung, Essen, Miete, Bildung, Taschengeld etc. Monatlich geben Paare mit Kindern demnach 550 Euro mehr im Monat aus, als Kinderlose. Das zweite Kind ist allerdings nicht mehr ganz so teuer wie das erste, das dritte ist rechnerisch günstiger als das zweite und so weiter. Schließlich muss nicht pro Kind eine neue Wickelkommode oder ein neuer Kinderwagen angeschafft werden. Quelle: dpa
Allein für Kleidung und Windeln geben Eltern bis zum 18. Geburtstag eines Sprösslings durchschnittlich 9101, 80 Euro aus. Laut Statistik summieren sich die Kosten für Windeln auf gut 1000 Euro pro Kind. Quelle: REUTERS
Um die Lebenshaltungskosten für die Familie decken zu können, gehen in zahlreichen Familien beide Elternteile arbeiten. Die Kosten für die deshalb notwendige Kinderbetreuung belaufen sich im Schnitt auf 3368,59 Euro. Bei vielen Familien frisst der Krippenplatz oder der Kindergarten wahlweise das Kindergeld oder das Gehalt eines Elternteils wieder auf. Quelle: dpa
Obwohl es in Deutschland Lehrmittelfreiheit gibt, die Schulen also Bücher kostenlos stellen, zahlen Eltern bis zum 18. Geburtstag ihres Kindes durchschnittlich 3525 Euro für Bildung. Dazu gehören Zusatzlektüre für den Deutschunterricht, Hefte, Stifte, Malblöcke und Farben, Schulausflüge und Kopiergeld. Hinzu kommen nochmal geschätzte 1,4 Milliarden Euro, die Eltern in Deutschland jährlich in Nachhilfestunden investieren. Quelle: dpa
Immer mehr Eltern zahlen ihren Kindern laut einer Forsa-Studie regelmäßig Taschengeld. Bis zum 18. Geburtstag kommen so 2496 Euro zusammen - wenn sich die Eltern die Empfehlungen des Jugendamtes halten. Demnach sollten Kinder zwischen vier und fünf Jahren 50 Cent pro Woche bekommen, Sechs- bis Siebenjährige 1,50 bis zwei Euro pro Woche und Acht- bis Neunjährige zwei bis 2,50 Euro wöchentlich. Kinder im Alter von zehn bis elf Jahren sollten monatlich 13 bis 15 Euro bekommen, Zwölf- und 13-Jährige 18 bis 20 Euro und 14- bis 15-Jährige 23 bis 26 Euro im Monat. Jugendliche von 16 und 17 Jahren sollten 32 bis 42 Euro im Monat bekommen, empfiehlt das Jugendamt. Quelle: dpa
Dafür bekommen Eltern allerdings auch Geld für ihre Kinder. So bekommen Mütter sechs Wochen vor und acht Wochen nach der Geburt das sogenannte Mutterschaftsgeld (MSchG). Derzeit bekommen gesetzlich versicherte Frauen von ihrer Krankenkasse bis zu 13 Euro pro Tag. Den Rest legt der Arbeitgeber drauf, bis der durchschnittliche Nettoverdienst der vergangenen drei Monate erreicht ist. Das Geld müssen die Frauen bei ihrer Krankenkasse beantragen. Privat Krankenversicherte und Geringverdienerinnen beantragen das Mutterschaftsgeld dagegen beim Bundesversicherungsamt in Bonn. Schwangere, die privatversichert sind, bekommen allerdings keinen Tagessatz sondern einen einmaligen Zuschuss. Quelle: dpa
Seit 2007 greift der Staat jungen Eltern auch noch mit dem sogenannten Elterngeld unter die Arme. Die Höhe der Unterstützung bemisst sich nach dem Nettoeinkommen der letzten zwölf Monate. Maximal gibt es 1800 Euro pro Empfänger und Monat, ausgezahlt wird maximal 14 Monate lang. Anspruch auf Elterngeld haben Arbeiter, Angestellte, Beamte und Selbstständige, die ihren Beruf (teilweise) ruhen lassen um sich um ihren Nachwuchs zu kümmern. Quelle: dpa

Für ein Anlagekonto, auf dem ein kleines Vermögen für das Erwachsenenalter angehäuft werden soll, rät Kühn jedoch davon ab, dieses auf dem Namen des Kindes laufen zu lassen. "Das grundsätzliche Problem ist, dass das Kind dann mit 18 Jahren mit dem Geld machen können, was sie wollen", erklärt Kühn. "Wie sich die Kinder als Volljährige entwickeln, können selbst die Eltern nicht vorhersehen. Dann besteht die Gefahr, dass sie das Geld für das Studium lieber für ein schickes Auto, eine Weltreise oder vielleicht sogar für eine Sekte ausgeben. Eltern, die für die Ausbildung ihres Kindes sparen, sollten vorsorglich die Kontrolle behalten."

