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Kontoüberziehung Finanztest kritisiert Abzocke mit Dispozinsen

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Volksbanken: Stimmungsmache im Wahlkampf

Die Verbraucherschützer werfen den Banken vor, sich nicht an Absprachen zu halten. Nach Ankündigungen der Bankenverbände sollten demnach mittlerweile die Preise für die Überziehung des Girokontos ins Internet gestellt werden. Am Stichtag 1. Juli hätten aber ein Drittel der Sparkassen und knapp zwei Drittel der Volks- und Raiffeisenbanken dies nicht gemacht.

Die Ergebnisse des Vergleichs zeigten, dass viele Banken und Sparkassen lieber höhere Gewinne mitnähmen, „anstatt die Zinsvorteile an ihren Kunden weiterzugeben“, welche die Institute derzeit genössen, kritisierte „Finanztest“. Immerhin sei das durchschnittliche Niveau der Dispozinssätze seit dem Herbst vergangenen Jahres leicht von 11,76 Prozent auf jetzt 11,31 Prozent gesunken.

Die bayerischen Volks- und Raiffeisenbanken wehren sich gegen die Beurteilung der Umfrage. Sie werfen der Stiftung Warentest im Streit um hohe Zinsen für Dispo-Kredite Stimmungsmache im Bundestagswahlkampf vor.

„Ich kann das Getöse nicht nachvollziehen. Statt Aufklärung über den Mechanismus zu betreiben, der hinter der Preisfindung von Dispozinsen steht, mokiert man sich ausschließlich über die Höhe der Zinsen“, sagte der Präsident des Genossenschaftsverbands Bayern (GVB), Manfred Götzl, am Dienstag in München.

Geldanlage



Überziehungskredite seien unbesichert und damit für die Banken die teuerste Form der Kreditgewährung. Hohe Zinsen seien „schlichtweg ein kaufmännisches Erfordernis“, sagte Götzl. Eine Obergrenze für Dispozinsen lehnte Götzl erneut strikt ab.

Der Verbandschef hat bereits mehrfach die hohen Zinsen für Dispokredite verteidigt. Kein Kunde müsse sein Konto überziehen und Banken seien auch nicht verpflichtet, solche Kredite anzubieten, hatte Götzl vor einigen Monaten gesagt. Günstige Zinsen verführten Kunden sogar eher, ihr Konto zu überziehen. Dispokredite seien ein Service, um Verbrauchern kurzfristig mehr finanziellen Spielraum zu gewähren.

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