So könnten Eltern beispielsweise in der Ausbildungsphase monatlich einen bestimmten Betrag aus dem Guthaben auszahlen, mit dem ihre Kinder nach Belieben verfahren dürfen. Auf diese Weise behalten sie aber die Kontrolle über das Sparvermögen.

Ein weiterer Nachteil, der auftreten kann, wenn das Anlagekonto auf den Namen des Kindes läuft, betrifft staatliche Fördergelder. Wer zum Beispiel für das Studium staatliche Unterstützung (BAföG) beantragt, darf nur über eine Vermögen von 5200 Euro verfügen. Wer dann Leistungen nach BAföG erhalten will, muss dieses Geld zunächst aufzehren.

Da Kontoinformationen immer mehr Behörden zur Verfügung stehen und die Daten abgeglichen werden, ist die Chance, dass ein Kinderkonto unentdeckt bleibt, sehr gering. Lautet das Konto auf den Namen der Eltern, besteht das Problem nicht.

Steueroptimierung ist zweitrangig

Diese Variante hat aber ebenfalls einen Nachteil: Der Steuerfreibetrag von 801 Euro für das Kind bleibt ungenutzt, unter Umständen sogar das steuerliche Grundfreibetrag von 8130 Euro für den Nachkömmling. Das betrifft Eltern, die schon mit anderen Kapitaleinkünften ihre Freibeträge ausschöpfen.

Einige Banken wie die Comdirect haben deshalb in der Vergangenheit offensiv damit geworben, dass Eltern für ihre Geldanlagen die Freibeträge der Kinder nutzen sollen, um sich Steuervorteile zu sichern. Dann aber muss das Konto namentlich dem Kind gehören.

Über solche Werbung ärgert sich Kühn, weil der Steuervorteil die Risiken und Nachteile für Eltern in der Regel nicht aufwiegt. "Die Kontrolle abzugeben, halte ich für riskant. Gerade bei Depots mit Aktien und Fonds relativiert sich der Steuervorteil durch den Kinderfreibetrag ohnehin."

Denn erst wenn Gewinne auch realisiert werden, also Wertpapiere verkauft werden, wird eine Kapitalertragssteuer fällig. Das können die Eltern aber steuern, indem sie zum Beispiel immer nur einen Teil der Wertpapiere nach Bedarf verkaufen. Zinsgutschriften fallen durch das allgemeine Zinstief hingegen oft so niedrig aus, dass sie durch die Freibeträge der Eltern steuerfrei bleiben.

Unkomplizierte Sparpläne und Festgeld

Die optimale Geldanlage für die Finanzierung einer Ausbildung zu finden, ist allerdings nicht einfach. Die Auswahl ist so groß wie die Renditechancen unterschiedlich.

Festgeldkonten etwa schaffen einen Inflationsausgleich von zwei Prozent und mehr - dort liegt das Inflationsziel der Europäischen Zentralbank - nur bei Laufzeiten ab drei Jahren aufwärts. Solange kann dann niemand an das Geld heran.

Ein Festgeldkonto ist vor allem gegen Ende der Sparzeit sinnvoll, wenn ein Teil des ersparten Vermögens auf absehbare Dauer nicht benötigt wird und sicher verwahrt und verzinst werden soll. Um nicht zulange auf einem Zinsniveau zu verharren, empfehlen sich Laufzeiten bis zu drei Jahren. Sollten das Zinsniveau in der Zwischenzeit wieder steigen, kann spätestens danach in besser verzinste Angebote umgeschichtet werden.

Den geringsten Aufwand für Eltern bieten Sparpläne. Die gibt es bei einigen Banken schon ab Einzahlungen von 25 Euro pro Monat. Dabei gibt es abhängig von Sparrate und Einzahlungsdauer zusätzlich zur Verzinsung auch noch Prämien beziehungsweise Boni-Zahlungen.

Ein guter Sparplan zeichnet sich jedoch weniger durch einen hohen Bonus, sondern vielmehr durch einen hohen Basiszins aus. Der kann je nach Anbieter mal variabel, mal für die Laufzeit festgeschrieben sein. Grundsätzlich sollten die Zinsen in Zukunft eher wieder steigen, fallen können sie kaum noch. Daher ist ab Laufzeiten von zwei Jahren ein variabler Zins vorzuziehen, damit der junge Sparer von einem möglichen Zinsanstieg auch profitiert.

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